Bäumchen grüßt vom Hospiz

Das Projekt Neubau Allgäu Hospiz feiert großes Richtfest

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Alexander Schwägerl, Geschäftsführer der Allgäu Hospiz ­GmbH; Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau Kempten Wohnungs- und Städtebau GmbH und Hospizvereinsvorsitzender und dritter Bürgermeister Josef Mayr sind zuversichtlich, den Zeitplan auch weiterhin einhalten zu können und mit dem Hospizneubau Ende 2019 fertig sein zu können.

Kempten – Das ambitionierte Ziel, Richtfest Ende 2018 zu feiern, konnte durch das Engagement und die hervorragende Unterstützung aller Beteiligten gut erreicht werden. Bei trockenem Wetter wurde am Freitag das Richtfest für den erweiterten Neubau des Allgäu Hospiz in der Madlenerstraße gefeiert.

Bürgermeister Josef Mayr, Vorsitzender des Hospizverein Kempten-Oberallgäu, eröffnete das Richtfest für das neue Allgäu Hospiz mit einem herzlichen Vergelt‘s Gott an die zahlreichen Unterstützer, Förderer, Spender, Mitwirkenden und Planungspartner. Zweite Bürgermeisterin Sibylle Knott überbrachte die Glückwünsche der Stadt Kempten und bedankte sich bei allen Beteiligten.

Nicht nur der Zeitplan, sondern auch der Finanzplan mit einer Investitionssumme von 6,9 Millionen Euro konnte bis dato eingehalten werden. Der Rohbau des Gebäudes ist fertiggestellt, der Dachstuhl errichtet, zwei Drittel davon sind bereits abgedichtet und auch die ersten Fenster wurden schon eingebaut. Der Bau sei bisher unfallfrei, ohne Unterbrechungen oder unliebsamen Überraschungen verlaufen. So konnte das Richtfest nach altem Brauch, der sich bereits im 14. Jahrhundert nachweisen lässt, gefeiert werden. Der Dachstuhl wurde mit dem Richtbaum geschmückt. Der Richtspruch, der um Gottes Segen für den Hospiz-Neubau, für alle mit dem Hospiz verbundenen Menschen und auch für das Handwerk bittet, wurde durch einen der vier Zimmerleute vorgetragen. Der Redner trank dann auf das Wohl des Hausbesitzers und warf das Glas vom Dach. Es zersprang, dass bedeutet „alles wird gut“. So kann jetzt die Winterzeit für den Ausbau des Innen- und Außenbereiches genutzt werden. Alexander Schwägerl, Geschäftsführer der Allgäu Hospiz ­GmbH ist zuversichtlich, wie geplant, Ende 2019 in das neue Gebäude einziehen zu können.

Der Hospizverein Kempten Oberallgäu e.V. ist zusammen mit dem Bayerischen Roten Kreuz Kempten-Oberallgäu Träger des stationären Hospiz. Es wurde im Oktober 2003 mit acht Plätzen für Gäste in der Madlenerstraße eröffnet. Durch die demografische Entwicklung hat sich der Bedarf seit 2015 verändert. Im Jahr 2015 konnten 39 Gäste wegen Platzmangels nicht aufgenommen werden, 2016 waren es bereits 113 Menschen und 2017 fanden 119 Patienten keine Aufnahme. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, war es notwendig, das bestehende Hospiz auszubauen. Vor fünf Jahren fiel dann die Entscheidung, eine Erweiterung auf zwölf Einzelzimmer vorzunehmen, mit der Option auf weitere zusätzliche vier Plätze. Anfang Juli 2018 wurde der Grundstein für das neue Gebäude gelegt.

Das Hospiz sieht seine Aufgabe darin, jedem Gast ausreichend Zeit und Zuwendung zu geben, den unheilbar kranken und sterbenden Menschen bis zuletzt ein möglichst schmerzfreies und würdiges Leben zu erhalten. Mit dem erweiterten Neubau des Allgäu Hospiz soll ein Meilenstein der Menschlichkeit gelingen. Über 120 ehrenamtliche Hospizbegleiter leisten eine hervorragende Arbeit. Durch die kräftige Unterstützung ist mittlerweile das Hospizwesen im Land und der Region angekommen. „Wir sprechen von einer Million Euro ehrenamtlicher Spendenleistung“, so Schwägerl.

Herbert Singer, Geschäftsleiter der Sozialbau; gab einen kurzen Überblick zur Entstehung des Projektes. Auch aus seiner Sicht war eine Hospizerweiterung zwingend notwendig, aufgrund der Bedarfsentwicklung der letzten Jahre. Die Sozialbau als Wohnungsbauunternehmen war von Anfang an federführend dabei. Mit Beginn der Realisierung im Jahr 2017 wurde die Bauherrschaft auf den Hospizverein und die Allgäu Hospiz GmbH übertragen, Projektkoordination und -steuerung erfolgte weiterhin durch die Sozialbau. Die Planungskosten in Höhe von 150.000 Euro wurden durch die Sozialbau gespendet. Stephan Walter, Architekturbüro F64 Architekten und Bauherr Alexander Schwägerl berücksichtigten bei der Planung des Hospizgebäudes den Herbergsgedanken, die Gastfreundschaft und auch das Leitbild des Allgäu Hospiz: „Ein Lebensraum, der durch die Beziehung der Mitarbeiter, der Gäste und der Angehörigen geprägt wird.“ Das neue Gebäude wurde so konzipiert, dass im Süden die 16 geräumigen Gästezimmer mit Loggia und direktem Zugang in das Atrium untergebracht werden. Für den Innenausbau der Zimmer kommen nur hochwertige Materialien zum Einsatz. Die Kosten dafür übernehmen komplett die Service Clubs Kempten und Oberallgäu, in einer Art Patenschaft.

Im Eingangsbereich soll ein Raum der Stille zum Verweilen einladen, einfühlsam gestaltet. Im Erdgeschoss werden zentral der Pflegestützpunkt sowie Büroräume für die Mitarbeiter/innen der Verwaltung, Leitung und Geschäftsführung untergebracht sein. Im Obergeschoss werden die Räume des Hospizvereins und ein Seminarraum für Aus- und Fortbildungen für etwa 50 Seminarteilnehmer liegen. Nach dem offiziellen Teil, den Bürgermeister Josef Mayr nochmals mit einem herzlichen Vergelt‘s Gott beendete, war noch Zeit für Gespräche und einer Brotzeit.

Christine Reder

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