Gestaltungsbeirat ist "betört"

Begeisterung für Bauvorhaben am Schwabelbergerweiher

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Kempten – Anders als bei den Planungen für Wohnbebauung am Neuhauser Weg, die harsche Kritik ernteten (siehe Kreisbote vom 25. Januar 2020) waren die Gestaltungsbeiräte vom Bauvorhaben der Sozialbau am Schwabelsbergerweiher rundweg begeistert.

„Wir waren betört von diesem Standort“, sagte Beirats-Vorsitzende Bü Precher zu Beginn der Diskussion über „Wohnen am Weiher“ mit 21 Wohneinheiten in einem siebengeschossigen Holzhaus. Jede der 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen ist mit einem südlich oder westlich ausgerichteten Loggia-Balkon mit „transluzenter“ Holzeinfassung ausgestattet, wie Architekt Markus Abler, stellvertretender Abteilungsleiter Neubau, vorstellte. Außer Frage stand für ihn, dass an „diesem besonderen Ort nicht in die Fläche, sondern in die Höhe gebaut werden soll“, um bessere Durchblicke auf den Weiher zu erhalten. 

Er setzt zudem nicht nur auf „Holzbau in voller Konsequenz“, sondern auch darauf, die versiegelte Fläche so gering wie möglich zu halten. Tiefgarage ist keine vorgesehen, da der Stellplatznachweis unter Nutzung einer Parkfläche entlang der Straße sowie einem geplanten Parkdeck auf einem nördlich gelegenen Grundstück erbracht werden kann. Die Fassade des Holzbaus soll aus einer vorgegrauten, vertikal verlaufenden Holzschalung bestehen, mit schmalen horizontalen Blechen an den Fenstern. Der Quadratmeterpreis der Mietwohnungen soll „auf jeden Fall im einstelligen Bereich liegen“, betonte Sozialbau-Chef Herbert Singer. Im Erdgeschoss mit zum Teil drei Metern Deckenhöhe kann er sich zudem eine Tagespflegeeinrichtung vorstellen. Ein siebengeschossiges Holzhaus sei zwar „super“, aber „wirtschaftlich ist es nicht“, würdigte Gestaltungsbeirat Hans-Peter Hebensperger-Hüther das Vorhaben der Sozialbau. 

Lediglich das Erdgeschoss fand er etwas „irritierend“. Für ihn war „denkbar“, es statt Tagespflege „vielleicht sogar frei“ zu lassen oder andere Nutzungen, wie Stellfläche für E-Bikes, dafür zu überlegen – eben „eine Nutzung, die für alle gut ist“. In jedem Fall fände er eine „erdgeschossige Einbindung und optische Durchlässigkeit“ gut. Mit seiner Anregung, das Gebäude ein paar Meter nach Norden zu verschieben, um einen noch besseren Durchblick zum Weiher zu erhalten, lag er ganz im Interesse der Sozialbau, wie Singer bekundete. Eine weitere Überlegung ist die Verlegung der Bushaltestelle direkt vor das Haus. Prechter wünschte sich für die Wiedervorlage mehr Aussagen zur Grüngestaltung und den naturschutzrechlichen Auflagen. 

Christine Tröger

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