Bald gibts eigenen Honig

Mit Stockmeißel und Smoker werden die verschlossenen Waben von Nicole Rosner und Mieke van Horne (ohne Schutzkleidung) aus den Beuten gehoben. Dann können die einzelnen Waben herausgenommen und begutachtet werden. Parallel dazu pusten Peter und Emmanuel mit den Rauchkännchen Rauch in den Stock. Fotos: moriprint

„Imkern entschleunigt.“ Nicole Rosner und Mieke van Horne haben diese Erfahrung für sich und ihre Mitarbeiter in dem neuen Arbeitsprojekt der Allgäuer Werkstätten GmbH (AW) festgestellt, bei dem sie aktuell zwischen 50 000 und 60 000 fleißige Bienen betreuen. Dass beim Umgang mit Bienenstöcken nichts auf die Schnelle geht, war schon absehbar, als die beiden Gruppenleiterinnen in der Montageabteilung der Werkstatt für Menschen mit Behinderung vorher beim Dietmannsrieder Imkerverein ein „Imker-Probejahr“ absolvierten und zudem an einer Fortbildung in Kleinkemnat (bei Kaufbeuren) teilnahmen.

Schutzkleidung ist für Martin, Edi, Peter und Emmanuel ein „Muss“ und so ist ihre erste Amtshandlung am Imkerplatz das Anziehen der Imkerbluse mit Hut und Schleier. Die langen Handschuhe vervollständigen den Schutz vor unge- wollten Bienenbesuchen. Dann beginnen Emmanuel und Peter mit dem Räuchern, denn durch den Duft beziehungsweise Rauch aus Heublüte oder Lavendel werden die Bienen in den Stock getrieben. Der Rauch beruhigt sie auch. Dadurch kann man ungestörter die einzelnen Waben anschauen. Das sogenannte Bienenflüchten ermöglicht die Kontrolle des Bienenstockes mit den einzelnen Waben. „Ich hab keine Angst“, ist Emmanuel begeistert von seiner neuen Aufgabe. Peter erzählt: „Man darf nie in der Einflugschneise zum Bienenstock stehen. Sonst verwehrt man den Tieren den Zugang und das können sie nicht leiden.“ „Imkern ist eine Wissenschaft für sich. Wir stehen da ganz am Anfang“, erzählt Nicole Rosner. Sie ist dankbar, dass sie immer wieder auf Rat und Hilfe des Dietmannsrieder Imkervereins setzen darf. Drei Bienenvölker nennt die Allgäuer Werkstätten GmbH inzwischen ihr Eigen. Stolz ist die Imkergruppe, dass sie alle drei Völker gut durch den Winter gebracht hat. Von der Stadt Kempten hat die Werkstatt ganz in der Nähe der Zeppelinstraße ein kleines Areal zur Verfügung gestellt bekommen. Vom Veterinär-amt sind die Bienenvölker mit einer Betriebsnummer versehen worden. Wöchentliche Kontrolle Aktuell besucht das Imkerteam einmal in der Woche seine Bienenvölker und kontrolliert den Bestand. Dabei geht es zum einem um die Fortschritte bei der Honigherstellung, aber auch um die Eiablagerungen der Königin und die Gefährdung durch die „Varroamilbe“, einem Parasiten. Rosner vergleicht das in der Erklärung an die Mitarbeiter mit Behinderung mit einer Art „Zecke, die die Bienen aussaugt und schwächt“. Beim aktuellen Kontrollbesuch hat das AW-Imkerteam bereits erste Honigablagerungen ausgemacht. „Wenn das so weitergeht, können wir Ende Mai, Anfang Juni unse- ren ersten eigenen Honig herstellen.“ Vom Equipment ist das Team bereits gut aufgestellt. Einzig eine Schleuder fehlt noch. Werkstattleiter und Prokurist Karl-Heinz Häfele ist selbst ganz begeistert von dem neuen Projekt. „So hab ich auf einen Schlag 60 000 fleißige Mitarbeiterinnen mehr bekommen…“

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