"Müllthematik schwer zu fassen": Ausschuss berät über mögliche Lösungen

Was tun gegen den vielen Müll?

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Vorallem im Sommer wird der private Müll auf öffentlichen Grünflächen oder an der Iller liegen gelassen. Ein Problem, für das die Stadt Kempten eine Lösung sucht.

Kempten – Die Vermüllung in der Stadt Kempten, vor allem an der Iller und auf Grünflächen, ist seit langem ein Thema. „Die Leute lassen von Zelt, Einweggrill bis zum Leergut alles liegen“, machte CSU-Stadtrat Peter Wagenbrenner seinem Unmut am vergangenen Dienstag im Ausschuss für öffentliche Ordnung Luft. „Der Städtische Betriebshof darf dann morgens den Unrat aufräumen“, ärgerte sich Wagenbrenner. Er hat die Verwaltung bereits in einem schriftlichen Antrag dazu aufgefordert, Lösungsvorschläge zu bringen, wie man das Müllproblem lösen könnte. Er selbst konnte sich Bußgeldbescheide oder Kautionen für private Feiern in öffentlichen Bereichen vorstellen.

Die Problemlage sei der Verwaltung durchaus bekannt, erklärte Uwe Sutter, Leiter des Recht- und Standesamts. Die Einführung einer „Müllkaution“ sei allerdings nicht möglich, da es sich nicht um angemeldete sondern um wilde Partys ohne verantwortlichen Ansprechpartner handle.

Bereits im November vergangenen Jahres seien mit Betriebshof und der Polizeiinspektion Kempten Kooperationsgespräche geführt und mögliche Lösungen diskutiert worden. Schließlich handle es sich auch um einen erheblichen finanziellen Aufwand für die Stadt, den Müll zu beseitigen und auch die zerbrochenen Gläser und Flaschen seien gefährlich, betonte Sutter. Es seien bereits mehr Abfallbehälter aufgestellt und auch die präventiven Polizeikontrollen verschärft worden, allerdings konnte das Problem bisher nicht gänzlich in den Griff bekommen werden. „Die Verwaltung sieht keine weiteren Möglichkeiten“, bedauerte Sutter. Auch OB Thomas Kiechle betonte, dass die Müllthematik schwer zu fassen, die aktuelle Situation aber trotzdem nicht zufriedenstellend sei.

Dass Mitarbeiter des Ordnungsamts die Grünflächen und den Illerdamm zu Zeiten von Grillpartys kontrollieren, sah Klaus Knoll (FW) als nur schwer umsetzbar an. „Das dem Ordnungsamt aufzubrummen, geht nicht, die Feiern laufen oft bis 2 Uhr nachts.“ Dennoch gebe es in anderen Städten durchaus Mitarbeiter, die zu diesen Zeiten unterwegs sind, betonte Antragssteller Wagenbrenner. Es könne nicht sein, dass jeder einen Freibrief hat und seinen Müll liegen lässt.

Was kann man also tun, um das Müllproblem in den Griff zu kriegen? Eine genaue Antwort auf diese Frage konnte am vergangenen Dienstag nicht gegeben werden. Trotzdem soll auch in Zukunft die Präsenz an Ort und Stelle gesteigert werden. Auch die Verkehrsüberwachung soll mehr mit einbezogen werden, erklärte Wolfgang Klaus, Leiter des Referats für Recht, Finanzen und Sicherheit. „Was wirklich wirkt: Leute auf frischer Tat ertappen. Es gibt immer rechtliche Verstöße, die man ahnden kann.“

Von Seiten der Ausschussmitglieder kamen die Vorschläge, mit Präventionsmaßnahmen schon im Kindesalter zu beginnen. Silvia Rupp (CSU) brachte an, die Müllvermeidung schon in Kindergärten und Schulen anzusprechen, Barbara Haggenmüller (Grüne) schlug Projekttage vor, an denen Schüler gemeinsam das Illerufen säubern sollen. Das Müllproblem kennt Kempten nicht nur am Illerufer: auch in der Fußgängerzone („ein Fleckenteppich aus Kaugummi“ – Johann Lederle (CSU)) und auf dem Mariaberg wird Müll liegengelassen. Es handle sich schlichtweg um ein „gesamtgesellschaftliches Problem mit zunehmendem Egoismus in der Gesellschaft“, so Ingrid Vornberger (SPD). Dennoch: „Eine Bewusstseinsbildung mit direkter Ansprache muss intensiver umgesetzt werden“, appellierte Kiechle. Und: Die Erziehung fängt schon im Elternhaus an. Die Eltern sind die Vorbilder der Kinder und späteren Erwachsenen, betonte Rupp.

Lea Stäsche

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