Aufwertung

Peter Brieger, Ärztlicher Direktor. Foto: privat

Einen neuen Status erhält das Bezirkskrankenhaus Kempten: ab dem heutigen Freitag, 1. April, ist es auch Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm. Dies ist eine besondere Aufwertung, die gut in das Jubiläumsjahr der Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik passt – die Einrichtung der Bezirkskliniken Schwaben feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

Mit dem zusätzlichen Titel übernimmt das Bezirkskrankenhaus Kempten Funktionen in Forschung und Lehre für und mit der Medizinischen Fakultät in Ulm. „Das bedeutet auch, dass fortan die akademische Ausbildung ein Teil unserer Klinikkonzeption wird“, betont Professor Dr. Peter Brieger. Im Rahmen ihres Praktischen Jahres während des Medizinstudiums können künftig bis zu drei Studenten und Studentinnen ein Drittel davon am Bezirkskrankenhaus Kempten absolvieren. Die beiden weiteren vorgeschriebenen so genannten „Tertiale“ sind automatisch in der Inneren Medizin und in der Chirurgie zu leisten – ein weiterer Pluspunkt ist, dass dies sowohl am Klinikum Kempten-Oberallgäu als auch am Klinikum Oberallgäu möglich wäre, beide ebenfalls Akademische Lehrkrankenhäuser der Ulmer Universität. Über den Träger des Bezirkskrankenhauses Kempten, die Bezirkskliniken Schwaben, besteht bereits traditionell eine enge Verbindung zur Universität Ulm durch die Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus Günzburg im Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie der Neurochirurgie, deren Chefärzte jeweils auch Lehrstuhlinhaber in der württembergischen Donau-Stadt sind. Nun erstreckt sich diese Zusammenarbeit auch auf das Allgäu, wie Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken, betont. „Für unser Unternehmen ist dies auch eine Bestätigung dafür, dass an unseren Kliniken ausgezeichnet gearbeitet wird“, so Düll. Vor allem komme die Zusammenarbeit den Patienten zugute: „Die Patientenversorgung profitiert von der Nähe zu Forschung und Lehre unter anderem dadurch, dass die Mitarbeiter dieser Krankenhäuser am Puls der neuesten Entwicklungen und Informationen sind“, so Düll. Ärztlicher Direktor Peter Brieger, der bereits Professor der Universität Ulm ist, erwartet durch den neuen Status ebenfalls die Weiterentwicklung der Klinik in eine akademisch-universitäre Orientierung. „Dies hat auf jeden Fall positive Auswirkungen auf die Qualität unserer Arbeit und auf die Attraktivität des Arbeitsplatzes“. Künftige Forschungsprojekte sind angedacht, für eines besteht bereits eine Arbeitsgruppe: Die im Allgäu bekanntermaßen deutlich erhöhten Suiziddaten werden anhand der Polizeiakten systematisch analysiert.

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