Besondere Atmosphäre

Der blaue Salon, den Friedrich Hechelmann innerhalb eines Jahres angemalt hat. Foto: Schubert

Das ehemalige Benediktinerkloster in Isny kann auf eine lange wechselvolle Geschichte zurückblicken. Bis 1803 als Kloster der Benediktiner geführt, kam es in den Besitz des Hauses Quadt-Wykradt als Entschädigung für die von Napoleon veranlassten Enteignungen anderer Besitztümer und diente ab 1806 als Schloss des Fürstenhauses. Erst nach dem zweiten Weltkrieg kaufte die Stadt Stuttgart die Gebäude und führte sie als Geriatrische Klinik bis zum Jahre 1996.

Es folgte die Neuorientierung durch die mutigen Entschlüsse von Hans Müller, der zusammen mit seinem Bruder das Anwesen aufkaufte und so den Verkauf an Investorengruppen verhinderte. Das war der Anlass von Friedrich Hechelmann, zusammen mit Josef Hechelmann-Baschnegger und anderen Gleichgesinnten eine Stiftung ins Leben zu rufen, die sich um kulturelle Belange und den Erhalt des Gebäudes bemühte. Schon bald wurde im Hauptgebäude die Kunsthalle etabliert, in der Friedrich Hechel- mann seine Arbeiten präsentieren konnte und in der ein reger Betrieb mit wechselnden Ausstellungen einen entsprechenden Rahmen finden konnte. Auch hier war es schon deutlich zu sehen, was aus diesem Gebäude werden konnte. Treppenhaus, Präsentationsräume und Innenhof wurden in einem Glanz restauriert, der kaum zu überbieten war. Nun ist es Hechelmann auch gelungen, das sogenannte „Abtshaus“ im vorderen Flügel der Anlage zu restaurieren und für die Nachwelt zu erhalten. Voller Stolz präsentierte er das Baujuwel jetzt im neuen Glanz. Die jahrelange Arbeit zur Erhaltung hat sich auf unnachahmliche Weise in die Praxis umsetzen lassen. „In diesen Räumen habe ich einen Teil der Kunstwerke unterbringen können, die ich im Laufe meines Lebens sammeln konnte“, erläuterte der Künstler. Fast traut man sich nicht, die Räume zu betreten, die märchenhaft wie das Werk Friedrich Hechelmanns anmuten und der Einsatz von Energie, Geld und künstlerischem Geschmack haben sich in jedem Detail wieder finden lassen als er durch diese neuen Räume führte. Nichts ist mehr von den Nutzungen als geriatrische Klinik übrig geblieben. Unter den Kunststoffböden der Zimmer kam teilweise das alte Holzwerk der Böden (wenn auch arg ramponiert) zum Vorschein, die Stuckdecken wurden restauriert, in den Gängen Holz aus den Speicherböden verwendet und in mühsamer Handarbeit wieder hergerichtet. Handgemalte Tapeten, stilvolle Möbel und eine durchgehende Linie an liebevollen Details haben sich verwirklichen lassen. Führungen möglich Jetzt ist wieder ein Teil der Anlage für die Nachwelt erhalten geblieben und Friedrich Hechelmann ist gerne bereit auf besondere Anlässe einzugehen und die Räume für niveauvolle Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Auch Führungen sind auf besonderen Wunsch und mit Anmeldung in den Räumen möglich. „Eines Tages wird all das in die Stiftung einfließen und es ist bestimmt nicht abwegig, diese Räume auch als Filmkulisse zu benutzen“, meinte der Künstler. Friedrich Hechelmann ist neben seinem künstlerischen Schaffen wieder einmal ein großer Wurf gelungen und dafür kann man ihm nicht genug dankbar sein. Er, der großartige Maler, hat für sich ein Refugium geschaffen, das nun wirklich einmalig ist.

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