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Anwohner haben Bedenken

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Von: Helmut Hitscherich

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Das Luftbild von Neuhausen zeigt rotumrändert die Lage des Baugebietes.
Das Luftbild von Neuhausen zeigt rotumrändert die Lage des Baugebietes. © Stadt Kempten

Kempten – Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Bunk sollen acht Mehrfamilienhäuser mit 58 Wohneinheiten als drei- bis viergeschossige Gebäude mit zwei Tiefgarage gebaut werden.

Die Anwohner sind von der beabsichtigen Planung keineswegs begeistert. Fünf Einzel- und eine Sammelstellungnahme von insgesamt 13 Bürgerinnen und Bürgern mit gesamt 21 abwägungsrelevanten Änderungsvorschlägen wurden eingereicht.

„Das Bauvorhaben passt nicht ins Ortsbild“, so die Petenten. Es ging u.a. um Abstandsflächen, Gebäudehöhen, Kubatur, Dachform, Ortsbild, Stellplätze, Verkehrsplanung, Immissionsschutz, um mögliche Überschwemmungsprobleme und Bodenversiegelung. Auch der Bedarf an Wohnungen im Ortsteil Neuhausen wurde angezweifelt. Antje Schlüter, Leiterin Stadtplanungsamt, ging in der letzten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses detailliert auf jeden Vorschlag ein. Lediglich eine Änderung wurde bereits im Vorfeld vorgenommen. Die Tiefgaragenabfahrt wird verlegt und verkleinert. Alle anderen Einwände wurden vom Ausschuss abgelehnt und werden dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

Die Forderung nach einer Bedarfsanalyse für die 58 Wohneinheiten wurde unter Hinweis auf mehrere tausend Wohnungssuchende in Kempten abgelehnt. „Wir haben Wohnraumnot in Kempten“, stellte Schlüter unmissverständlich klar.

Am vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird festgehalten. Laut Schlüter sind die Voraussetzungen für das beschleunigte Verfahren gemäß Baugesetzbuch gegeben. Beide Flurstücke sind gemäß den derzeit rechtskräftigen Bebauungsplänen als Allgemeines Wohngebiet festgelegt.
Die Geschossigkeit, Gebäudehöhe und Kubatur wurden ebenfalls beanstandet, da sich nur maximal zweigeschossige Gebäude, Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser, in der bebauten Umgebung befänden. Dem widersprach die Verwaltung. Laut Anwohner-Kritik überrage das neue viergeschossige Gebäude (Haus D) mit 13,50 Meter Höhe die Wohnhäuser entlang der Straße „Am Bach“ um ca. sechs Meter. Diese Häuser seien allerdings mindestens 40 Meter entfernt und werden durch den Bleicher Bach und Bäume getrennt, wie Schlüter erklärte. Das Haus an der Schmiede 17 habe die gleiche Höhe wie Haus und steht ca. 130 Meter entfernt von der Straße Neuhausen und ist von dort nur geringfügig zu sehen. Demnach seien drei bis vier Vollgeschosse zulässig.

Auch die Kritik an den geplanten Flachdächern konnte Schlüter entkräften: Das Vorhaben füge sich trotz der unterschiedlichen Dachform in die bebaute Umgebung ein, gleichzeitig dienten die Dächer dem Regenrückhalt, der Kühlung und dem Artenschutz. Zudem seien die betreffenden Wohngebäude im hinteren Grundstücksteil und von der Straße aus nur geringfügig zu sehen. 

Die 67 Tiefgaragenplätze und elf Besucherparkplätze werden als nicht ausreichend kritisiert. Die jetzt eingeplanten Stellplätze entsprächen allerdings der Stellplatzsatzung der Stadt, wie es hieß. „Weitere Stellplätze werden daher nicht gefordert“, so Schlüter.

Einer Verkehrsuntersuchung zur Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte Wiggensbacher Straße/Neuhauser Straße und Wiggensbacher Straße/Memminger Straße soll es nicht geben. Nach Aussage des Amtes für Tiefbau und Verkehr ist mit einer Zunahme des Verkehrsaufkommens von ca. 250 Fahrten pro Tag zu rechnen. Demnach hat der Neuhauser Weg aktuell eine Verkehrsbelastung von 2.100 Kfz/Tag. Mit dem Neubaugebiet wird mit einem Anstieg auf ca. 2.350 Kfz/Tag gerechnet. Dieser Zuwachs sei unbedenklich und könne leistungsfähig abgewickelt werden, so die Aussage aus dem Amt für Tiefbau und Verkehr.

Die Tiefgarage beeinträchtigt den dortigen Verkehr nur geringfügig und kann leistungsfähig abgewickelt werden. Die umweltbezogenen Stellungnahmen der Unteren Naturschutzbehörde, des Amtes für Tiefbau und Verkehr der Unteren Wasserrechtsbehörde, des Wasserwirtschaftsamtes und der Unterem Immissionsschutzbehörde sollen erneut öffentlich ausgelegt werden.

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