Sichten und archivieren

Verborgenes wird erhellt

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Britta De Jans interessiert sich seit ihrer Kindheit für Museen. Jetzt katalogisiert sie die Bestände des Hutmuseums.

Lindenberg – Jede Schachtel bietet eine Überraschung, weiß Britta De Jans. Die Museumsfachfrau, die bereits im Textilmuseum Augsburg und in oberschwäbischen Museen gearbeitet hat, ist von der Aufgabe in Lindenberg begeistert.

Sie sichtet und archiviert seit Juni die Bestände des Lindenberger Hutmuseums und weiß, dass all diesen Objekten Geschichte und Geschichten anhaften.

Jedes hat seinen Weg und auch sein Geheimnis, wie die Museumsmitarbeiterin erläutert. Manches davon kann sie durch Recherchen erhellen. Für Museen hat Britta De Jans sich schon seit der Kindheit interessiert. Im Studium erwachte dann die Liebe zu den Objekten. Sie zu entschlüsseln sei immer wieder aufregend.

Während die rund 1500 Hüte im Museumsbestand bereits vom Museumsleiterehepaar Manfred und Edeltraud Röhrl inventarisiert wurden, wird nun auch das Gros der sonstigen Bestände erfasst.

Umfangreiches Archiv

Nach Schachteln sortiert geht es um Themenfelder der Hutgeschichte, etwa Gesammeltes zu einzelnen Hutfabriken, Garnierungen für Hüte, Unterlagen zu Sonderanfertigungen (z.B. Tropenhelme), Spezialfragen wie Ausbildung in den Hutfabriken, sozialgeschichtliche Aspekte und anderes mehr. Auch Stadthistorie spielt vielfältig mit herein. So gibt es zum Beispiel eine Schachtel über Pferdehändler. Bei über 100 Schachteln hat Britta De Jans es oft mit kleinteiligen Dingen zu tun: alten Fotos, Urkunden, Prospekten, Belegen, Briefen, Berichten. „Flachware“ heißt das im Museumsjargon. Für jedes einzelne Stück wird im internet- unterstützten Archivierungssystem „Vino“ ein Datenblatt angelegt. Hier gibt es nicht nur eine wissenschaftliche Beschreibung, sondern es werden viele Dinge vermerkt: Maße, Material, Datierung, Hersteller, Zustand, Erwerbsdatum, Eigen- tum (Museum oder Leihgabe) und anderes mehr.

Die Objekte werden nur mit weißen Handschuhen angefasst. Auch ein Foto wird angefertigt und ins Datenblatt eingefügt. Dann wird das Objekt nach konservatorischen Gesichtspunkten verwahrt, große Fotos zum Beispiel in säurefreie Hüllen gesteckt. Künftig wird das Datenblatt bei wissenschaftlichen Arbeiten und bei Archivanfragen verwendet werden, und auch wenn Ausstellungen zusammengestellt werden.

Dieses Sichten des Museumsbestandes und Archivs geschieht vor allem unter dem Gesichtspunkt des neuen Museums. Manches kommt als künftiges Exponat in Frage.

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