Kommunikationsprobleme bei Bauwägen für den Waldkindergarten und Open-Air-Petition

Gemeinderatssitzung mit Hindernissen

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Der Verbindungsweg zwischen Jörg-Funk-Straße und Zufahrt Pflegeheim soll für 11.000 Euro nun endlich geteert werden.

Als nicht ganz einfach gestaltete sich die Buchenberger Gemeinderatssitzung am Mittwoch letzter Woche. Die Bauwägen für den Waldkindergarten entpuppten sich als größerer Posten im Haushalt als geplant.

Die ersten beiden Tagesordnungspunkte der Gemeinderatssitzung waren dagegen schnell abgehandelt. Sämtliche Bauanträge wurden ohne Gegenstimme genehmigt und auch bei der Auftragsvergabe der Innenbeleuchtung für den Kindergarten St. Magnus gab es kaum Diskussionsbedarf. Aufgrund der Umstellung auf durchgehende LED-Ausstattung lag das günstigste Angebot der Firma Elektro Buchenberg zwar um rund 7000 Euro höher als geplant, diese Differenz ließe sich aber bei den Schreinerarbeiten wieder einsparen. Da die Türen erst noch hergestellt werden müssen, verschiebt sich die Fertigstellung um zwei Wochen, sodass der Kindergarten voraussichtlich Ende September gerichtet sein wird.

Ein Dach überm Kopf für die Waldwichtel

Weitaus schwieriger gestaltete sich die Abhandlung des Antrags des Fördervereins Allgäuer Waldwichtel. Der Vorsitzende des Waldkindergarten-Trägers ­H&B Learning, Franz Huber, war extra angereist, um die Dringlichkeit darzustellen. Dabei ging es um die Sanierung des bisherigen und die Anschaffung eines neuen Bauwagens mit einem Kostenvolumen von circa 100.000 Euro. Diese seien nötig, um immer mehr Auflagen gerecht zu werden und somit zukunftsfähig zu sein. „Wir haben damals (1998) einen Bollerwagen gehabt. Das würde heute nicht mehr genehmigt werden“, verglich Huber die Rahmenbedingungen der Waldkindergärten. Dazu sei die Investition dringend nötig, um gut in die nächste Wintersaison zu starten.

Bisher hatten die Eltern die anstehenden Reparaturen und Arbeiten übernommen, aber die Bauwagen „können sie jetzt nicht auch noch stemmen“. Dem Gemeinderat schienen 76.000 Euro für einen neuen Bauwagen sehr hoch. Zudem war in der ursprünglichen Vorlage die Rede von „Unterstützung“ und nicht von „voller Kostenübernahme“ gewesen. Auch Bürgermeister Barth gab bekannt, dass er erst im Gespräch direkt vor der Sitzung davon erfahren habe, dass ein derartiger Betrag gefordert sei. Es seien zwar einmal 10.000 Euro für etwaige Anfragen aus dem Waldkindergarten in den Haushalt eingestellt worden, eine zehnfache Summe sei aber von der Gemeinde 2017 gar nicht mehr zu stemmen.

Daher wurde beantragt, den Tagesordnungspunkt zu vertagen und nach gründlicher Aufarbeitung eventuell bei der nächsten Gemeinderatssitzung Ende September erneut zu besprechen. Mit einer Gegenstimme wurde der Punkt damit abgesetzt. Huber verabschiedete sich daraufhin sichtlich enttäuscht. Auch am Schluss der Sitzung wurde dieser Punkt von Eltern und Erziehern nochmal aufgegriffen und der Gemeinderat eindringlich gebeten, sich vor Ort die Situation anzusehen.

Unterschiedliche Interpretation

Danach gab Barth einen positiven Rückblick auf das Open-Air-Konzert der „Fantastischen 4“ (im Kreisboten vom Samstag, 29. Juli). Der einzige Wehrmutstropfen: Es habe Anrufe und Emails an Gemeinderatsmitglieder gegeben, in denen kritisiert worden sei, bezüglich der Petition gegen diese Veranstaltungen von Bürgermeister Barth belogen worden zu sein. Dagegen verwahrte sich dieser energisch. Er stellte noch einmal den Ablauf und das Endergebnis der Petition dar und warnte: „Wenn dahingehend noch einmal was kommt, werde ich mir rechtliche Schritte vorbehalten.“ Der Verfasser der Emails meldete sich am Ende der Sitzung zu Wort, allerdings dürfte den Zuhörern weitestgehend der triftige Grund für diese Haarspalterei („Abweisung“ oder „Erledigung“ der Petition) verborgen geblieben sein. Barth wiederholte seine Drohung und bekam auch Rückendeckung durch den Gemeinderat.

Beim letzten großen Tagesordnungspunkt ging es um den Zustand der Gemeindestraßen. Als sanierungsbedürftig wurden die Gehwege zum Sportplatz und in Schwarzerd (insgesamt 5000 Euro) eingestuft, ebenso wie der Gehweg samt Wasserrinne der Walter-von-Hohenegg-Straße auf der gesamten Länge (60.000 Euro). Dazu kommt noch ein kleiner Abschnitt der Heinrich-Rizner-Straße (3000 Euro), da auf dem vorderen Teil der Straße noch mit Schwerlastverkehr zu rechnen ist, sollte es noch zu einer weiteren Bebauung der Freifläche kommen.

Bei den Anfragen meldete sich ein Bürger als Anwohner einer Großbaustelle eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage in Ahegg zu Wort und bat den Gemeinderat wegen der Belästigung um Hilfe. Barth bestätigte, dass das Bauvorhaben seinerzeit so vom Gemeinderat genehmigt worden sei und dieser auch über die geschaffenen Stellplätze froh sei, sollte es zu einer übermäßigen Lärm- und Schmutzbelästigung kommen, sei hier aber das Landratsamt Ansprechpartner. Damit schloss der öffentliche Teil der Sitzung gegen 22 Uhr.

Bianka Hauck

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