Gemeinwohl und Hörnerkühe

Auftaktveranstaltung der ÖDP zur Europawahl 2019

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Kreisvorsitzender der ÖDP Oberallgäu Michael Hofer (v.l.), Demeterbäuerin und Referentin Susanne Schwärzler sowie Alexander Abt, schwäbischer Spitzenkandidat aus Memmingen der ÖDP-Europaliste.

Kempten – Dieser Tage stellte sich Alexander Abt, schwäbischer Spitzenkandidat der ÖDP-Europaliste den Kemptener WählerInnen vor.

Sein Credo: Europa braucht Gemeinwohlpolitik! „Ein gerechtes Europa kann nur durch gezielte Gemeinwohl-Politik entstehen“, so die Kernaussage von Abt, der Nummer drei der deutschlandweiten ÖDP Liste. Doch was ist Gemeinwohl? 

„Jegliche Maßnahme, die die Politik trifft, muss sich drei Fragen stellen: 1. Dient sie dem Menschen?, 2. Dient sie der Umwelt?, und 3. Dient sie dem Frieden? Können alle drei Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, dann handelt es sich um Politik im Sinne des Gemeinwohls“, so Abt. Dem sich abzeichnenden Zusammenbruch (Klima, Flora, Fauna…) müsse mit Fokussieren, Realisieren und Umdenken zum Wohl aller, eben dem Gemeinwohl, begegnet werden. „Dabei ist sowohl die Politik auf allen Ebenen, als auch jeder Einzelne gefordert. Gemeinsam führt dieser Weg zu einem lebenswerten Europa, also gehen wir ihn doch zusammen!“, so der Memminger Polizeibeamte. 

Nach dem 47-jährigen Bezirksrat sprach Susanne Schwärzler, Demeterbäuerin aus Heiligkreuz, zum Thema: „Heumilch von Kühen mit Hörnern ist selbst für Milchallergiker verträglich“. Viele Unverträglichkeiten bezüglich der Milch lägen, laut Schwärzler, an den nicht tiergerechten Haltungs- und Fütterungsbedingungen der sich immer mehr industrialisierenden Landwirtschaft. Ihrer Meinung nach sei die Verträglichkeit von Milch in hohem Maße davon abhängig, dass die Kühe behornt sind, weil dann die bei der Grasverdauung entstehenden Gase in den Hohlräumen des Horns aufsteigen und spiralförmig wieder absteigen können. 

Zusätzlich wichtig sei ein großer Anteil von Raufutter (Heu) an der Nahrung. Kraftfutter und Silage dagegen wirkten sich negativ auf die Verdauung und damit auch die Milch der Kühe aus. Selbst der Mist – durch die enthaltenen Halme durchlüftet und damit besser als die wässrige Gülle – beeinflusse das Bodenleben, die Pflanzenvielfalt und somit die Feld- bzw. Ackerprodukte positiv. Überhaupt denke die von Rudolf Steiner begründete Demeter-Bewegung sehr in Kreisläufen, die zu einem gesunden Hoforganismus führten. 

Zum Schluss ihres von vielen Fotos und Schaubildern unterfütterten Vortrages gab sie den Zuhörern ihren Glaubenssatz im Umgang mit Tieren mit auf den Weg: „Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.“ Eine sehr angeregte Diskussion über die Wichtigkeit einer großen Biodiversität für eine gesunde Landwirtschaft und die Auswirkungen des neuen Gesetzes zum Schutz der Artenvielfalt (Übernahme des Volksbegehrenstextes) beendete den Abend.

kb

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