Immer wieder auf der Agenda

Bahnübergänge bald Geschichte: Gefahrenpunkte zwischen Heising und Dietmannsried werden beseitigt 

Bahnübergang am nördlichen Ortsausgang von Heising.
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Der Bahnübergang am nördlichen Ortsausgang von Heising soll durch eine Brücke für den Straßenverkehr überspannt werden.

Haldenwang/Dietmannsried/Heising – Die beiden Bahnübergänge entlang der Kreisstraße OA 19 nördlich von Heising sollen in wenigen Jahren der Geschichte angehören. Vertreter des Landratsamts Oberallgäu sowie des beteiligten Planungsbüros präsentieren derzeit in den Gemeinderatssitzungen der betroffenen Gemeinden Haldenwang, Dietmannsried und Lauben/Heising eine mögliche neue Lösung, die eine Bahn- und eine Straßenunterführung vorsieht.

Das Thema ist seit Jahren immer wieder auf der Agenda. Im Jahr 2014 wurde die Neugestaltung des Bereichs eingehend diskutiert. Damals fanden Ortsbegehungen durch den Kreisbauausschuss statt, Pläne und grobe Kostenschätzungen standen im Raum. Danach wurde es lange Zeit still um das Millionenprojekt entlang der Kreisstraße OA 19. In dieser Woche stellten Kreistiefbauamtsleiter Christoph Wipper und Michele Mongella vom Planungsbüro WipflerPlan (Marktoberdorf) im Rahmen der Gemeinderatssitzung in Haldenwang die aktuellen Planungen vor.

Der jetzigen Planungsvariante zufolge soll der Bahnübergang am nördlichen Ortsausgang von Heising sowie der wenige hundert Meter nördlich davon gelegene Bahnübergang an der Abzweigung von der OA 19 Richtung Unterwengen/Maha/Haldenwang aufgelöst werden. „Aufgrund des neuen Eisenbahnkreuzungsgesetzes ist der Bahn sehr daran gelegen, Bahnübergänge zeitnah abzubauen“, erklärte Wipper. Die aktuell favorisierte Lösung sieht vor, den Straßenverkehr am erstgenannten Übergang mittels einer Brücke über die Gleise zu führen. Zur Ersetzung des zweiten Übergangs ist eine Straßenunterführung geplant, die Eigentum der Bahn sein wird. Sie wird mit einer Höhe von 4,5 Metern auch den Ansprüchen des Schwerlastverkehrs gerecht. Der bestehende Geh- und Radweg aus Heising soll aufgegriffen und in Richtung Dietmannsried weitergeführt werden. Da der Geh- und Radweg aus Dietmannsried (ab Kreisverkehr Wertstoffhof bis zum Anwesen Kassier) bereits 2021 gebaut wird, wird somit der lang ersehnte Lückenschluss der Geh- und Radwegeverbindung zwischen den beiden Gemeinden umgesetzt. Wo genau sich die beiden Bushaltestellen (jetzt in Höhe Kassier) künftig befinden werden, ist noch nicht im Detail geklärt.

Im Gespräch ist eine Verschiebung Richtung Einmündung Winklerstraße. Die aktuelle Planung sei eine sehr flächensparende Lösung bei der die Sichtweiten „um Welten besser“ seien und bei der auch der Schutz der beiden karierten Biotope berücksichtigt werde, betonte Christoph Wipper. „Hier werden wir einen Eingriff tunlichst vermeiden.“ Das Kostenvolumen der Gesamtmaßnahme beläuft sich laut derzeitigem Planungsstand auf 7,5 Millionen Euro. Kostenträger sind die Bahn (ein Drittel, entspricht 2,5 Millionen), der Bund (50 Prozent, entspricht 3,75 Millionen) und der Freistaat Bayern (ein Sechstel, entspr. 1,25 Millionen). Der Landkreis Oberallgäu wird das Projekt vorfinanzieren.

Nach Weihnachten sollen die Grundstücksverhandlungen beginnen. Diese waren in der Vergangenheit stets erfolglos verlaufen. „Wir haben die jetzige Variante bereits fast allen betroffenen Grundstückseigentümern gezeigt“, so Wipper. „Ein großes Problem war bislang immer die Durchschneidung der landwirtschaftlichen Flächen. Dafür haben wir aus unserer Sicht mit dieser Variante nun eine gute Lösung gefunden.“ Als Baubeginn ist Ende 2022/23 anvisiert, die Fertigstellung könne dann im Jahr 2024 erfolgen. Die Anbindung des Gewerbegebietes Pfaffental an die Autobahn werde deutlich verbessert, lobte Haldenwangs Bürgermeister Josef Wölfle. „Wir Haldenwanger erwarten uns von der Lösung eine deutliche Entlastung vom Schwerlastverkehr.“

Sabine Stodal

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