Junge Menschen mit Mut

Die Gründer fühlen sich gut begleitet

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Gesprächsrunde beim Gründerworkshop im Lindenberger Ratssaal: Claudia Duck (v.l.), Christoph Dehmer, Cornelia Netzer, Girolama Rullo, Kirchberger, WEST-Geschaeftsführerin Sabine Berthele, Tatjana Seelos und Jürgen Schaefer.

Lindenberg – So voll ist der Lindenberger Ratssaal meist nicht einmal bei Stadtratssitzungen: Über 30 meist junge Menschen oder im mittleren Alter. Sie alle haben ein konkretes Ziel und eine Idee, wie sie wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können.

Keinen Boss mehr über ihnen, der sagt, wo es lang geht. Allerdings tragen sie künftig für jeden Schritt die volle Eigenverantwortlichkeit, und diese Realität kann unbarmherzig sein. Manche haben die Firmengründung erst noch vor sich, andere sind bereits gestartet.

Bei den Workshops des Gründerwettbewerbs von WEST und Citymanagement (der Kreisbote berichtete) ist ein guter Teil des kreativen Potentials im Westallgäu zusammen gekommen. Da ist zum Beispiel Jürgen Schäfer aus Oberreute. Seine Idee basiert auf den jüngsten Entwicklungen bei den regenerativen Techniken und lautet: Solarstrom vom Eigenheim selbst nutzen. Wer es klug macht, kann eine auf jährliche Rendite von neun Prozent kommen. „Das ist wahrscheinlich die beste Geldanlage, die man weitum bekommen kann“, ist Schäfer sich sicher.

Renate Jungblut aus Egg bei Röthenbach hat sich auf Schneiderei und Raumausstattung spezialisiert. Trachten näht sie für Vereine. Und wenn es darum geht, mit Stoffen die eigenen vier Wände zu verschönern, weiß sie sich ebenfalls kompetent. Ein ähnliches Tätigkeitsfeld hat Angela Guggenmoos aus Scheidegg. Sie arbeitet seit kurzem als Kostüm- und Trachtennäherin.

Claudia Duck, Schlachters, ist bereits viel in der Welt herum gekommen. Dieses Wissen will sie nützen, um ein Tourismuskonzept umzusetzen, wie es das bisher noch nicht in der Region gibt. Sie entwickelt neue Arten von Erlebnis- und Studienreisen. Was, das ist noch Betriebsgeheimnis. Mit dem Start des neuen Unternehmens wird es bekannt gegeben.

Christoph Dehmer aus Lindenberg lockt das Abenteuer. Und das will er auch anderen vermitteln. „Climb and Music“ lautet sein Projekt und versteht sich als „Deutschlands erster Anbieter für mobilen Seilgarten kombiniert mit Veranstaltungstechnik“. Das bedeutet mobile Seilgartenelemente, erlebnispädagogische Teamtrainings, Niedrigseil-Parcours, große Leihausrüstung, Floßbauprojekt und Winterevents. Für den Tourismus im Westallgäu bringt er neue Angebote.

Tipps und Anregungen

Cornelia Netzer möchte Hilfestellungen im Alltag und Alltagbegleitung bieten, dabei auch ihr Angebotsspektrum erweitern. Das Gründerseminar bietet ihr Anregungen und Tipps. Tatjana Seelos aus Weiler wirkt als Yogalehrerin. Sie möchte ihr Angebot ausbauen, um es künftig hauptberuflich zu machen.

Manche Ideen zielen aber auch auf Größeres. Sie lassen sich nur mit einem eingespielten Team verwirklichen. Da ist ein seit 15 Jahren selbständig arbeitender Schreiner, der nun mit einer innovativen Idee im Handwerk eine zweite Firma gründen will. Auf der Suche nach einer Halle ist er schon etwas enttäuscht, wie wenig im Westallgäu an Immobilien zu finden ist.

Oder da sind Girolama Rullo und Brigitte Kirchberger, die sich auf die Fabrikation glutenfreier Lebensmittel spezialisieren wollen. Obwohl sie bereits jetzt einen Gastronomiebetrieb leiten, ist das doch eine ganz neue Herausforderung. Das Gründerseminar der WEST mit seinen kostenlosen Angeboten hilft ihnen, sich das kaufmännische und betriebliche Grundwissen zu erwerben.

So sehen es auch viele andere Gründer. Sie sind dankbar in dieser schwierigen und anspannenden Zeit des Gründungsprozesses eine versierte Begleitung zu bekommen.

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