Bericht über Krieg

Kreisvorsitzender Thomas Kreuzer (links) mit dem Stabsgefreiten Fabian G. Foto: privat

Zur jüngsten Fraktionssitzung des Kreisverbandes der CSU hatte Vorsitzender Thomas Kreuzer den Sitzungsteilnehmern viele Nachrichten mitgebracht. Ein Punkt allerdings interessierte die Anwesenden besonders: Der Erfahrungsbericht über Afghanistan von Fabian G., einem 23-jahrigen Allgäuer, der bereits insgesamt ein Jahr dort stationiert war.

Der Stabsgefreite verbrachte zwischen 2008 und 2010 drei mal vier Monate in Afghanistan. G. schilderte anschaulich die Situation in dem fernen Land. Meist erfährt der Einsatz gegen die Taliban in der Öffentlichkeit nur harsche Kritik. Auf die Frage, welchen Sinn er hinter diesem Kriegseinsatz sehe, antwortete der Allgäuer mit einer kurzen Geschichte: „Unter anderem gehörte es zu unseren Aufgaben, öffentliche Gebäude zu schützen. Als wir mit dem Schutz einer Schule beauftragt wurden, die an diesem Tag eröffnet wurde, rannte ein kleines Mädchen auf mich zu und sprach mich an. Nach ein paar kurzen Sätzen war sie auch schon wieder weg. Später erfuhr ich, dass das Mädchen sich für die Möglichkeit des Schulbesuchs bedankt hatte. Ihre Schwester wurde drei Jahre zuvor geblendet, um sie am Schulbesuch zu hindern. Das waren die Augenblicke, in denen ich genau wusste, warum ich dort war“. Kaum jemand kann sich – trotz umfangreicher Ausbildungs- und Vorbereitungsmaßnahmen – die dortigen Anforderungen tatsächlich vorstellen. Erst vor Ort zeigen sich die Aufgaben, die den jungen Soldaten täglich, 24 Stunden lang und vier Monate fast ohne Pause gestellt werden. Zusätzlich erschwert mancher veraltete Ausrüstungsgegenstand den Einsatz. Für Fabian G. wäre es wünschenswert, die Soldaten besser auszustatten. In dem gebeuteltem Land befinden sich, außer den Einsatzkräften, auch viele Hilfsorganisationen. „Leider“, so der Stabsgefreite, „fahren die Helfer auch immer wieder in Gebiete, vor denen ausdrücklich gewarnt wurde. Oft müssen wir die Leute dann retten“. Die verschiedenen Organisationen sind untereinander meist kaum vernetzt, „jeder wurschtelt ein wenig alleine vor sich hin“.

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