Kreisstraße soll sicherer werden

Eine Lösung ist in Sicht

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Der Abstand zwischen den Gleisen und der Einmündung in die Kreisstraße (rechts, Blickrichtung Heising) ist für lange LKW zu kurz. Die geplante langgezogene Brücke würde sowohl diesen Gefahrenpunkt, als auch den weiter südlich gelegenen Bahnübergang überflüssig machen.

Dietmannsried/Heising – Die beiden unfallgefährlichen Bahnübergänge an der Kreisstraße OA 19 zwischen Heising und Dietmannsried könnten in absehbarer Zeit Geschichte sein. Der Bauausschuss des Landkreises hat mit Vorplanungen begonnen, die Kreisstraße an dieser Stelle über eine Bahnbrücke zu leiten.

Im Idealfall könnte dabei auch der lang ersehnte Geh- und Radweg zwischen den beiden Gemeinden realisiert werden.

Die beiden Bahnübergänge befinden sich am nördlichen Ortsausgang von Heising sowie wenige Hundert Meter weiter nördlich, an der Abzweigung Richtung Haldenwang. Hier kam 2005 ein Lokführer ums Leben, als sein Zug auf ein Asphaltierfahrzeug prallte, das bei geschlossener Schranke noch auf den Gleisen stand. Die Bahn hat in diesem Abschnitt inzwischen eine Langsamfahrstrecke eingerichtet. „Das Problem an dieser Stelle ist, dass der Abstand zwischen Bahnübergang und Kreisstraße so kurz ist, dass Lastwagen mit einer Gesamtlänge von mehr als 15 Metern, die an der Einfahrt zur OA19 warten müssen, mit dem hinteren Fahrzeugteil auf dem Gleisen stehen bzw. in Richtung Haldenwang bei geschlossener Schranke in die Kreisstraße ragen“, erläutert Christoph Wipper vom Kreis-Tiefbauamt.

Landkreis hilft

Laut Beschilderung werden lange LKW, die aus dem Gewerbegebiet Pfaffental kommen, durch den Ortskern von Haldenwang und über Probstried auf die A7 geleitet. Leider halten sich einige Fahrer nicht daran, sodass es immer wieder zu brenzligen Situationen kommen kann. Gemäß einer Vorgabe des Eisenbahn-Bundes- amts muss die Bahn bis 2017 eine Lösung für die Gefahrenstelle finden. Nun will der Landkreis helfend eingreifen und Hand in Hand mit allen Betroffenen ein Gesamtpaket schnüren, das dem gesamten Problemspektrum Abhilfe schafft.

Eine Vorplanung sieht vor, eine langgezogene Brücke zu bauen, die, beginnend am Ortsausgang Heising die Bahngleise überspannt und nördlich des Bahnübergangs Richtung Haldenwang endet. Dies wäre die Chance, auch den längst überfälligen Radweg zwischen Heising und Dietmannsried zu verwirklichen (Radler, die sich auf diese Schnellfahr-Strecke wagen, schweben derzeit in akuter Lebensgefahr). Somit wäre sowohl Auto- und Brummifahrern, als auch Radlern und Fußgängern geholfen. Auch für die Bahn ergäben sich Vorteile: Die Gefahrenstelle wäre behoben, die Langsamfahrstrecke könnte aufgehoben und somit die Fahrtzeiten verkürzt werden.

Vorplanung vorgestellt

Am Mittwoch vergangener Woche wurde die Vorplanung den Mitgliedern des Bauausschusses sowie den Bürgermeistern von Dietmannsried (auf dessen Gemarkung sich der nördliche Bahnübergang befindet), Haldenwang und Lauben-Heising vor Ort vorgestellt. Nachdem der Kreisbauausschuss grünes Licht gegeben hat, kann nun die konkrete Planung beginnen. Diese umfasst zunächst Vermessungsarbeiten, sowie Gespräche mit der Bahn, den Gemeinden, den Grundstückseigentümern und dem Naturschutz. Der Landkreis will die Maßnahme federführend vorantreiben. Die Finanzierung des aufwändigen, von Landrat Toni Klotz auf acht bis zehn Millionen Euro geschätzten Projektes muss noch geklärt werden. „In vergleichbaren Fällen trugen der Bund, die Bahn und der Landkreis jeweils ein Drittel der Kosten. Der Kreis kann dabei Fördermittel in Höhe von 60 bis 65 Prozent beantragen“, so Wipper. „Dadurch könnten wir dieses wichtige Thema in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen umsetzen.“

Dietmannsrieds Bürgermeister Werner Endres erklärte auf Nachfrage des Kreisboten, die Marktgemeinde sei „sehr bestrebt“, im Zuge der Maßnahme den schon lange anvisierten Lückenschluss im Radwegenetz zwischen Dietmannsried und Heising zu verwirklichen. Durch die Brückenlösung wäre sogar ein Verlauf entlang der Kreisstraße ohne Umwege möglich.

Auch Haldenwangs Rathauschef Josef Wölfle äußerte sich den Plänen gegenüber sehr positiv. Der durch den Ort rollende Schwerlastverkehr sei eine Belastung für das Dorf, die dann weitgehend reduziert werden könne. Wichtig sei es ihm, den bereits bestehenden Radweg aus Richtung Haldenwang „sauber anzubinden“.

Berthold Ziegler, der Bürgermeister von Lauben-Heising war bis Redaktionsschluss leider nicht für ein Statement zu erreichen. Aufgrund des benötigten langen Vorlaufs ist nach Einschätzung Christoph Wippers frühestens 2017 mit dem Baubeginn zu rechnen.

Sabine Stodal

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