Ab Sonntag Bahnstrecke Immenstadt – Oberstaufen wieder geöffnet

Freie Fahrt im Oberstaufen-Tunnel

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Nach der Umstellung des aktuellen DB-Fahrplans noch im Dezember, wird es den Zügen möglich sein mit bis zu 80 km/h durch den sanierten Oberstaufen-Tunnel zu fahren.

Landkreis – Die Topographie des Allgäus verlangt gelegentlich den Bau eines Tunnels. Im Jahre 1853 wurde der Oberstaufen-Tunnel auf der Strecke zwischen Lindau am Bodensee und Buchloe im Ostallgäu in Betrieb genommen. Bis heute blieb dieser der einzige Eisenbahntunnel des Allgäus. Seit dieser Zeit verbindet diese zweigleisige 123 Meter lange Röhre die Orte Immenstadt und Oberstaufen. Heute fahren täglich rund 52 Züge durch den Eisenbahntunnel im Oberallgäu.

Nach rund 160 Jahren hatte das Bauwerk, das stark unter Umwelteinflüssen wie Tropfwasser und Froststellen zu leiden hatte, eine Generalsanierung nötig. Daher wurde heuer der Oberstaufen-Tunnel im April für den Bahnbetrieb gesperrt und von Grund auf saniert. Im Inneren erhielt er eine neue Betonschale. Mittels Sprengungen wurde er verbreitet, wodurch der Abstand zwischen den Gleisen auf 3,70 Meter erhöht werden konnte. Zusätzlich zur Verbreiterungsmaßnahme wurde der Tunnel an beiden Seiten verlängert. Neue Stützwände sorgen an Stelle der alten Tunnelportale nun für ausreichend Schutz gegen Steinschlag.

Neuer Tunnel spart Zeit

Durch die Modernisierungsmaßnahmen ist es den Zügen fortan möglich, den Tunnel mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h zu durchfahren, gegenüber einer bisher möglichen Höchstgeschwindigkeit von nur 30 km/h. Zudem können auf der Strecke auch die Doppelstockwagen der DB und Züge mit Neigetechnik eingesetzt werden.

Im Zuge der monatelangen Sanierungsmaßnahmen wurde das Portal in Oberstaufen mit einer Imitatnatursteinverkleidung aus Beton aufgehübscht. Im Bereich der Haltestation Oberstaufen wurden zusätzliche Weichen eingebaut, die eine fexiblere Betriebsführung auf der Strecke Buchloe-Lindau möglich machen. Durch diese und andere Erweiterungsmaßnahmen wird nun aus der reinen Haltestation Oberstaufen der Bahnhof Oberstaufen.

Finanziell schlug die Sanierung des Oberstaufen-Tunnels mit 25 Millionen Euro zu Buche. Das waren Gründe genug, kurz vor Fertigstellung aller Maßnahmen die politische Prominenz des Allgäus, Verantwortliche und Beteiligte der Sanierung gemeinsam mit Vertretern der Presse am Mittwochnachmittag zu einer feierlichen Eröffnungsfahrt von Kempten nach Oberstaufen einzuladen. Der Vorweihnachtszeit angemessen, wurde den Gästen der Eröffnungsfahrt zu den Reden von Stefan Schell, Leiter des Sachgebietes IIE3 Schieneninfrastruktur und Eisenbahnwesen im Bayerischen Verkehrsministeriums, Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Landrat Anton Klotz und des ersten Bürgermeisters von Oberstaufen, Martin Beckel, Glühwein, Punsch, Butterbrezen und Gebäck gereicht. Der Leiter der Produktionsdurchführung Augsburg, Jan Petrat, erläuterte während der Hinfahrt den eingeladenen Gästen der Bahn Hintergründe zur Sanierung des Oberstaufen-Tunnels.

Alle haben einen Nutzen

In zukünftigen „Bahnhof“ Oberstaufen angekommen, wurden die rund 60 Teilnehmer der Eröffnungsfahrt durch zünftige Klänge der Blasmusik Oberstaufen begrüßt. Anschließend weihten die beiden Pfarrer Johannes Netzer (röm.-kath.) und Frank Wagner (evang.-lutherisch) aus Oberstaufen mit einer kleinen Andacht direkt am Oberstaufener Portal den neuen Tunnel ein und schenkten dem Bauwerk Gottes Segen. Die Geschäftsstellenleiterin DB Regio Allgäu, Bärbel Fuchs, fügte zur feierlichen Eröffnung des Oberstaufentunnels hinzu: „Die lange Zeit des Fahrens mit Ersatzbussen ist nun vorbei. Wir danken den Bahnreisenden und Anwohnern für das Verständnis und die Geduld. Nun haben wir eine leistungsfähige Bahnstrecke, die fit ist für die kommenden Jahrzehnte und von der alle Bahnkunden einen Nutzen haben.“

Jörg Spielberg

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