LandLuft und architekturforum allgäu vergeben den Baukulturgemeinde-Preis

Auszeichnung für vier Allgäuer Gemeinden

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Mit dem Baukulturgemeinde-Preis wurden die Gemeinden Irsee, Holzgünz und Wolfertschwenden ausgezeichnet. Memmingen wurde als Stadt mit dem Sonderpreis für Innenstadtentwicklung geehrt.

Wildpoldsried – Zum dritten Mal hat die österreichische Initiative LandLuft, ein Verein für Baukultur und Kommunikation in ländlichen Räumen, den LandLuft-Baukulturgemeinde-Preis vergeben. Und zum ersten Mal ist aus dieser Idee eine grenzüberschreitende Aktion geworden. Zusammen mit dem „architekturforum allgäu“ wurden am vergangenen Freitag vier Allgäuer Gemeinden für ihre Bemühungen um Baukultur und Lebensqualität auf dem Land ausgezeichnet.

Im Jahr 2009 wurde der Baukulturgemeinde-Preis zum ersten Mal ausgelobt. Mit diesem Preis sollen Kommunen ausgezeichnet werden, die sich für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinde, für den Erhalt kulturellen Erbes und für eine vorbildliche Gestaltung öffentlicher Räume einsetzen. Das „architekturforum allgäu“ hat zwei Jahre nach dieser ersten Preisverleihung die begleitende Ausstellung aus Österreich ins Allgäu geholt und unter dem Titel „LandLuft Allgäu“ Konferenzen und Exkursionen mit den Machern von LandLuft veranstaltet. Hier entstanden auch die ersten Kontakte zu engagierten und interessierten Allgäuer Landgemeinden. Daraus entwickelte sich dann schnell die Idee, einen eigenen Baukulturgemeinde-Preis fürs Allgäu auszuloben. Im Frühjahr 2015 wurden alle 164 Allgäuer Gemeinden eingeladen, sich mit ihren baukulturellen Entwicklungsprozessen und Projekten in diesen Wettbewerb einzubringen.

Drei Monate später präsentierten sich 13 Gemeinden im Rahmen der Baukulturgemeinde-Tage in Sulzberg einer Jury aus den Bereichen Baukultur, Kommunalpolitik, Heimatpflege und Zukunftsentwicklung. Nach intensiver Beratung entschied sich die Jury drei Gemeinden in der Kategorie „ausgezeichnet“, drei Gemeinden in der Kategorie „nominiert“ und eine Kommune mit dem Sonderpreis „Innenstadt- entwicklung“ zu prämieren. Am Freitag wurde der Baukulturgemeinde-Preis Allgäu im Wildpoldsrieder Dorfsaal „Kultiviert“ an Gemeinden überreicht.

In seiner Begrüßung machte der Geschäftsführer des „architekturforum allgäu“, Franz Schröck, deutlich, warum beim Thema Bauen ein Umdenken erforderlich ist: „Trotz zahlreicher Bemühungen erleben wir im Allgäu einen ungeheuren Flächenverbrauch. Seit 1970 hat sich die bebaute Fläche verdoppelt.“ Schröck zeigte sich sehr besorgt über die „wuchernden Gewerbegebiete und Neubaugebiete“ und machte dies an den Negativbeispielen Blaichach, Lauben und Dietmannsried deutlich. Das zarte Pflänzchen des Umdenkens machte er am Engagement der Preisträger des Baukulturgemeinde-Preis Allgäu fest und so brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Erkenntnis „Baukultur ist Lebensqualität“ weit verbreite und engagierte Nachahmer finde. Durch den weiteren Abend moderierte der Vorsitzende von LandLuft Österreich, Roland Gruber. Mit Witz und Charme machte er aus der Preisverleihung einen kurzweiligen und motivierenden Abend. Diese Motivation war auch an die Preisträger des Abends gerichtet und so appellierte er an die Teilnehmer, ihre Erfolgsgeschichte in Sachen Baukultur und Lebensqualität weiter zu schreiben. Mit der Gemeinde Ettringen (Landkreis Unterallgäu) zeichnete Gruber in der Preiskategorie „nominiert“ u.a. die gelungene Sanierung des Mesnerhauses aus. Ebenfalls im Unterallgäu und ebenfalls für die Kategorie „nominiert“ geehrt: Die Gemeinde Mauerstetten. Der Neubau des Rathauses und die Gestaltung des öffentlichen Raumes im Umfeld des Rathauses sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Jury Baukultur vorstelle. Im Ortsteil Deuchelried (Wangen/Westallgäu) war in den Augen der Jury der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses, des zugehörigen Dorfplatzes und die intensive Bürgerbeteiligung Wert geehrt zu werden.

Den Sonderpreis „Innenstadt-Entwicklung“ durfte die Stadt Memmingen entgegen nehmen. Die erste Fußgängerzone Deutschlands, der neue Bahnhof und die Neugestaltung des Weinmarktes waren drei der ausschlaggebenden Faktoren für diesen Titel, den Oberbürgermeister Ivo Holzinger, Stadtplaner Mathias Rothdach und der Geschäftsführer der Baugenossenschaft Siebendächer, Josef-Martin Lang, entgegen nehmen durften. Und schließlich war da noch die Kategorie „ausgezeichnet“ zu ehren. Die Gemeinde Wolfertschwenden (Unterallgäu) überzeugte mit Dorfladen, Schulhaus und Schulareal. In Holzgünz (Unterallgäu) wurden die Kommunalpolitiker, die Bürger und die Gemeindeverwaltung für den Veranstaltungssaal „HoSchMi“, die zentrale Lage der neu gebauten Kita und die Bauweise in Vollholz geehrt. Den Abschluss der Ehrungen machte die Gemeinde Irsee. Für die Ostallgäuer Kommune waren die Instandsetzung und Umnutzung des Klosters, die Umgestaltung einer barocken Scheune zum Biomarkt und die Entwicklung des Kunst- und Kulturpfads zentrale Erfolgsfaktoren um beim Baukulturgemeinde-Preis 2016 ausgezeichnet zu werden. Mit kulinarischen Leckereien aus den Preisträgergemeinden fand der Abend einen genussvollen Ausklang.

Michael Schropp

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