Reger Austausch

Von Stadtpark bis Kultur

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Immer eine gute und willkommene Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch in lockerer Atmosphäre ist der Neujahrsempfang der Stadt.

Kempten – Drei Dinge nannte OB Thomas Kiechle beim Neujahrsempfang der Stadt Kempten, die ihm „besonders wichtig sind“:

eine Anbindung in der Stadt an die Fernbuslinien, eine Weiterentwicklung des Weihnachtsmarktes – ein Anliegen, „das aus dem Stadtrat heraus und von den Altstadtfreunden bereits thematisiert wurde“ – und dass der Stadtpark nicht mehr „den Krähen eine bessere Aufenthaltsqualität bietet als den Kemptenern“.

Bezüglich der Neugestaltung des Stadtparks war er guter Dinge diese schon bald angehen zu können, da dieser auf der Agenda der „Erweiterten Doppelstadt“ stehe, wofür er sich eine „intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger“ wünschte.

„Große Herausforderungen“ für Kempten sah er unter anderem in der demografischen Entwicklung und der damit ver- bundenen Generationengerechtigkeit, im Klimaschutz, in der Stärkung von Unternehmen und der Schaffung von Möglichkeiten für Neuansiedlungen sowie in der Verantwortung, „kommenden Generationen keinen Schuldenberg zu hinterlassen“. Da viele der in den Strategischen Zielen bis 2020 beschriebenen Maßnahmen bereits „in vollem Gange, abgeschlossen oder angestoßen“ seien, gelte es „für mittel- und längerfristige Zeitabschnitte Ziele neu zu definieren“ und neue Akzente für eine „nachhaltige und ganzheitliche Stadtentwicklung“ zu setzen. Als Beispiele nannte er die Konversionsflächen der Bundeswehr sowie das 650 Jahre alte Beginenhaus, für das bis zum Herbst „belastbare Zahlen für die Sanierung“ vorliegen sollen.

Zum Thema Klimaschutz reichte Kiechle das Mikro an AÜW-Chef Michael Lucke, der vor Kurzem deutschlandweit zum Energiemanager des Jahres 2014 ausgezeichnet worden war. Er betonte nicht müde zu werden, „regenerative Energien voranzubringen“.

Einen neuen Schwerpunkt plant Kiechle im kommenden Jahr im Bereich „Kultur“ zu setzen, um „ganzheitlich das kulturelle Angebot in Kempten weiter zu entwickeln“. Besonders „dankbar“ zeigte er sich für ehrenamtliche Initiativen wie den Jazzfrühling, Fürstensaal Classix, den APC-Sommer oder auch das Engagement von Mäzenen und Persönlichkeiten, wie im vergangenen Jahr für die konzertante Aufführung von Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“. „Eine Weiter-Entwicklung unseres Theaters auf hohem Niveau ist für mich auch ein Standortfaktor“, betonte er. Bereits zum 15. Mal finde heuer der „Kemptener TANZherbst“ statt, organisiert vom Allgäuer Regional- verband für zeitgenössischen Tanz, dessen Gründer Richard Klug mit seiner Frau Kaja vor Kurzem das KARI.TANZHAUS eröffnet habe. Kaja Klug erzählte von den Anfängen mit zeitgenössischem Tanz in Kempten und von ihrer Vision, das Tanzhaus als „Stätte für internationalen Tanz“ zu etablieren.

Aber auch in vielen anderen Bereichen, im Sport, im Sozialen, in den Kirchen oder in den unterschiedlichsten Unternehmen und Handwerksbetrieben gebe es viele Menschen, „die mit hohem Engagement dazu beitragen, unsere Stadt weiter zu entwickeln“, nutze Kiechle die Gelegenheit sich dafür zu bedanken. Und da ein Freiwilligenteam der Diakonie Kempten vergangenen November mit dem Integrationspreis 2014 der Regierung von Schwaben ausgezeichnet worden war, fand auch das Thema „Flüchtlinge“ seinen Platz beim Neujahrsempfang. Als Vertreter der geehrten vierköpfigen Sprachvermittlungsgruppe erzählte Dr. Eberhard Kinzer über die ehrenamtliche Arbeit, die er aus „rein humanitären Gesichtspunkten“ leiste.

Zu guter Letzt war es Kiechle wichtig den Kemptenern zu vermitteln, dass sie von der Politik wahrgenommen würden und ermunterte sie, Angebote wie die Bürgersprechstunden im Rathaus sowie Bürgerinformationen, -beteiligungen und –versammlungen zu nutzen. „Ich suche den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern, um immer wieder zu erfahren, wo eventuell Ängste und Sorgen vorhanden sind, welche Erwartungen an die Verwaltung gestellt werden, was es an Anregungen und Wünschen, aber auch an Kritik, gibt“, machte er deutlich.

Christine Tröger

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