Autofreies "Plätzle"

Wildes Parken und Fahren rund ums Lyzeum soll endgültig Geschichte werden

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So autofrei soll es „Auf‘m Plätzle“ künftig immer aussehen. Die Fläche links soll für Lieferfahrzeuge Be- und Entlademöglichkeit bieten.

Kempten – Nicht erkennen, ignorieren oder pure Gewohnheit – woran auch immer es liegen mag, trotz intensiver Überwachung wird Auf’m Plätzle und in der Zwingerstraße weiterhin munter geparkt.

Daran hat sich laut Gabriele Seling vom Amt für Tiefbau und Verkehr auch durch einen bereits im Juli letzten Jahres gefassten und umgesetzten Beschluss des Verkehrsausschusses nur wenig geändert. 

Damals waren für die Fußgängerzone Lieferzeiten eingeführt und Kurzzeitparkplätze in Bewohnerparken umgewandelt worden, um den Individualverkehr aus diesem Bereich fern zu halten. Allein der Erfolg hält sich in Grenzen und so wurde das Thema im Verkehrsausschuss diese Woche erneut behandelt.

Da die Zwischenräume der Baumreihen vor dem Lyzeum Auf’m Plätzle offenbar besonders zum Parken einladen, schlug die Verwaltung eine Umgestaltung vor. Als schnell umsetzbare Lösung wären Fahrradständer oder Sitzgelegenheiten in den bislang freien Flächen zwischen den Bäumen denkbar, um die inzwischen unrechtmäßigen Parkgewohnheiten zu durchbrechen. Als Problem haben sich bei einigen Geschäftsinhabern die mit dem letzten Beschluss beschränkten Lieferzeiten entpuppt, da bei einigen mehrfach am Tag geliefert wird. 

Sondergenehmigungen können aber nur nach kritischer Einzelfallprüfung ausgegeben werden und auch das hohe Fußgängeraufkommen in diesem Bereich durch die Nähe zur ZUM muss laut Verwaltung beachtet werden. Eine Lösung sei das Beliefern des Lyzeums von der Zwingerstraße aus, was mit einem kurzen Fußweg möglich sei. Zudem soll vor der linken Ecke des Gebäudes Auf’m Plätzle ein gesonderter Lieferparkplatz für, länger als üblich, bis zu 15 Minuten ausgewiesen werden, so dass ein Lieferant beispielsweise mehrere der Arztpraxen im Haus bedienen könne. 

Ebenso soll die Anfahrt für Kranke, die nicht weit gehen können, für den Arztbesuch möglich sein. Klaus Knoll (FW) ist sich sicher, dass die „sehr große Außenbestuhlung“ des Goldenen Fässles dort künftig „sicher entzerren wird“. Dazu mahnte er „bessere Beschilderung“ und auch eine bessere Verkehrsüberwachung an. Helmut Berchtold (CSU) hatte eine „kurzzeitige Verbesserung“ nach dem Vorjahresbeschluss bemerkt, die sich mit Eröffnung des Goldenen Fässles allerdings auch „wieder deutlich verschlechtert“ habe, da viele Gäste bis vor die Türe fahren würden. 

Auch in der Zwingerstraße habe sich „nichts verbessert“, wo Autos von überall her – „das Navi macht’s möglich“ – parkten. Neben stärkerer Überwachung sah er vor allem Bedarf an einer „intensiven Beschilderung schon in der Linggstraße“, da die aktuelle sogar einen Ortskundigen wie ihn verwirre. „Abschleppen“ lautete das Abschreckungs-Zauberwort für Alexander Buck (CSU). „Die Schilder sind international bekannt“, sah Helmut Hitscherich (UB/ÖDP) hier ein ähnliches Problem wie in der Kronenstraße, „wo die Leute die Schilder auch angeblich nicht kennen“, und forderte regelmäßige Kontrollen. „Die Autofahrer tanzen uns teilweise auf der Nase herum“, weil die Verbote nicht umgesetzt würden. Auch ein Piktogramm auf der Straße, ähnlich dem in der Bahnhofstraße, nahm Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann als Anregung mit.

Christine Tröger

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