Beeindruckende Tänze

95 Mädchen und Jungen tanzen enthusiastisch auf der Bühne des Stadttheaters. Die Schüler sind dabei so hochkonzentriert, dass jeder Lehrer neidisch wäre auf die Choreographen Alan Brooks und Sophie Abrioux. Die beiden erarbeiteten zusammen mit den Jugendlichen das Tanztheaterprojekt „Kontakt“, das jetzt aufgeführt wurde. Die Schüler der Robert-Schumann-Schule, des Carl-von-Linde-Gymnasiums, der Agnes-Wyssach-Schule und der Realschule Sonthofen beeindruckten ihr Publikum.

Schon vor dem eigentlichen Beginn der Vorstellung ernteten die Elf- bis 17-Jährigen Applaus. Sie wärmten sich auf der Bühne auf und folgten den Anweisungen des professionellen Tänzers Alan Brooks, der sie mit „Ladies and Gentleman“ ansprach. Gerade einmal vier Wochen Zeit zur Vorbereitung hatten die Jugendlichen für „Kontakt“, das diesjährige Abschlussprojekt von „Schultanz in Bayern“. Für die Proben opferten die jungen Tänzer ihre Wochenenden. Die Körpersprache sei die erste Sprache dieser Erde gewesen, sagte Brooks. „Wir wollten, dass sich die Jugendlichen ihrer Körpersprache bewusst werden. 95 Prozent der Choreographie stammt auch nicht von uns, sondern von den Schülern“, erklärte Sophie Abrioux. Barfuß, mit schwarzer Sporthose und buntem T-Shirt bekleidet, stellten die Jugendlichen 45 Minuten lang dar, was sie mit dem Wort Kontakt verbinden. Zu hören war dabei moderne Orchestermusik des US-Amerikaners Philip Glass, die zum Teil an Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ erinnert. Den Anfang machte die Gruppe, die ein gelbes Oberteil trug. Die Tanzenden schrieben Wörter mit Armen und Beinen in die Luft, sie bildeten Formationen aus bis zu fünf Leuten. Die folgende rote Gruppe stellte pantomimisch Empfindungen dar. Einzelne drehten sich lethargisch und langsam um sich selbst, andere betrachteten erstaunt ihre Hände. Die Tänzerinnen und Tänzer mit grünem Oberteil vollführten Radschläge über die halbe Länge der Bühne, sie trugen imaginäre Zweikämpfe aus, um dann einander wieder zu umarmen. Die blau gekleidete, letzte Gruppe zeigte eine Art Breakdance. Die Jugendlichen warfen sich zu Boden, stützten sich gegenseitig, die Älteren trugen ihre jüngeren Mitschüler zum Rand der Bühne. Viel Freude Am Ende strömten nochmals alle Jugendlichen auf die Bühne. Einige Schüler tanzten ein Solo unter dem Scheinwerferlicht. Eine Gruppe bewegte sich synchron zur Musik, bevor sich alle Mädchen und Jungen nach und nach auf der Bühne aufstellten. Zwar sah man als Zuschauer, dass es nicht um professionelle Tänzer handelte, aber die Jugendlichen beeindruckten durch ihre Natürlichkeit und ihre Freude an rhythmischer Bewegung. Zudem ist es erstaunlich, wie unglaublich gelenkig mancher der Jugendlichen sich zeigte. Der Applaus war verdientermaßen frenetisch und lang anhaltend.

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