Spenden und handwerkliche Geschicke gefragt

Zu Besuch im Tierheim

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Auch sie suchen ein neues Zuhause: zwei kleine Kätzchen im Kemptener Tierheim

Kempten – Zwei kleine, schwarze, etwa zwölf Wochen alte Kätzchen miauen am Glas einer Türe. „Das ist eines unsere Katzenhäuser“, sagt Christina Helm, Leiterin des Tierheims in Kempten, und zeigt ein geräumiges Zimmer mit Zugang in ein weiteres – das Spielzimmer.

Das Gebäude in dem das Tierheim untergebracht ist, ist zwar in die Jahre gekommen, trotzdem versuchen die Vereinsmitglieder, für die Tiere eine artgerechte und tolle Unterbringung zu schaffen.

„Derzeit sind im Tierheim zehn Hunde und 30 Katzen untergebracht“, sagt Helm. Kleintiere hätten sie derzeit keine, auch keine Schlangen, Echsen oder ähnliches. Im Flur, eine Tür weiter, stapelt sich ein riesiger Wäscheberg. „Unsere Waschmaschine ist kaputt und muss dringend repariert werden“, erklärt Helm. Dabei war der Monteur erst kürzlich da und hatte etwas ausgewechselt, doch nun steht die Maschine wieder. Für den Verein, der das Tierheim in der Dieselstraße betreibt, eine finanzielle Belastung. Schließlich finanziert sich der Verein aus Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern, erklärt Erwin Rauh, stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins Kempten e.V..

Zwar würden durch organisierte Flohmärkte und Feste immer wieder Geld in Kasse kommen, doch in diesem Jahr musste vieles, „auch das beliebte Tierheimfest coronabedingt abgesagt werden“, erklärt Maria Anna Peter-Sigg, Vereinsvorsitzende. Auch während des Lockdowns hatte das Tierheim in Kempten geschlossen und es konnten keine Tiere vermittelt werden. Die Vermittlungseinnahmen, die man für den Kauf von Futter hätte nutzen können, blieben aus. „Auf der anderen Seite kamen aber in dieser Zeit auch viel weniger Tiere ins Heim“, ergänzt Helm. Als Hauptgründe, warum Tiere überhaupt in eine solche Einrichtung abgegeben werden, führt Helm „Überforderung, Allergien oder eben Schwangerschaften“ an. 

Manchmal allerdings wären es auch einfach traurige Schicksale, die dazu führten, dass ein Tier schließlich bei ihnen lande. So erinnert sich Helm an einen dreibeinigen griechischen Labradormischling, dessen Herrchen verstarb und der Hund im Tierheim aufgenommen und vermittelt werden sollte. Aufgrund seiner Einschränkung und seines Alters fiel ihm das Laufen zunehmend schwerer. Eine Gassigängerin nahm sich seiner an und ließ für ihn eine Art Rollator bauen, so dass er sich weiterhin bewegen konnte. 

Und etwas später, konnte er sogar an eine Familie vermittelt werden, die bereits einen behinderten Hund pflegten. Inzwischen vermittelt das Tierheim wieder Tiere, allerdings nur mit vorheriger Terminabsprache und unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Wer sich im Tierheim dazu entschließt, künftig für ein Tier Sorge zu tragen, unterzeichnet einen Vertrag und bezahlt eine Vermittlungsgebühr. Diese beträgt für eine erwachsene Katze beispielweise 75 Euro und für eine junge Katze 45 Euro. 

„Die Tiere sind dann aber geimpft, gechipt und gegebenenfalls auch kastriert“, erklärt Helm. Allein dadurch entstünden Arztkosten pro Tier in Höhe von über 200 Euro. Deswegen sind wir einfach auf Spenden angewiesen, aber auch Tierfutterspenden nehmen wir sehr gerne“, sagt Helm. Wer kein Tier halten kann, aber gerne Hunde spazieren führt, kann sich beim Tierheim als „Gassigänger“ melden. Der Tierschutzverein Kempten e. V., der 1936 gegründet wurde, besteht aus über 700 Mitgliedern, „die meisten, allerdings sind passive“, sagt Rauh. Aber auch aktive, neue Mitglieder, die gerne mal schrauben, basteln oder bauen sind im Verein willkommen. Schließlich steht auch ein neues Projekt an – der Hundetrakt soll neu gebaut und ein Konferenzraum angegliedert werden. Da könnte man später auch mal Schulklassen oder Kindergartengruppen empfangen, schwebt Rauh vor. Weitere Infos über die Vermittlung von Tieren, Spenden und über den Verein gibt es unter: www.tierheim-kempten.de.

Tamara Lehmann

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