Happy End in Sicht

Bauantrag für Gewerbe- und Wohnbebauung fürs "Große Loch" ist für Ende Mai geplant

Kempten – Allzu viel hatten die Gestaltungsbeiräte am Bauvorhaben für das „Große Loch“ nun nicht mehr auszusetzen. Vielmehr wurde es bei der Sitzung vergangenen Mittwoch insgesamt für gut befunden.

„Das Haus hat jetzt hier ein Standing an diesem Platz“, sagte Gestaltungsbeiratsvorsitzender Werner Binotto. Lediglich „zwei, drei Themen“ sollen noch verbessert werden, die das Projekt jetzt aber „nicht mehr erschüttern“, wie Binotto die anwesenden Vertreter der City-Wohnen-Kempten GmbH B27 (eine Investorengemeinschaft bestehend aus der Aalener Nowinta Bau GmbH und der Leonberger Doma GmbH) sowie dem Architekten Joachim Reinheimer gleich beruhigte. Ein Thema ist der Sockel, den nach Ansicht des Gremiums „die hohen Vertikalfenster zerschneiden“. 

Zudem mache der jetzt vorgelagerte Grünstreifen hier „keinen Sinn“. Besser soll der Gehsteig bis an die Fassade heranreichen. Auch die Ecke mit dem Haupteingang gegenüber dem Haus Kronprinz wurde als zentrales Element als „ein bisschen dünn“ gesehen. Statt der drei unterschiedlichen Fensterarten an den Außenfassaden regte das Fachgremium an, nur eine Fensterart zu wählen, wie an der Fassade im Innenhof, die dadurch sehr rhythmisch und ruhig wirke. Und schließlich der Gebäudeabschluss, bei dem die geplante Dachbegrünung zwar begrüßt wurde. Aber der doch recht große Gebäudekubus brauche „einen markanteren Abschluss“, zum Beispiel statt einen aus Blech einen aus Beton. Insgesamt sah Reinheimer, der mit den unterschiedlichen Fenstern neben der vertikalen auch eine horizontale Struktur erkennbar machen wolle, in den Änderungswünschen kein Problem. Wie er erklärte, ist der Grundgedanke hinter seinem Fassadenkonzept mit wenigen Elementen eine Rhythmisierung zu erreichen. Die Ostansicht zeigt beispielsweise unten jeweils zwei paarweise langgezogene Vertikalfenster, darüber vier kleine quadratische zu einem großen Quadrat angeordnet und darüber ein großes quadratisches Fenster. 

Diese Reihe wiederholt sich über die gesamte Front. Ein „bisschen Bewegung“ könnten perforierte Klappläden bringen. Bereits seit April 2018 sind Investoren und Gestaltungsbeirat, vor allem wegen des Volumens, das laut Binotto „jetzt stimmig ist“, im Gespräch, um das „große Loch“ endlich Geschichte werden zu lassen. Wie der Kreisbote berichtete, sollen dort 170 bis 180 Mikroappartements und Studentenwohnungen entstehen, darunter zwei rollstuhlgerechte Appartements. Wie Tanja Gaudig, Geschäftsführerin der Doma GmbH, eingangs erläuterte, habe man von der Sozialbau angrenzende Grundstücke erwerben können, so dass die vorhandenen „relativ großen Baulücken“ geschlossen werden könnten und auch der Tiefgaragenbau möglich sei. Im Untergeschoss auf Höhe Mozartstraße – der Haupteingang soll an der Ecke liegen – sind Gewerbeflächen, ein Conciergeservice und Gemeinschaftsräume, unter anderem ein Fitnessraum und eine Learning-Lounge geplant. Sowohl auf dem Flachdach als auch im Innenbereich mit Terrassen ist viel Grün angedacht. Laut Investoren sollen alle Wohneinheiten voll möbliert werden und über eine hauseigene App für die Mieter unkompliziert zusätzliche Services wie Zimmerreinigung gebucht werden können. Die Bauvoranfrage wurde bereits eingereicht, die Entwurfsplanung ist in der finalen Phase, wie es hieß. Der Bauantrag soll bereits Ende Mai eingereicht werden. Die finale Fassadengestaltung möchte der Gestaltungsbeirat zuvor nochmals zur Begutachtung vorgelegt bekommen. 

Christine Tröger

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