Baumgardt geht

Das TheaterInKempten (TIK) und sein Direktor Peter Baumgardt werden ab Sommer 2010 getrennte Wege gehen. Das gab das OB-Büro am Freitag bekannt. Nach Informationen des KREISBOTE fiel die Entscheidung gegen eine weitere Zusammenarbeit über 2010 hinaus am Freitagabend zuvor in einer Sondersitzung des Aufsichtsrates der Theater gGmbH. Mit 7:3 stimmte das Gremium gegen ein von Baumgardt vorgelegtes Konzept zur Zukunft des Theaters. Grund sind offenbar die daraus resultierenden hohen Kosten. Bereits in den kommenden Wochen soll ein Nachfolger gesucht werden. Baumgardt werde aber bis Sommer 2010 weiterhin das volle Vertrauen von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) genießen.

Die erst 2007 geschlossene Ehe zwischen Peter Baumgardt und dem TIK steht vor dem Aus: Ende Mai 2010 wird Baumgardt sein Amt abgeben. Zu groß sind offenbar die Differenzen zwischen ihm und dem Aufsichtsrat was die weitere Ausrichtung des Stadttheaters betrifft. Ein entsprechendes Konzept hatte Baumgardt in den vergangenen Wochen ausgearbeitet und OB Netzer vorgelegt. In seiner Stellungnahme vom Freitag bezeichnet Netzer das Papier als „zukunftsweisendes kulturelles Konzept“. „Doch möchte der Künstlerische Direktor einfach zu viel“, so Netzer. „Er will einfach größeres Theater machen. Aber das gewünschte Mehr ist nicht zu leisten“, erklärte Netzer weiter. Heißt wohl übersetzt: Der Aufsichtsrat ist nicht bereit, mehr Geld zu investieren. Professionell etabliert Er und der Aufsichtsrat seien sich aber nichts desto trotz einig, so Netzer weiter, dass das 2007 eröffnete TIK nur dank Baumgardt und dessen motivierten Teams „in so kurzer Zeit von seinem Publikum in außergewöhnlichem Maße angenommen wurde.“ Baumgardt gibt in der offiziellen Mitteilung vom Freitag das Lob zurück. „Der OB und der Aufsichtsrat haben mich im Rahmen der Kemptener Möglichkeiten stets ausgezeichnet unterstützt“, wird er zitiert. „Das TheaterInKempten hat sich im Verlauf der vergangenen zwei Jahre als drittes professionell geleitetes Theater in Bayerisch-Schwaben etabliert“, so Baumgardt weiter. Voraussetzung für eine weitere Tätigkeit am TIK sei aber gewesen, „das neu gewonnene Profil zu schärfen bei einem größeren Handlungsspielraum und der Möglichkeit, organisatorische, personelle und finanzielle Strukturen zu verändern.“ Da ihm das nicht gelungen sei, „stehe ich ab 1. Juni 2010 nicht mehr zur Verfügung“, sagte er am Montag dem KREISBOTE. Hinter den Kulissen verlief die Amtszeit Baumgardts allerdings nicht immer so harmonisch. Zuletzt hatte er Ende Januar für Wirbel gesorgt, als er die Strukturen des TIK kritisiert und mit seiner Vertragsverlängerung an die Öffentlichkeit gegangen war. Zumal der Künstlerische Direktor seinerzeit ein Angebot zur Verlängerung seines Kontrakts bis Ende Mai 2011 von sich aus ausgeschlagen und nur bis 31. Mai 2010 verlängert hatte. Baumgardt hatte diesen Schritt seinerzeit vor allem mit einem zu schmalen Etat und zu wenigen Veranstaltungen im TIK begründet. Erst wenn eine Einigung diesbezüglich in Sicht sei, werde er über Mai 2010 hinaus verlängern. Offensichtlich sind die Verhandlungen aber nicht im Sinne der Beteiligten verlaufen. Vor allem die geforderte Erhöhung des Zuschusses in Höhe von derzeit 480000 Euro dürfte im von Stadträten dominierten Aufsichtsrat auf wenig Begeisterung gestoßen sein.

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