Zu Besuch beim Künstler

Beeindruckt waren die Mädchen und Buben von der Kindertagesstätte Wiesengrund von dem großen Tor vor dem Atelier von Guenter Rauch. In den Räumen stellten die Vorschulkinder dann fest: „Es taucht immer wieder auf….“ Foto: moriprint

„Hast Du immer schon gemalt? Ist Dein Tor überall drauf? Wie alt bist Du? Wieso sind da Sand und Steine in Deinen Bildern?“ Mit diesen und anderen Fragen bombardierten jetzt Vorschulkinder der Kindertagesstätte Wiesengrund der Diakonie Kempten-Allgäu den Maler und Landart-Künstler Guenter Rauch bei einem Besuch in seinem Atelier an der Keselstraße 14a. Der Künstler – traditionell mit Hut – nahm den Kindern gleich bei der Begrüßung die Hemmschwelle: „Ich bin Künstler – und Opa.“

Für die 28 Mädchen und Buben war es der vorerst krönende Abschluss ihres Jahresprojektes „Künste und Künstler“. Fasziniert hatten Kindertagesstättenleiterin Margit Neher und ihre Mitarbeiterinnen erlebt, mit welcher Hingabe die Mädchen und Buben für die Oper zu begeistern waren. „Aida“ und „Zauberflöte“ erfuhren die Kinder musikalisch und als Bilderbuchgeschichte. Sie lernten Begriffe wie Opernhaus, Bühnenbild, Kostüme, Orchester – und was dahinter steckt. Schließlich gab es sogar eine kleine Aufführung mit der ausgewählten Lieblingsmusik. „Wir haben mit den Kindern Maltechniken ausprobiert – und am Ende dieses Projektabschnittes hat jedes Kind die Buchstaben seines Namens künstlerisch gestaltet.“ Kirchengeschichte und -architektur gab es für die künftigen ABC-Schützen in der St.-Lorenz-Basilika und in der St.-Mang-Kirche zu bestaunen. Salvador Dali, Friedrich Hechelmann, Vincent van Gogh, Friedensreich Hundertwasser lernten die Kleinen „theoretisch“ kennen. Der Besuch bei Maler- und Landart-Künstler Guenter Rauch in der Nähe des Kemptener AÜW-Kraftwerkes war jetzt „live“ und dementsprechend waren die Mädchen und Buben aufgeregt. Sie konnten der Versuchung nicht widerstehen – und gingen durch das große gelbe Tor, die Porta Alpinae vor dem Eingangsbereich, sie staunten nicht schlecht über die ausgestellten Bilder und Modelle und bekamen große Augen im eigentlichen Atelierbereich. Naturverbunden „Auf so was malst Du?“ fragte ein Bub und tippte gegen eine Leinwand. Geduldig erklärte Rauch in seiner farbverspritzten Jacke, es gehe nicht nur ums Malen allein, sondern auch immer wiederkehrende Arbeitsschritte, wie beispielsweise das Grundieren. „Und wofür brauchst Du Sand?“ rollt ein Mädchen fragend die Augen. Er sei ein sehr erd- und naturverbundener Künstler und arbeite diese Materialien in seine Bilder ein. Das zeigte er den Kindern anhand einiger Werke und ebenso die möglichen, vielfältigen Sehweisen dazu. Auch den Unterschied zwischen Malen und Zeichnen erklärte er an seinen Exponaten. Dann erzählte der 65-jährige Rauch noch von seinen Outdoor-Projekten – den 20 „Spuren“ in der Starzlachklamm, der Porta Alpinae, inzwischen an 16 Orten vertreten. Das Tor habe ihm in den vergangenen Jahren den Durchbruch gebracht. Denn Tore auf den Bergen und an anderen exponierten Stellen seien eben etwas Besonderes. „Darum malst Du jetzt wohl auch auf Deine Bilder immer ein Tor, oder?“ will eine kleine Besucherin wissen. Ja, das sei sein Künstlerzeichen, schmunzelte Rauch. Seine Tore seien Symbol für den Blick in eine andere Welt – und so schritten alle Kinder auf dem Heimweg noch einmal durch das gelbe Tor beim Eingang, konzentriert auf die eigenen Wünsche und die eigene Welt.

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