Jugendfeuerwehr testet ihr Können

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„Wasser Marsch!“, heißt es am Wochenende bei der ersten 24-Stunden Übung der Jugendfeuerwehr Kempten. Neben Löscharbeiten an brennenden Objekten werden die jugendlichen Feuerwehranwärter auch mit Aufgaben der Rettung und Erstversorgung von verletzten Personen und Vorbereitungs- und Instandsetzungsarbeiten bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Kempten konfrontiert.

Kempten – „Wasser Marsch!”, ruft der Bub, der mit seinem Freund am C-Rohr steht, seinen Kameraden und dem Gruppenführer am Tanklöschfahrzeug zu. Diese drehen gemeinsam die Ventile auf und die beiden Buben der Jugendfeuerwehr Kempten halten den kräftigen Wasserstrahl in die lodernden Flammen des in Brand gesetzten Palettenhaufens.

Diese Löschaktion bei einem künstlich entflammten Bretterstoß in der Nähe des Mariabergs ist nur ein kleiner Teil des auf 24 Stunden angelegten ersten großen Berufsfeuerwehrtages der Freiwilligen Feuerwehr Kempten. An diesem Übungstag sollen die Auszubildenden der Jugendfeuerwehr Kempten die unterschiedlichsten Einsatzszenarios mit den jeweiligen Anforderungen anhand praktischer Übungen kennenlernen. „So einen breit angelegten Berufsfeuerwehrtag hatten wir in Kempten für unsere Jugendfeuerwehr bisher nicht”, sagt Torsten Giebitz, neuer Stadtjugend- wart der Freiwilligen Feuerwehr Kempten. Insgesamt sind rund 20 jugendliche Anwärter auf die ehrenamtliche Tätigkeit des Feuerwehrmannes bei der 24-Stunden Übung mit dabei. Zum Einsatz kommt neben Manpower aber auch jede Menge technisches Equipment, wie zum Beispiel eine Wärmebildkamera zum Erkennen von Glutnestern oder eine moderne Druckwasserpumpe, die aus einer weiter vom Einsatzort entfernten Zisterne Wasser zu den Tanklöschfahrzeugen an der eigentlichen Brandstelle pumpt. Aber auch eine Handvoll Schaufeln, mit denen die Auszubildenden ein Rohr freilegen müssen, kommen an diesem für die jugendlichen Feuerwehranwärter anstrengenden Übungstag zum Einsatz. Leben retten„Ich möchte gerne Menschenleben retten”, antwortet der 15-jährige Daniel vom Löschzug 1 der Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Kempten. Seinem Kameraden Timo, 15 Jahre alt und ebenso vom Löschzug 1 der Hauptwache Kempten geht es darum, sich gemeinsam mit Freunden in schwierigen Situationen Herausforderungen zu stellen. Und so tauscht er, wie seine beiden Kameraden Raphael, 13 Jahre, und Christian, 19 Jahre, vom Löschzug 15 (St. Lorenz), gerne mal den Joystick der Playstation gegen ein C-Rohr ein. An diesem Übungstag werden die Jugendlichen in diesem Sinne mit der Rettung und Versorgung von Verletzten, der Vorbereitung der Brandbekämpfung und anspruchsvollen Löscharbeiten konfrontiert.Im Alter von 12 bis 16 Jahren können Jugendliche beiderlei Geschlechts zur Freiwilligen Feuerwehr Kempten kommen, bei der sie in zweiwöchigem Rhythmus an die diversen Tätigkeitsfelder einer mittelgroßen städtischen Feuerwehr herangeführt werden. In richtige Einsätze kommen die „Frischlinge” aber in diesem Alter noch nicht. Erst ab 16 Jahren ist es den jungen Feuerwehranwärtern erlaubt, gefahrlose Tätigkeiten, zumeist Aufräum- und Instandsetzungsaufgaben, im Rahmen von Einsätzen zu erfüllen. Altersgerechter EinsatzEin aktiver Feuerwehrmann im klassischen Sinne aber kann der jugendliche Anwärter erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres werden, lange nachdem er durch Ausbilder, respektive Gruppenführer, in die oft lebensrettenden Tätigkeiten eingeübt und an die anspruchs- volle technische Ausstattung der Löschzüge herangeführt wurde. „Das Ziel unseres 24-Stunden Übungstages ist es, die Ausbildungsqualität unserer Jugendfeuerwehr Kempten zu erhöhen. Gleichzeitig aber fördert eine solch große Übung auch die Kameradschaft der Jugendlichen untereinander, die bei den unter- schiedlichen Übungen das theoretisch Gelernte nun gemeinsam praktisch anwenden können”, urteilen Torsten Giebitz, Jugendfeuerwehr- wart der Stadt Kempten und der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der FF Kempten Christoph Sirch unisono. Beide zeigten sich mit dem Verlauf der 24-Stunden Übung sehr zufrieden und lobten das Engagement der rund 20 jungen Feuerwehranwärter. Jörg Spielberg

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