"Visitenkarte" der Stadt

Projektgruppe Mobilität präsentiert Verbesserungsvorschläge für Bahnhofsvorplatz

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Große Mühe gaben sich (v.l.) Manuel Rodriguez, Inklusionsbeauftragter PRO BAHN, Reinhard Grünes, Sprecher der Projektgruppe „Mobilität“, Jürgen Vögele, Regionalgruppenleiter PRO BAHN, und Bahnfachmann Heinz Kiebler mit der Ausgestaltung eines Übersichtsplans zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, den sie vergangene Woche OB Kiechle überreichten.

Kempten – „Ein Bahnhof mit seinem Vorplatz ist die Visitenkarte einer Stadt“, befindet Reinhard Grünes, Sprecher der Projektgruppe „Mobilitität“, die sich im Zuge des Mobilitätskonzepts 2030 aus Ehrenamtlichen gebildet hatte.

Im Jahr 1970 erhielt Kempten seinen neuen ausgelagerten Bahnhof mit überdachten Bushaltestellen. Heute ist die Überdachung nebst Begrünung verschwunden und der Bahnhofsvorplatz verlangt auch wegen anderen Unpässlichkeiten einer Erneuerung.

Die Projektgruppe, vertreten durch ihren Sprecher Reinhard Grünes, dem Regionalgruppenleiter Allgäu von PRO BAHN Jürgen Vögele, dem Inklusionsbeauftragten PRO BAHN Manuel Rodriguez und dem Bahnfachmann Heinz Kiebler, übergab in der vergangenen Woche eine Liste von Verbesserungsvorschlägen zur geplanten Neugestaltung des Bahnofsvorplatzes an Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Im Anschluss waren die Herren eingeladen vor Markus Wiedemann, Amtsleiter Tiefbau und Verkehr, Tim Koemstedt, Referent für Planen, Bauen und Verkehr, und Helmut Berchtold, Stadtrat und Busunternehmer, ihre Ideen und Vorschläge auszuführen.

Schöner, moderner, bequemer

Kernpunkte des Vorschlags der Projektgruppe „Mobiltät“ ist eine bessere Verkehrsleitung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer ÖPNV, Motorisierter Individualverkehr (MIV), Radfahrer und Fußgänger im Bereich des Bahnhofsvorplatz mit seinen Parkplätzen, Haltestellen und -Buchten. Die Projektgruppe schlägt vor, die Bushaltestellen direkt in die erste Fahrbahn vor den Hauptbahnhof vorzuverlegen. Die bestehende Taxistellfläche wird nach Norden verschoben. Auch soll es weiterhin eine Haltemöglichkeit für Kurzzeitparker geben. „Wünschenswert“, so Grünes, „wäre es die Bushaltestellen zu überdachen“. Ebenso dringlich wird empfohlen den derzeitigen Abstellplatz für Räder zu erneuern. „Eine überdachte Radgarage mit abschließbaren Radboxen ist in anderen Städten erfolgreich realisiert worden“, sagt Grünes. Direkt im Ein- und Ausgangsbereich des Bahnhofs soll ein Infopunkt für fremde Besucher der Stadt entstehen. Manuel Rodriguez, Inklusionsbeauftragter von PRO BAHN, wünscht sich mehr visuelle Informationen über An- und Abfahrten von Bus und Bahn und hätte diese auch im Hinblick auf Sehbehinderte gerne in akustischer Form. Alle Mitglieder der Projektgruppe wünschten sich zudem mehr Begrünung im Bereich des Bahnhofsvorplatzes. Etwaige Kosten für eine Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes müssten von der Stadt getragen werden, Möglichkeiten der Bezuschussung über Städtebauförderprogramme wären denkbar.

Erinnerungsstütze

OB Kiechle und die anderen Gesprächsteilnehmer bedankten sich für die Vorschläge der Projektgruppe und lobten die professionelle Realisierung (siehe Plan). Wiedemann sieht die Erneuerung des Bahnhofsvorplatzes als Teil verkehrsübergreifender Maßnahmen und möchte vor allem die Barrierefreiheit forcieren. „Laut DB werde wohl zeitnah die Barrierefreiheit im Innenbereich des Hauptbahnhofs Kempten verbessert“, so Wiedemann. Koemstedt mahnte ein verbessertes, bequemeres Umsteigen von Bus und Bahn an und CSU-Stadtrat Helmut Berchtold, Mitglied des Aufsichtrates der mona Verkehrsbetriebe, sprach über die „Arbeitsgruppe Fahrplan“, die sich bei der mona zeitnah mit der Verbesserung der Verbindungen vom Bahnhof in Richtung ZUM und in die Stadtteile auseinandersetzen wird. „Ergebnisse sind hier spätestens Ende des Jahres zu erwarten“, so Berchtold. Kiechle bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement der Projektgruppe und betrachtet deren Ergebnis als Erinnerungsstütze an das Umsetzen der im Mobiltätskonzept 2030 festgelegten Ziele.

Jörg Spielberg

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