"Besondere Einsatzfreude"

Kurz nach Beginn der Feierlichkeiten zu seinem 30-jährigen Jubiläum, musste „Christoph 17“ zum Einsatz ausrücken. Foto: Tröger

Mit Lob und Anerkennung für das hohe Engagement aller Beteiligten wurde nicht gespart. Seit 30 Jahren ist der Rettungshubschrauber „Christoph 17“ in Kempten stationiert und nicht mehr wegzudenken. „Dankbar für diese Einrichtung in unserer Region“ eröffnete OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, den Festakt für den orangefarbenen Jubilar, der selbst am wenigsten durch Anwesenheit glänzen konnte. Während in seinem Hangar gefeiert wurde, musste er zum Einsatz ausrücken.

Über 40 400 Notfall-, Berg- und Wasserrettungen wurden seit der am 16. September 1980 offiziell erfolgten Inbetriebnahme durch den damaligen Bundesminister des Inneren, Gerhard Baum, geflogen. Auch an den „schwarzen Tag in der Chronik des Christoph 17“ erinnerte Netzer: Am 10. Februar 1995 war der Pilot beim Absturz der Maschine in Balderschwang ums Leben gekommen, der Notarzt und der Rettungsassistent schwer verletzt worden. Die Einsatzzahlen von Christoph 17 seien, so Netzer, „in all den Jahren kontinuierlich gestiegen“. Da es am derzeitigen Standort unter anderem wegen der angestrebten Einhäusigkeit der beiden Kemptener Kliniken „eng“ werde, sei aktuell die Vergabe eines Planungsauftrages für einen neuen Standort des Hangars im Stadtgebiet Kempten an einen Sachverständigen für Hubschrauberlandeplätze beschlossen worden, verkündete er. Bedeutung wächst Die 30 Jahre „außerordentlich erfolgreiche Luftrettung“ würdigte Karl Hofmann, Leitender Ministerialrat, als einen „Dienst, verbunden mit außerordentlich großer Verantwortung“. Wie auch seine beiden Vorredner, thematisierte der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Dieter Deinert, die zunehmende Bedeutung der Luftrettung, denn insbesondere auf dem Land könnten Krankenhäuser „keine 24-Stunden-Versorgung mehr gewährleisten“. Einig zeigten sich alle Redner darin, dass über eine Ausweitung des Dienstes der Luftrettung nachgedacht werden müsse, der laut Netzer derzeit nur von sieben Uhr morgens bis Einbruch der Dunkelheit bereit stehe. Polizeioberrat Carsten Herrmann hob die „besondere Einsatzfreude“ der Crew hervor. „Sie sind großartige, verlässliche Partner, wie man sie sich besser nicht wünschen kann“, betonte er. Um das „hohe Niveau“ zu halten, würden ständig Qualitätszirkel, ärztliche Fortbildungen und Übungen vorgenommen, erklärte Notarzt Gerhard Zipperlen als Vertreter der aktuellen Crew. Neben der Einführung schwieriger Verfahren, wie die Bergtau-Rettung, habe man in Kempten „die erste zertifizierte Sicherheitskleidung“ entwickelt. Viele interessante Einblicke in die Geschichte von und viele Geschichten rund um „Christoph 17“ sind in der Festschrift „30 Jahre Christoph 17 – Luftrettung für’s Allgäu“ nachzulesen.

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