Aus Isny auf die Schanze

Neuer Frauen-Bundestrainer Maximilian Mechler vor Herkulesaufgabe

Der neue Bundestrainer der
Skispringerinnen Maximilian
Mechler.
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Der neue Bundestrainer der Skispringerinnen Maximilian Mechler.
  • Lutz Bäucker
    VonLutz Bäucker
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Isny – Größer können Fußstapfen kaum sein: Der frühere Weltcupskispringer Maximilian Mechler hat im Frühjahr die Nachfolge des zurückgetretenen Erfolgstrainers Andreas Bauer angetreten. „Ich weiß, das ist eine Riesen-Herausforderung für mich“, sagt der 37-Jährige aus dem württembergischen Isny. Bauer hat das deutsche Frauen-Team in die Weltspitze geführt, einen Olympiasieg und Weltmeistertitel gefeiert. Mechler soll Katharina Althaus und Co. nach einer insgesamt schwachen Saison wieder aufbauen und an frühere Erfolge anknüpfen.

Die erste Bewährungsprobe steht nun im polnischen Wisla bevor, beim ersten Wettbewerb der Sommer-GrandPrix-Tour. Die Erwartungen an Mechler und sein Team sind groß, die Voraussetzungen schwierig. Mit Ramona Straub (Rücktritt) und Agnes Reisch (Kreuzbandriss) fehlen dem neuen Cheftrainer der Frauen zwei wichtige Springerinnen aus der Ära Bauer. Doppelolympiasiegerin Carina Vogt springt verletzungsbedingt seit einigen Jahren ihrer TopForm hinterher, die zweifache Weltmeisterin Juliane Seyfarth glänzte zuletzt im „Playboy“ statt auf dem Bakken.

Eine feste Größe scheint allein Mixed-Weltmeisterin Katharina Althaus aus dem Oberallgäu zu sein. „Ich will und kann jetzt nicht alles auf links drehen“, betont Mechler im Interview mit dem Kreisboten, „ich gehe pragmatisch an meine neue Aufgabe heran.“ Da er zuletzt schon den B-Kader der Frauen betreut hatte, kennt der Isnyer auch das A-Team bereits. „Ich muss ein gutes Händchen für richtige Entscheidungen haben“, ist sich Mechler bewusst. 

Ein mentales Problem sieht der neue Chef bei den deutschen Springerinnen nicht. Vielmehr musste die Nationalmannschaft zuletzt zahlreiche Verletzungsausfälle kompensieren. Man arbeite an allen Bereichen, betont der Vizeweltmeister im Team-Skifliegen (2012 in Vikersund mit 222,5 Metern), allerdings „haben wir dafür sehr wenig Zeit“. Die Konkurrenz aus anderen Nationen hat zuletzt gewaltig aufgeholt, das Frauen-Skispringen ist in neue Dimensionen geflogen.

Maximilian Mechler muss auch mit dem Handicap fertig werden, dass die Sprungschanze in Oberstdorf für SommerTraining und Vorbereitung auf die neue Saison komplett ausfällt – die für viel Geld verlegten Matten haben sich verschoben und schlagen Wellen. Trotzdem gibt er sich optimistisch. „Carina Vogt wird wieder zurückkommen“, prognostiziert Mechler, „auch Mixed-Weltmeisterin Anna Rupprecht hat großes Potenzial.“

Der Druck auf den neuen Bundestrainer ist enorm: Bis zu den nächsten Olympischen Winterspielen 2022 in Peking sind es knapp sieben Monate – Mechler ist wahrlich nicht zu beneiden um seine Herkulesaufgabe. „Ich sehe das entspannt“, lächelt er, „ein bissle Radfahren, Wandern, mit der Familie in der Natur unterwegs sein, das bleibt für mich persönlich wichtig. Und für das Sportliche haben wir einen Plan, das Nationalteam der Skisprungdamen wird von mir gezielt weiterentwickelt.“

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