Besinnlicher Moment

Der Kemptener Bürger, die unter dem nationalsozialistischen Terror ums Leben kamen, hat die die Deutsch-Israelische Gesellschaft Kempten (DIG) am vergangenen Mittwoch in einer Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof erinnert. Anlass war der israelische Holocaust-Gedenktag, der heuer auf diesen Tag fiel.

Auch vor der Allgäumetropole haben die Schrecken des Nationalsozialismus keinen Halt gemacht. Wie Maria Lancier, die 2. Vorsitzende der DIG, in ihrer Ansprache erinnerte, enteigneten die Nazis jüdische Bürger in Kempten und nahmen ihnen auch die Wohnung. In einer Baracke im Weidacher Weg und im so genannten Judenhaus in der Immenstädter Straße mussten viele von ihnen fortan leben, ehe am 31. März 1942 der eigentliche Schrecken begann. Ab diesem Tag wurden viele in Konzentrationslager deportiert, wo die meisten von ihnen ums Leben kamen. Öffentliches Erinnern wichtig Die Mitglieder der DIG verlasen einzeln die Namen der Deportierten und gaben einen kurzen Abriss ihres Lebenslaufs. Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) erklärte, dass zwar ein bürokratischer Apparat hinter der organisierten Vernichtung von Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen und anderen Gruppen stand, aber auch der bestehe aus Individuen. Aufgabe der Nachkriegs-Generationen sei es, den Wandel der Gesellschaft genau zu beobachten, um derartige Entwicklungen bereits im Keim zu ersticken. „Wir haben dafür zu sorgen, dass die Erinnerung auch öffentlich stattfindet“, erläuterte sie die Aufgabe der Stadt. Deswegen seien auch Gedenkfeiern am Friedensplatz wichtig. Das Datum des Holocaust-Gedenktages in Israel wird nach dem jüdischen Kalender berechnet und findet jährlich zwischen Ende April und Anfang Mai statt. Während eines zweiminütigen Sirenengeheuls legen die Bürger in Israel dann ihre Arbeit nieder und Gedenken der Opfer. In Deutschland findet der Holocaust-Gedenktag seit 1996 am 27. Januar statt.

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