Autos locken Tausende

Von Krise keine Spur mehr: Vor allem Autos im höheren Preissegment erfreuten sich der Aufmerksamkeit der Besucher bei der Kemptener Autoausstellung. Foto: laz

Schön polierte Autos, so weit das Auge reicht – auch Bikes und Trikes mischten sich unter die schon traditionelle Autoausstellung in der Innenstadt. Unter Tausenden von Interessenten beschäftige auch Frauen die Frage, wie der nächste fahrbare Untersatz aussehen könnte.

Isolde Sonnenmeier aus Altusried hat da schon ganz konkrete Vorstellungen, was der Nachfolger ihres Polos (nach 60 000 Fahrkilometern will sie ihn verkaufen) vorweisen sollte: Fünftürig müsse der Neue auf jeden Fall sein, aber es gehe auch nicht ohne automatische Klimaregelung, beheizte Sitzflächen und eine hochwertige Musikanlage. Und auf einen großen, flexiblen Kofferraum kann Isolde schon gar nicht verzichten, weil sie als engagierte Heimwerkerin vom Baumarkt auch mal Sperriges abholen möchte. Da ist sie mit ihrem Freund Freddy Bahro aus Leutkirch ganz einer Meinung. Denn bei den hohen Handwerkerpreisen müsse man selber machen, was nur möglich sei, betont der 50-Jährige. Ein schwarzer, geräumiger Citroen sticht den beiden ins Auge. „Männer dürfen die technischen Eigenschaften aussuchen, Frauen bestimmen normalerweise das Design samt Farbe der Lackierung und der Sitzpolster“, verrät Jürgen Gast vom Audi-Zentrum. Natürlich sei ein beleuchteter Make-up-Spiegel auch wichtig, und Frauen legten Wert auf eine Sitzheizung, ergänzt der Auto-Experte. Allgemein würden Kunden zuerst nach dem Verbrauch und CO2-Ausstoss (wegen der Steuer) fragen, selbstverständlich spielten die Anschaffungskosten und auch das Raumangebot eine entscheidende Rolle, so Gast. Für Ludwig, ein nicht mehr ganz junger Buchenberger, ist der Stern auf der Haube entscheidend. „Nicht zum Angeben“, betont der Lebensgenießer. Nein, so ein Mercedes B sei einfach komfortabel und biete jede Menge Fahrspaß. Ludwig sitzt mit seiner Begleitung an einem der zahlreichen und gut besetzten Kaffeetische auf dem Rathausplatz und guckt nur sporadisch zu den Fahrzeugkolonnen auf die andere Seite hinüber: „Mein Auto ist erst ein Jahr alt, da gibt es keinen Handlungsbedarf“. Andere denken bei sehr angenehmen Frühlingstemperaturen schon an den nächsten Winter. Joe Graf, ein passionierter Kinderpfleger aus Wiggensbach, mustert beispielsweise einen Dacia. „Bei uns brauchst schon ein Fahrzeug mit mehr Bodenfreiheit“, erklärt er sein Interesse. Natürlich müsse der Preis stimmen, denn im pädagogischen Bereich verdiene man sich nun mal keine goldene Nase, schmunzelt der Kinderpfleger. Mitten in der Blechlawine des Residenzplatzes steht der ehemalige Rektor der Robert-Schumann-Schule, Klaus-Jürgen Bandmann. Einen Fiat Topolino aus den 50er-Jahren hat er da entdeckt. Ein schmuckes Stück mit 16,5 PS und 90 km/h Höchst-Leistung. Da kommt Bandmann mit dem Oldtimer-Experten Simon Lang ins Gespräch. Und siehe da, Lang entpuppt sich als früherer Schüler des pensionierten Rektors. Und überzieht den Pädagogen gleich mit einem Kompliment: „Ihr Geschichtsunterricht war einfach klasse“, lobt der Ex-Schüler. Wobei für Bandmann feststeht: „So eine Ausstellung ist auch immer ein interessanter Leutetreff.“ Und Neues in Sachen Auto könne man auch erkunden, ohne x Autohäuser anfahren zu müssen, lobt Bandmann die Ausstellungs-Idee. Ob er auch noch die zahlreichen Kunststücken der Trial School Kempten gesehen hat? Die Biker Leo Braun (Radboutique Willi Koller) und Thomas Bilgri (Trial-Landestrainer) zeigten vor großer Kulisse neben dem Mühlrad, was sie so alles drauf haben.

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