Die Wunden heilen nicht

Fronten bleiben verhärtet

+
Noch tut sich am Haslacher Berg nichts. Bis 2015 soll das XXXLutz-Möbelhaus aber endlich stehen.

Kempten – In den letzten Jahren deutlich ruhiger geworden, packte es Michael Hofer (UB/ödp) am Donnerstagabend doch noch mal. „Sie fahren einen Schlingerkurs – das stimmt alles vorne und hinten nicht“, warf er OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) im Stadtrat mit deutlich erhöhtem Dezibelwert vor.

Auslöser für Hofers Ausbruch war der Satzungsbeschluss für den XXXLutz-Bebauungsplan am Haslacher Berg. Bei acht Gegenstimmen passierte das Papier das Gremium. Damit ist der Weg endgültig frei für das geplante Möbelhaus. Bis Ende 2014 soll es laut dem Investor stehen.Der am Donnerstagabend als Satzung beschlossene Bebauungsplan sieht nach langen Verhandlungen zwischen Kemptener Stadtverwaltung und Investor wie mehrfach berichtet ein Möbelhaus der Linien XXXLutz und Mömax vor. Für die Kundschaft werden insgesamt 639 Parkplätze – teils oberirdisch, teils unterirdisch – angelegt. Die Erschließung erfolgt über eine noch zu bauende Einmündung in der Bahnhofstraße und einer Lkw-Zufahrt über die Immenstädter Straße. In einem Durchführungsvertrag hat die Möbelhauskette zugesichert, dass das Möbelhaus bis zum 31. Dezember 2015 betriebsbereit steht. Bis dahin gilt auch die Baugenehmigung. Die Sicherheitsleistung beträgt 200 000 Euro.Obwohl am Grundsatzbeschluss, am Haslacher Berg ein Möbelhaus zu bauen, nicht mehr gerüttelt werden kann, glitt die Diskussion einmal mehr ins Grundsätzliche ab. So stellte Thomas Hartmann (Grüne) die Frage, ob sich das Plenum angesichts der völlig veränderten Planungen überhaupt noch an den Bürgerentscheid von 2008 gebunden fühlen müsse. „Es gibt keinen in dieser Stadt, der sich bei diesem Thema nicht veräppelt fühlt“, sagte er. Ullrich Kremser (FDP) sagte: „Die Voraussetzungen für den Bürgerentscheid waren seinerzeit ganz andere.“ Michael Hofer ergänzte: „Damals war noch nicht die Rede von einem Ramschladen namens Mömax“, zürnte er.Schwerer aus Sicht der XXXLutz-Gegner wiegt allerdings, dass sie sich offensichtlich ein Stück weit getäuscht fühlen. So erinnerte Hofer daran, dass es seinerzeit hieß, XXXLutz dürfe nicht nach Bühl-Ost, da die dortigen Flächen für produzierendes Gewerbe reserviert seien. VW Seitz dürfe nun aber plötzlich doch dort ansiedeln. „Sie fahren einen Schlingerkurs“, attestierte er Netzer. „Das Möbelhaus gehört an die Autobahn.“ Fraktionskollege Helmut Hitscherich wunderte sich darüber, dass der Erweiterungsbedarf der Hochschule damals angeblich noch nicht absehbar gewesen sei.Netzer hielt dagegen, „der Haslacher Berg ist für die Hochschule ein Grundstück zweiter Qualität.“ Außerdem sei das Areal nicht im Besitz der Stadt und stehe damit nicht für die Hochschule zur Verfügung. Auf der anderen Seite profitiere auch die Hochschule vom Seitz-Umzug nach Bühl-Ost. „Wir fahren also einen sehr konsequenten Kurs“, entgegnete er Hofer. Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz
Indien trifft Allgäu
Indien trifft Allgäu

Kommentare