Leidenschaftliche Sportlerin

Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 - 2026: Hilde John (CSU): Beauftragte für Sport

Hilde John.

Kempten – Hilde John ist im Frühling erstmals in den Stadtrat gewählt und gemeinsam mit Thomas Landerer von den Freien Wählern (siehe in der nächsten Folge) auch gleich zur Beauftragten für Sport bestimmt worden.

Während des Telefoninterviews mit dem Kreisboten liegt in ihrer Stimme viel Freude, Begeisterung und Wärme, wenn sie über ihre Leidenschaft für den Sport und das damit verbundene Vereinsleben spricht. 

Es scheint kaum eine Sportart zu geben, die John nicht zumindest ausprobiert hat. Als Kind turnte sie beim damaligen TV Jahn Kempten, später machten ihr besonders Schwimmen, Laufen und Tanzen viel Spaß. Sie träumte davon, Sportlehrerin zu werden, absolvierte eine Übungsleiterausbildung und engagierte sich viele Jahre lang als Trainerin und Kampfrichterin bei Wettkämpfen und Meisterschaften der GruppentänzerInnen. Zwar ist die Mutter von zwei Kindern Finanzbeamtin geworden, aber der Sport und ihr Engagement als Trainerin und Organisatorin sind für sie „Ausgleich“ und Bereicherung. Sie fährt Ski, Fahrrad oder E-Bike, spielt Golf, schwimmt immer noch gerne und unterrichtet Pilates und Rückengymnastik. 

Viele Themen, mit denen sie als Beauftragte befasst sein wird, sind ihr auch deshalb bereits vertraut, weil sie seit 2017 Präsidentin des Stadtverbandes der Kemptener Sportvereine ist; auch verfügt sie über „gute Kontakte“ zum Sportamt. Seit ihrem Amtsantritt hat sie zahlreiche Gespräche geführt: mit ihren Vorgängern Franz Mayr (CSU), ehemaliger Sportbeauftragter des Stadtrats und dem ehemaligen Verbandspräsident Harald Platz (CSU), mit Sport-Referatsleiter Thomas Baier-Regnery sowie mit Klaus Schwaninger und Carmen Geier vom Sportamt. Dank dieser „sehr guten Unterstützung“ wisse sie nun schon einiges darüber, „wie´s läuft“ und „was ich bewirken kann“. Ein „neues großes Projekt“ sei für das sportliche Leben in der Stadt derzeit nicht in Sicht; die wesentlichen Entscheidungen für den Bau der Dreifach-Sporthalle beim Hildegardis-Gymnasium und die Sanierung der Westend-Sporthalle seien bereits gefallen. 

In den nächsten Monaten gehe es darum, „in die neue Rolle ´reinzufinden“, sich „´reinzudenken“ und gemeinsam mit den Sportvereinen zu überlegen: was brauchen wir, „was ist möglich“, – auch angesichts dessen, dass Corona im Vereinsleben fast alles monatelang unmöglich gemacht hat: das regelmäßige Training, den Wettkampfbetrieb, den direkten Austausch und auch die jährliche Hauptversammlung des Stadtverbandes. Nach der Sommerpause sei ein Treffen mit Baier-Regnery geplant, um neue Ideen zu entwickeln und vielleicht die regelmäßige Förderung für die Vereine etwas aufzustocken; im neuen Haushaltsentwurf ist vorerst immerhin stabil der bisherige Betrag eingestellt. Initiiert vom Sportamt werde es außerdem schon bald ein Gespräch mit den Vereinen geben, die ihre Trainingsplätze in der Riederau verloren haben. 

John ist zuversichtlich, dass alle Beteiligten „an einem Strang ziehen“ und „wir alle, die jetzt in der Luft hängen, unterbringen“ werden. Stark machen will sie sich auch für die baldige Erneuerung des Kunstrasenplatzes in Heiligkreuz, die leider immer wieder verschoben wurde. Ein wichtiger Aspekt der Vereinsförderung sei inzwischen auch die Mitgliederwerbung. Sportbegeisterte könnten heute aus einer enormen Vielfalt an Angeboten wählen; zudem sei der Sportfreund als Stammkunde eines Fitnessstudios oder als KursteilnehmerIn unabhängig und allenfalls für kurze Zeit gebunden. Früher sei es selbstverständlich gewesen, sich im Verein „einzubringen“, bei Festen oder Wettkämpfen mitzumachen, zu helfen. Wenn das Infektionsgeschehen direkte Gespräche wieder zulasse, sollten Stadtpolitik und Verwaltung gemeinsam mit den Vereinen Ideen sammeln und Konzepte erarbeiten, um die Zugehörigkeit zu einem Verein auch für Erwachsene wieder attraktiver zu machen, meint die Sportbeauftragte. 

So könnten zum Beispiel neue Aktionen in der Innenstadt, wie bisher schon der Sport- und Familientag, Interesse und Wertschätzung für die Sportvereine fördern. Es sei ihr „ein Herzensanliegen“, dass sich Menschen jeden Alters „sportlich betätigen“. So könne jeder auf die ihm angemessene Art „seinem Körper etwas Gutes tun, ‘runterkommen und zu sich selber finden“. Sport mache zufrieden und schaffe einen wohltuenden Ausgleich zu allem, „was sonst so auf einen einstürmt“. Wer könnte das – nach 60 Jahren im TV Jahn/TV Kempten – besser beurteilen als Hilde John? 

Weitere Beauftragte unserer Serie (bislang erschienen): 

Hans-Peter Hartmann (Freie Wähler/ÜP): Beauftragter für Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche

 Katharina Schrader (SPD): Beauftragte für Kinder und Familie

• Peter Wagenbrenner (CSU): Beauftragter für das Feuerwehrwesen

• Barbara Haggenmüller (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragte für Schule und Bildung

• Thomas Landerer (Freie Wähler): Beauftragter für Sport

Antonia Knapp

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