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Begehren für die Artenvielfalt

Omnibus für Direkte Demokratie macht zwei Tage Station in Kempten

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Die beiden Aktivisten Werner Küppers und Christopher Pinnekamp auf Tour.

Kempten – Tische, Bänke, Kerzen, eine kleine Dusche und eine Kochgelegenheit. Er ist gemütlich eingerichtet, der Omnibus für Direkte Demokratie, der letzten Donnerstag und Freitag am August-Fischer-Platz in Kempten Station gemacht hat.

Muss er auch, denn der Bus ist seit 17 Jahren das Zuhause von Werner Küppers. Zumindest von April bis November, wenn er in Sachen Verwirklichung der direkten Demokratie unterwegs ist.

Der Doppeldecker ist aktuell fünf Wochen in Bayern unterwegs. Küppers und seine Mitstreiter unterstützen auf ihrer Tour das Volksbegehren „Rettet die Bienen, Vögel und Schmetterlinge – stoppt das Artensterben!“ Im grauen Anzug und barfuß steht er vor dem Bus und verdeutlicht den interessierten Passanten, dass heute in Bayern 73 Prozent aller Tagfalter verschwunden und 54 Prozent aller Bienen bedroht oder bereits ausgestorben sind. Zwar hätten viele Menschen längst das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur, stellen ihre Ernährung um, engagierten sich für solidarische Landwirtschaft und bereicherten ihre Gärten mit Blühwiesen statt mit englischem Rasen.

Aber es müsse dringend mehr getan werden auf der politischen Bühne in Sachen Klimaschutz und Naturschutzgesetz. „Wenn nur einzelne Forderungen umgesetzt würden, wäre schon viel erreicht“, begeistert sich Küppers und zeigt dabei im Flyer auf die Forderung „pestizidfreie Bewirtschaftung aller öffentlichen Flächen“. Das wäre „ein Riesenschritt in die richtige Richtung“, ist er überzeugt.

In Kempten kamen am Donnerstag rund 250 Menschen zum Omnibus, um zu unterschreiben. Es sind Menschen aller Altersstufen, Studenten, Rentner, Berufstätige, die ihre Stimme für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur erheben. Elena Günzel und Sean Morgan sind spontan hergekommen. Sie leben auf dem Land und beobachten mit Sorge, „dass in den letzten Jahren immer weniger Bienen durch die Wiesen summen“. „Ich arbeite in einem Café, da stürzten sich noch vor zwei Jahren unzählige Wespen auf unsere Kuchen. Dieses Jahr sieht man so gut wie keine“, so Günzel. Antonio Dimagli bleibt auch am Bus stehen. Er sagt, dass „viele kleine Tropfen einen Fluss erschaffen“ und unterschreibt, weil ihn der zunehmend verantwortungslose Umgang mit der Natur bekümmert.

Wie viele Unterschriften es am Freitagabend insgesamt sein werden, kann Küppers freilich nicht sagen. Aber bis zur Landtagswahl, zeigt sich der Aktivist optimistisch, werden genügend Unterschriften zusammenkommen, um entsprechend Druck auf die Politik ausüben zu können. Wer noch unterschreiben möchte, kann dies unter www.omnibus.org und www.volksbegehren-artenvielfalt.de tun.

Susanne Duschek

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