Ein bisschen anders

"Kunst im Allgäu 2020" gelungen eröffnet

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Entspannt und „locker“ war das neue Format der Vernissage von „Kunst aus dem Allgäu 2020“.

Kempten – Es war eine der zahlreichen coronabedingten Herausforderungen, die das Kulturamt einmal mehr bravourös gemeistert hat:

Die feierliche Eröffnung der Kunstausstellung „Kunst aus dem Allgäu 2020“ vergangenen Freitagabend mit den vier Preisübergaben, die dieses Jahr ohne rahmende Festwoche durchgeführt wurde. „Ein neues Format“ und nach einer Zeit der nurmehr digitalen Kultur „zurück zum Analogen“, freute sich OB Thomas Kiechle „außerordentlich, dass wir wieder zusammen sind“. Deutlich weniger Vernissagegäste, drei Durchgänge, Abstandhalten, Sitzordnung und Maskentragen, getrennte Ein- und Ausgänge haben das sonst ausgelassene Gesellschaftsereignis ziemlich heruntergefahren. Einige durchaus angenehme Veränderungen wie weniger Reden, mehr Einblicke in das Arbeiten der ausgezeichneten KünstlerInnen könnten aber auch als dauerhafte Errungenschaft bleiben. Als zukunftsträchtig am neuen Konzept sieht Kulturamtsleiter Martin Fink beispielsweise, dass die KünstlerInnen stärker fokussiert werden und auch die „entspanntere Atmosphäre“ gefalle ihm gut.

Statt der sonst üblichen bis zu 1000 Vernissagegäste, konnten diesmal lediglich 250 eingeladen werden. Dennoch haben, laut Fink, kurz vor der Veranstaltung noch zahlreiche der angemeldeten Gäste abgesagt. Die steigenden Covid-19-Zahlen hätten vor allem ältere Menschen dazu bewogen.

Veränderter Ablauf

Eine kurze Rede von Oberbürgermeister Kiechle, ein bisschen Moderation von Kulturamtsleiter Fink, dazwischen Filmeinspielungen jeweils von den Preisstiftern und ihren PreisträgerInnen 2020 und ein wenig Live-Musik von Benno Wechs an der Steirischen, Stephan Kienle am E-Piano und dem Percussionisten Tim Hecking. Junge HelferInnen säumten anschließend den Weg zum Marstall, wo darauf geachtet wurde, dass nicht mehr als die maximal zugelassenen 50 Personen zur gleichen Zeit in die Ausstellung strömten. Wartezeiten konnten an der kleinen Bar überbrückt werden.

Ziemlich ungewohnt dürfte es für die Live-Akteure gewesen sein, ihre Worte dreimal hintereinander an das wechselnde Publikum zu richten. Analog – mit Maske und gebührendem Abstand – wurden auch die Preise in Form von Blumensträußen und Schecks auf der Bühne übergeben, in jeder Gästerunde einer: Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu an Till Schilling; der Förderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung an Florian Rautenberg und in der Endrunde dann die beiden höchst dotierten, der Thomas-Dachser-Gedenkpreis an Carin Stoller und der Kunstpreis der Stadt Kempten an Anna Dorothea Klug-Faßlrinner.

Vieles am neuen Format gefiel den Gästen, u.a. die Filmeinspielungen, die einen Blick über die Schultern der PreisträgerInnen in ihren Ateliers ermöglichen und auch von den Menschen hinter der Kunst deutlich mehr zeigen, als es Jurymeinungen zu den gekürten Werken oder die oft linkischen Zwangsworte von publikumsscheuen Kunstschaffenden auf der Bühne jemals vermochten. Auch sind die Einblicke diesmal nicht den geladenen Vernissagegästen vorbehalten, sondern können in Kürze online auf der Website des Kulturamts angeschaut werden: www.kulturlieferdienst.de

Für die Fans der analogen Kultur lohnt sich der Besuch der bis 2. Oktober laufenden Ausstellung „Kunst aus dem Allgäu 2020“ im Alpin-Museum im Marstall (Eintritt frei); bis 16. August täglich von 10 bis 18 Uhr, von 18. August bis 2. Oktober immer dienstags bis sonntags, 10 bis 16 Uhr. Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen.

Christine Tröger

Die Werke der Preisträger gibt es hier in einer Bilderstrecke zu sehen.

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