Auf lange Sicht kein Geld im städtischen Haushalt vorgesehen

Beginenhaus "auf Eis" gelegt

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Das Beginenhaus mit neuem Banner.

Kempten – „Ich weiß nicht, wie renitent man werden muss, dass hier mal etwas vorwärtsgeht“, hatte Stadtrat Thomas Hartmann (Die Grünen) im Rahmen der Haushaltsberatungen vergangenen November das schleppende Vorangehen beim Beginenhaus 

wegen des möglichen Verlustes von Fördergeldern und wegen des jahrelangen ehrenamtlichen Engagements des Vereins kritisiert. Und auch Erwin Hagenmaier (CSU) hatte beanstandet, dass jedes Jahr Gelder eingestellt würden, „aber nichts passiert“.

Hartmann wird wohl noch länger renitent sein müssen, dafür muss sich sein CSU-Kollege nicht mehr ärgern. Für den Haushalt 2019 ist für das Beginenhaus nämlich kein Geld mehr vorgesehen und nach Informationen des

Kreisboten

auch in den folgenden Jahren nicht. Angedeutet hatte es auch OB Thomas Kiechle im Kulturausschuss am Mittwoch.

Nachdem das ursprüngliche Nutzungskonzept mit einem „Zentrum für Buchkultur“ hatte verworfen werden müssen, hatte der Verein das Gremium in dessen Aprilsitzung mit einem neuen Konzept überzeugen können: Betrieb des Beginenhauses als Veranstaltungshaus sowie des Museums im Nonnenturm und der Schauräume im Beginenhaus. An die Verwaltung erging der Auftrag, ein detailliertes Finanzierungs- und Betriebskonzept auf der vorgestellten Grundlage zu erarbeiten.Wie aus dem Vortrag von Museumsleiterin Dr. Christine Müller-Horn diese Woche hervorging, sind noch zahlreiche Fragen offen. Unter anderem wisse man noch nicht, ob unter den seit 2003 vom Verein zutage geförderten Fehlbodenfunden „Spitzenfunde“ seien und „welche Geschichte sie erzählen“. Auch sei aktuell ein Bauforscher beauftragt, die Baugeschichte zu erstellen. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen aber seien schlussendlich die Basis für alles weitere.

Die geschätzten Kosten für die Sanierung betragen laut Müller-Horn 8,25 Millionen Euro. Förderungen wurden bekanntlich schon vor geraumer Zeit in Aussicht gestellt. Aus Sicht von Katharina Schrader (SPD) werde hier das Gefühl vermittelt, „dass man immer etwas sucht“, um es zu verschieben. Das erlebe sie jetzt zum dritten Mal und „das ist nicht fair“. 

Stutzig hatte sie auch gemacht, dass es für den Tagesordnungspunkt im (internen) Ratssystem noch einen Beschlussvorschlag gegeben habe, er jetzt aber nur noch zur Kenntnisnahme sei. Dr. Richard Schießl, Referent für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung, begründete den Schritt mit der Notwendigkeit einer „Prioritätensetzung“. OB Thomas Kiechle argumentierte, dass zum einen „inhaltliche Themen noch nicht ausdiskutiert sind“. Zum anderen werde, auch wegen der steigenden Geburtenrate, in den nächsten Jahren im Haushalt „der absolute Schwerpunkt“ auf Kitas und Schulen liegen müssen. Erhalten bleibt aber zumindest der Resthaushalt aus den Jahren 2017 und 2018, wie Schießl auf Nachfrage des Kreisbote angab. Das sind 145.000 Euro für das Konzept und 155.000 Euro für den Bau. Die für 2019 angedachten 100.000 Euro werden allerdings gestrichen und auch für 2020 sei nichts geplant.

Christine Tröger

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