Sein Metier ist der Rasensport

Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 - 2026: Thomas Landerer (Freie Wähler): Beauftragter für Sport

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Thomas Landerer

Kempten – Thomas Landerer steckt noch mitten in der Einarbeitung.

Denn gleich zum Amtsantritt war er, der Corona-Pandemie geschuldet, mit Themen konfrontiert, mit denen sich keiner seiner Vorgänger auseinandersetzen musste: Unter welchen Bedingungen kann Sport stattfinden? Wie funktioniert das im Freien, wie in Hallen? „Es ging viel um Hygienekonzepte. Wir müssen das, was Ministerpräsident Markus Söder vorgibt, in konkrete Maßnahmen übersetzen.“ 

Es habe viele Fragen von Bürgern und von den Vereinen gegeben, wer unter welchen Bedingungen trainieren darf. Für das Fußballtraining etwa seien genaue Bestimmungen aufgestellt worden, wie viele Personen zeitgleich auf einem Spielfeld trainieren dürfen. Landerer ist erleichtert, dass es dank der Hygienekonzepte gelungen ist, „einige Hallen wieder aufzuschließen“ und den Sportlern Trainingsmöglichkeiten zu geben. Auch das Thema Baden habe Landerer in den letzten Monaten beschäftigt: Ob das Stadtbad öffnen kann, unter welchen Bedingungen das gehen könne. 

„Das Thema betrifft natürlich viele.“ Dass Landerer nun politisch bei Sportthemen gelandet ist, überrascht ihn nicht. „Ich habe eine jahrzehntelange Verbindung zum Sport und fühle mich ihm verpflichtet“, sagt er. Seit 1993 ist er im Sportverein Heiligkreuz aktiv und hat zahlreiche unterschiedliche Ehrenämter auf dem Sportplatz und daneben übernommen. Bei seiner Partei, den Kemptener Freien Wählern, gebe es einige sehr sportaffine Kollegen. Deshalb habe er sich besonders gefreut, als sein Name für das Amt vorgeschlagen wurde – obwohl er ein Neuling im Stadtrat ist. 

Die Doppelbesetzung des Amtes – CSU-Stadträtin Hilde John ist ebenfalls Sportbeauftragte (siehe Serie: Beauftragte des Stadtrats 2020-2026) – findet Landerer sinnvoll, da die beiden sich die unterschiedlichen Sportfelder aufteilen konnten. Seinen Vorgänger, den ehemaligen CSU-Stadtrat Franz Mayr, könne er genauso um Rat fragen wie dessen Vorgänger Manfred Eiermann, den er regelmäßig trifft. Dadurch kennt er die Voraussetzungen, die für die Basisarbeit, den Breitensport, notwendig sind. Der sei für Kempten besonders wichtig, wenn auch der Spitzensport ein spannendes Thema sei. Gerade für Kinder und Jugendliche sei es aber wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, sich in einem Verein einzubringen und dort sozialisiert zu werden. 

Landerer könne sich sogar grundsätzlich ein Modell vorstellen, bei dem ein Teil des Schulsports im Verein stattfinde. „Wenn sich ein Jugendlicher im Verein engagiert, sollte das für den Schulsport anerkannt werden.“ Damit die Kemptener Vereinsstruktur funktioniert, brauche es engagierte Personen. „Eine Herzensangelegenheit“ sei es, Menschen zu aktivieren, ein Ehrenamt zu übernehmen. „Ohne das ehrenamtliche Engagement müssten wir viele Vereine zumachen“, sagt Landerer. Auch im Sportverein Heiligkreuz, den er aktuell – neben seinem Beruf als Abteilungsleiter im Galeria Kaufhof – als zweiter Vorsitzender führt, macht sich das bemerkbar. Einen ersten Vorsitzenden gibt es gerade nicht. „Ich bin aufgeschlossen für alle möglichen Ideen, die das Ehrenamt stärken.“ Landerers Metier ist der Rasensport.

Deshalb setzt er sich auch verstärkt für Sportplätze der Stadt ein. Durch den geplanten Neubau der zehnten Grundschule „geht ein Kunstrasenplatz verloren”. Für diesen müsse Ersatz gefunden werden. Grundsätzlich gelte es, die Sportmöglichkeiten, die den Bürgern zur Verfügung stehen, müssen mit allen anderen Entwicklungen mithalten. Wenn Kitas und Kindergärten gebaut werden, dürfe nicht vergessen werden, dass die Sportmöglichkeiten auch entsprechend wachsen müssen. Das betreffe auch den Wohnmobilstelplatz am Illerstadion, der aus touristischer Sicht nachvollziehbar, aus Sportlersicht aber keine gute Lösung sei. Corona-bedingt konnten viele Gespräche noch nicht persönlich geführt werden. Es sei ein Prozess und werde wohl noch noch ein wenig dauern, bis die Einarbeitung ins Zusammenspiel von Vereinen, Verwaltung und Politik abgeschlossen sei – erst recht in dieser Zeit. Landerer zeigt sich optimistisch, dass diese Probleme gelöst werden können. Eine parteiübergreifende Zusammenarbeit werde „gut und konstruktiv“ gelingen, sagt er. „Im Sport heißt es schließlich: In den Farben getrennt, in der Sache geeint.“ 

Weitere Beauftragte unserer Serie (bislang erschienen): 

Hans-Peter Hartmann (Freie Wähler/ÜP): Beauftragter für Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche

 Katharina Schrader (SPD): Beauftragte für Kinder und Familie

• Peter Wagenbrenner (CSU): Beauftragter für das Feuerwehrwesen

• Barbara Haggenmüller (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragte für Schule und Bildung

• Hilde John (CSU): Beauftragte für Sport

Martina Ahr

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