Urspungsplanung "ist gut"

Bauvorhaben in der Breslauer Straße im Gestaltungsbeirat

+
Mitte November protestierten Anwohner gegen neue Wohnbebauung an der Breslauer Straße.

Kempten – Eigentlich beschäftige sich der Gestaltungsbeirat ja nicht mit Bauprojekten für die es einen Architektenwettbewerb gegeben habe, sagte Vorsitzender Werner Binotto.

Aber da die geplante Bebauung Breslauer Straße diverse Fragen aufgeworfen habe, in diesem Falle doch. Wie berichtet hatte es im Anwohnerumfeld immer wieder massive Kritik an den Bauplänen der BSG-Allgäu gegeben und auch der Bauausschuss hatte sich dem Druck gebeugt und diverse Änderungen gefordert (siehe „Ein Balance-Akt“ im Kreisbote vom 16. November 2019).

Unter anderem haben viele der Anwohner ein Problem damit, dass ein Teil des bestehenden Spielplatzes im Norden des Kirchenstiftungsgrundstücks wegfallen soll. Denn auf einem Teil der aktuell als Bolz- und Spielplatz genutzten Freifläche sollen Reihenhäuser und Geschosswohnungsbau gebaut werden. Der Wettbewerbsentwurf sieht zwei gegeneinander verdrehte Baufelder vor, die in der Mitte einen Anger bilden, der im Süden durch ein weiteres Gebäude begrenzt wird. Er soll sowohl zentraler Begegnungsort für die Bewohner sein, als auch Fußweg und öffentlicher Raum. 

Wie berichtet, hatte der Planungs- und Bauausschuss eine Überarbeitung des Siegerentwurfs gewünscht, um mehr von der Spielplatzfläche sowie den Bergblick durch Reduzierung der Geschosse freizuhalten. Wie BSG-Vorständing Tanja Thalmeier gegenüber dem Kreisbote betonte, nehme man den Menschen „den Spielplatz ja nicht weg“, da im Gegenzug ein neuer, toll gestalteter entstehen werde. Im Gestaltungsbeirat wurden nun die nach den Wünschen der Anwohner bzw. des Bauausschusses überarbeitete Planung und Siegerentwurf des Wettbewerbs gegenübergestellt. Die Haltung des Gremiums war deutlich: Die Wettbewerbsentscheidung zeige ein „in sich stimmiges Konzept“ und auch „städtebaulich eine sehr gute Lösung“, hielt Binotto es für lohnend, „auf dieser Basis des Wettbewerbs weiterzugehen“. 

Zuvor hatte bereits Prof. Hannelore Deubzer empfohlen bei der ursprünglichen Wettbewerbsentscheidung zu bleiben: „Macht es so, es ist gut“, lautete ihre Empfehlung an die Architekten und die BSG-Allgäu. Der Wettbewerbsentwurf von UTA Architekten und Stadtplaner aus Stuttgart berücksichtige die Interessen Aller, sowohl der künftigen Bewohner als auch der Anwohner, so Deubzer. Lediglich das zusätzliche Gebäude an der Südflanke des Angers würde Norbert Dietzinger „vielleicht noch besser in die Hangkante einarbeiten“, so dass der Blick in die Alpen vom mittigen Anger aus „offen“ bleibe. Im Dezember-Bauausschuss (12.12., 16 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses) soll das Bauvorhaben erneut auf die Tagesordnung. 

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Fotostrecke: Eröffnung des Kempten Museum im Zumsteinhaus
Fotostrecke: Eröffnung des Kempten Museum im Zumsteinhaus
Im Hause Zumstein wurde einst Modegeschichte geschrieben - ab jetzt Museumsgeschichte
Im Hause Zumstein wurde einst Modegeschichte geschrieben - ab jetzt Museumsgeschichte
Gewinne zwei Freistartplätze und sei dabei
Gewinne zwei Freistartplätze und sei dabei
Auf einen Kaffee mit den Schattenfrauen
Auf einen Kaffee mit den Schattenfrauen

Kommentare