Barrieren überwinden

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Mit diesen Worten eröffnete OB Ulrich Netzer (CSU) seine Ansprache anlässlich der Sprachberater-Zertifikat-Übergabe vergangene Woche in der Schrannenhalle.

Sprache sei die Schlüsselqualifikation beim Bildungs- und Entwicklungsprozess eines jeden Menschen, betonte Reinhold Scharpf vom Verein für Körperbehinderte. „Alle Menschen und jedes Kind hat seinen Platz innerhalb unserer Gesellschaft“, so Scharpf. Sprache und Kommunikation sei hier ein wesentliches Mittel, sich zu verständigen, seine Bedürfnisse zu äußern, den anderen zu verstehen und so teilzuhaben. Daher unterstütze der Verein für Körperbehinderte das Projekt des Staatsministeriums, welches die Fortbildung der Sprachberaterinnen ermöglicht hat. Auch OB Netzer betonte die Wichtigkeit, Kinder unabhängig von der sozialen, kulturellen und sprachlichen Herkunft professionell zu fördern. Es müsse uns alle Anstrengung wert sein, den hier lebenden Kindern mehr Chancen zur Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Der sichere Umgang mit der deutschen Sprache sei dabei ein Garant für die spätere schulische als auch berufliche Bildung. Das „Wohlfühlen“ in der erlernten Sprache sei eine Grundlage für die Persönlichkeitsentwicklung. Passgenaues Konzept Die Sprachberaterinnen von Kindertagesstätten St. Franziskus, Bavaria, Oberlinhaus, Christi Himmelfahrt, Im Wiesengrund, Markuskindergarten, Matthäuskindergarten und Regenbogenhaus haben sich in mehreren Modulen speziell schulen lassen, um dem pädagogischen Personal in Kindertagesstätten erweiterte Kenntnisse über die Sprachförderung zu vermitteln. Ziel war, ein für die Einrichtungen maßgeschneidertes Konzept zu liefern. Sprachberatung soll „Sprache und Literacy“ als Prinzip im pädagogischen Alltag verankern. Das pädagogische Personal soll gestärkt werden, damit Auffälligkeiten bei Kindern frühzeitig erkannt und passende Hilfemaßnahmen eingeleitet werden können. Eltern würden auch in das Programm mit einbezogen und erfahren eine individuelle Beratung und Unterstützung, führte Netzer aus. Heidrun Brinkmann und Andrea Dröbner haben das Projekt begleitet und bestätigten erste positive Rückmeldungen. Vor allem das Bewusstsein für die Sprache und deren Bedeutung hätten sich in den Einrichtungen nochmals verbessert und positiv verändert. Seit 2008 wurden in Kempten und dem Landkreis 19 Teams im Rahmen des Projektes begleitet. Insgesamt haben bisher rund 150 pädagogische Fachkräfte an der Fortbildung und Beratung innerhalb des Projektes teilgenommen. Neben dem Verein für Körperbehinderte wird das Projekt auch vom evangelischen Kita-Verband mit unterstützt. Dieser hat bisher 33 Sprachberaterinnen und etwa 300 Einrichtungen begleitet.

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