Erste Ergebnisse

"Unter Schutt und Asche"

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Erste Funde aus dem Grabungsfeld in der südlichen Altstadt werden derzeit in einer Ausstellung im Museum am Mühlturm gezeigt.

Isny – Es ist eigentlich nicht üblich, dass die Ergebnisse einer archäologischen Grabung noch vor Abschluss aller Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In Isny geschieht derzeit aber genau dies.

In der am Wochenende eröffneten Ausstellung „Unter Schutt und Asche“ im Museum am Mühlturm werden bis März 2015 erste Ergebnisse der Ausgrabung in der „Südlichen Altstadt“ gezeigt.

Bürgermeister Rainer Magenreuter begrüßte die Gäste und besonders auch die Vertreter des Denkmalamtes und die Mitglieder des Grabungsteams sowie die Mitarbeiter des Museums und übergab dann das Wort an Professor Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege. In seiner Ansprache betonte Wolf ausdrücklich die Wichtigkeit der Arbeit in der Altstadt Süd. Eine Großgrabung wie sie in Isny möglich war, ist noch einmal anders zu bewerten.

Teure Grabungen

Nur in Lübeck war eine vergleichbar große Grabung im Stadtzentrum möglich. Was dabei besonders für das Denkmalamt und für die Archäologen von Interesse war, ist die gute Erhaltung der im feuchten Boden aufzufindenden Relikte. Runde 1,66 Millionen Euro wird die Grabung kosten und davon trägt die Stadt Isny rund 1,2 Millionen Euro. Durch die angesetzten Baumaßnahmen in der „Altstadt Süd“ war das notwendig geworden. Wenn die Grundstruktur in Ruhe gelassen wird, verzichtet die Denkmalpflege auf derartige Maß- nahmen und lässt alles im Boden ruhen.

Dr. Doris Schmid als Leiterin der Grabungen hatte dann die Aufgabe übernommen, die Funde zu erläutern und so die bisherigen Aktionen in den richtigen Zusammenhang zu stellen. Sie freut sich über die von Anfang an gute Zusammenarbeit mit der Stadt Isny und dankte den Gebrüdern Immler für die kostenlose zur Verfügungstellung des Gebäudes als Museum und nun auch als Raum für die erste Präsentation der Funde.

Große Fläche

Mit 5000 Quadratmetern ist die Grabungsfläche schon besonders groß und die Staunässe in den verschiedenen Erdschichten hat vieles bewahrt, das an anderen Orten längst verloren gegangen ist. Für die Archivierung der Funde ist nun allerdings das Ministerium für Wissenschaft und Kunst zuständig. Was auch später im Museum gezeigt werden kann, ist dort zu verhandeln.

Aufschlussreich und übersichtlich waren die Luftaufnahmen des Gebietes und besonders auch der Vogelschauplan als Dokumentation der damals tatsächlich vorhandenen Bebauung. Natürlich ist im Museum nicht alles zu sehen was gefunden wurde, aber ein erster Überblick ist möglich. Gerade die neueren Funde liegen noch im Konservierungsbad der Archäologen und die über hundert gefundenen Gläser konnten auch nicht alle gezeigt werden. Dr. Doris Schmid hat auch noch die Funktion der in den ausgegrabenen Kellerräumen verlegten Drainagen und Deichel-Leitungen näher erklärt, die alles ansteigende Wasser in den Stadtbach ableiteten. Sie blendete ein Bild der Grabungen nach Regenfällen ein und da war es auch allen Zuhörern klar, was da schon immer an Wasser zu bewältigen war.

Nach dem offiziellen Teil hatte die Stadt wieder großzügig für die Bewirtung gesorgt und die sich dann entwickelnden Gespräche zwischen Experten und Besuchern sorgten für eine weitere Verdeutlichung der wichtigen Erkenntnisse aus den Untersuchungen.

Manfred Schubert

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