"Amerikanische" Howe-Brücke erfolgreich ausgehoben und abtransportiert

Wenn das der Ludwig wüsste

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„Manpower“ und schweres Gerät sind beim Aushub der König-Ludwig-Brücke im Einsatz.

Kempten – Vergangenen Dienstag kam am Vormittag Unruhe auf. Die Verantwortlichen des Brückenaushubs trafen sich zu einer Teambesprechung direkt am Übergang des westlichen zum mittleren Segment der historischen König-Ludwig-Brücke.

Obwohl die beiden Schwerlastkräne auf der benachbarten Illerbrücke bereits ordentlich Zug auf ihren Stahlseilen hatten, bewegte sich der Mittelteil der König-Ludwig-Brücke nicht von den beiden steinernen Brückenpfeilern. Zuerst war der Gedanke, die Brücke hätte sich beim Anheben ein wenig verhakt, doch bald war die Ursache gefunden. Durch die Regentage zuvor wurde das Lärchenholz der 160 Jahre alten Brücke schwerer und da die Maximalbelastung der Kräne erreicht war, musste durch das vor Ort Entfernen einiger Holzbohlen die Brücke vor dem Aushub leichter gemacht werden.

Materialschlacht

Der eigentliche Aushub des Mittelteils der Brücke vollzog sich dann am Dienstag Nachmittag innerhalb von nur 15 Minuten. Anschließend wurde das Mittelteil von den beiden jeweils 100 Tonnen schweren Kränen auf der Fahrbahn der Illerbrücke erfolgreich abgesetzt. Auf den Pratzen, den Füßen der beiden Großkräne, lag dabei eine Aufdrücklast von jeweils rund 150 Tonnen. Insgesamt wurden vier Großkräne für den Aushub und den Abtransport zur Feldwerkstatt an der SpitzenlastHeizZentrale des ZAK eingesetzt. Für die Aktion, die vom Mainzer Unternehmen RIGA in Kooperation mit dem Tiefbauamt der Stadt Kempten unter Amtsleiter Markus Wiedemann organisiert und umgesetzt wurde, waren rund 18 Sattelschlepper im Einsatz, um Brückenteile abzutransportieren und schweres Gerät bereitzustellen.

Spektakel in mehreren Phasen

Der Aushub der dreiteiligen König-Ludwig-Brücke vollzog sich in mehreren Phasen. Bereits Tage zuvor wurde der Schumacherring vollständig gesperrt und die beiden Riesenkräne mit jeweils 100 Tonnen Eigengewicht aufgebaut. Am Dienstag wurde dann in einem ersten Schritt das Mittelteil (56 Meter, 120 Tonnen) mit den erwähnten Schwierigkeiten ausgehoben und auf der Brücke „geparkt“. Dann wurde der westliche Teil der Brücke (36 Meter, 76 Tonnen) ausgehoben und auf einen bereit gestellten Sattelschlepper gesetzt, der es anschließend zur rund 500 Meter entfernten Feldwerkstatt transportierte. Jetzt bestand die Möglichkeit den westlichen Großkran abzubauen und beiseite zu schaffen. Im Anschluss wurde der mittlere Teil der Brücke verladen und zur Kottener Straße transportiert. Zum Schluss wurde der östliche Teil der Brücke (28 Meter, 64 Tonnen) emporgehoben und zur Reparaturstätte an der Kottener Straße gebracht. Die Summe aller Holzbauteile der Brücke beträgt 7,2 Kilometer, die Länge der vertikalen Stahlhänger beträgt 2,3 Kilometer. Alle Beteiligten zeigten sich nach dem erfolgreichem Ende der Maßnahmen hocherfreut und den Verantwortlichen kann zu einer Meisterleistung gratuliert werden.

Jörg Spielberg

Faszinierendes "Spektakel"

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