»Nicht verantwortbar«

Betzigauer Gemeinderat gegen Adventsmarkt und für weniger Verkehr in Duracher Straße

Bürgermeister Roland Helfrich überrreicht Alfons Hummel ein Präsent
+
Im Rahmen der achten Gemeinderatssitzung wurden die neuen Beauftragten der Gemeinde Betzigau vorgestellt. Hier überreicht Betzigaus 1. Bürgermeister Roland Helfrich (l.) dem neuen Ehren-amtsbeauftragten Alfons Hummel (r.) sein Präsent.

Betzigau – Nach der Sommerpause geht auch die Arbeit des Gemeinderates Betzigau weiter. Am vergangenen Montag Abend wurde zur 8. Gemeinderatssitzung der Wahlperiode 2020 bis 2026 in das Bür-gerzentrum im Gasthof Hirsch geladen. Zum öffentlichen Teil der Sitzung waren am Abend einige BürgerInnen aus Betzigau erschienen, die neben den 13 anwesenden Gemeideräten durch den 1. Bürgermeis-ter Roland Helfrich begrüßt wurden. Betzigaus 2. Bürgermeister Dieter Häringer ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen .

Nach der Verabschiedung von Anni Bechteler aus dem Amt der Familienbeauftragten und von Rainer Klose aus dem Amt des Seniorenbeauftragten wurden in einem kleinen feierlichen Zeremoniell die neuen Beauftragten für die Wahlperiode 2020 bis 2026 vorgestellt und mit einer Ernennungsurkunde und einem kleinem Geschenk bedacht. Für die unterschiedlichen Zustänigkeitsbereiche wurden die folgenden Personen bestimmt: Sabine Mayr und Beate Burkart als Familienbeauftragte; Joachim Borghoff und Benno Merz als Umwelt-, Naturschutz- und Biodiversitätsbeauftragte; Judith Merz und Bernhard Lang als Integrationsbeauftragter; Romy Scheuer und Wolfgang Hammes als Kinder- und Jugendbeauftragte; Gisela Kropka und Judith Glocker als Seniorenbeauftragte und als Ehrenamtsbeauftragte Alfons Hummel und Michael Eß. Der im Anschluss geplante Vortrag über „Fördermöglichkeiten für verbrauchsoptimiertes und ökologisches Bauen von Wohnhäusern“ durch Andreas Tschiesche von der EZA wurde in den nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung verschoben.

Duracher Straße

Anschließend rückte die Diskussion über die Verbesserung der Verkehrssituation in der Duracher Straße in den Fokus der Versammlung. Die Duracher Straße biegt von Kempten kommend kurz vor der Ortsmitte von der Hauptstraße rechts ab. Diese führt als Tempo-30-Zone durch ein Wohngebiet und leitet den Verkehr am Ortsausgang weiter in Richtung der Kreisstraße OA 18/23, die Betzigau mit der Anschlussstelle „Betzigau“ der A7 verbindet. In entgegengesetzer Richtung nutzen sowohl ortsfremde wie ortskundige Fahrer, von der Autobahn oder Durach kommend, die Duracher Straße als Abkürzung in die Ortsmitte Betzigaus. Nur wenige fahren auf der Kreisstraße OA 18/23 bis zum Westkreisel weiter, um von dort am Sportpark vorbeifahrend in die Ortsmitte Betzigaus zu gelangen. Das schaffte in der Vergangenheit Verdruss bei den Anwohner der Duracher Straße, insbesondere stellt der hohe Durchgangsverkehr von und zur Autobahn für Kinder eine Gefahrenquelle dar. Betzigaus 1. Bürgermeister Roland Helfrich stellte am Abend einige mögliche Änderungen zur Verbesserung der Verkehrsituation vor.

Am Ende einigten sich zwölf Gemeinderäte, bei einer Gegenstimme, auf die folgenden Maßnahmen: Ein Autobahnschild in Höhe der Keuzung Hauptstraße/Duracher Straße weist Verkehrsteilnehmern den Weg zur Autobahn über den Westkreisel. Auf der Fahrbahndecke der Duracher Straße werden „Tempo 30“-Markierungen und „Haifischmarkierungen“ bei Einmündungen aufgetragen. Von der Autobahn kommend wird kein Hinweisschild mehr auf die Ortsmitte Betzigaus über die Duracher Straße hinweisen. Stattdessen wird in Richtung Westkreisel verwiesen. Zusätzlich wird auf dem Verkehrsschild in Höhe der Einmündung Duracher Straße in die Kreisstraße OA 18/23 das Gewerbegebiet und der Sportpark mit einem Ikon kenntlich gemacht und die Anfahrt über den Westkreisel empfohlen.

Gemeinderat Michael Eß brachte zudem den Einsatz von „Blitzern“ ins Gespräch, da seiner Meinung nach „der Weg über den Geldbeutel häufig der erfolgreichste ist“. Roland Helfrich gab zu Bedenken, dass die Anschaffung eigener Blitzgeräte ab 130.000 Euro aufwärts nicht durch die Gemeinde zu finanzieren sei und man ansonsten eine Kooperation mit anderen Gemeinden auf die Füße stellen müsse. Zudem haben Messungen ergeben, dass die Duracher Straße eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34 Stundenkilometer aufweist.

Der Adventsmarkt

Ein anderes wichtiges Thema war die Frage, ob die Ausrichtung des Adventsmarktes in Zeiten von Corona sinnvoll sei. Roland Helfrich verdeutliche durch das Aufzählen vieler Anforderungen, dass er einen Adventsmarkt im Corona-Jahr für wenig sinnvoll hält. An die Gemeideräte gerichtet, sagte Helfrich: „Ich respektiere Ihre Entscheidung, auch wenn sie „Pro Adventsmarkt“ ausfällt, kann aber für diesen Fall nicht die Verantwortung übernehmen.“ Und tatsächlich, die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebote, obligater Mund-Nasen-Schutz, Kontaktdatenerfassung, Alkoholverbot, Verbot eines Rahmenprogramms und die Einschränkung bei der Gastronomie auf die Abgabe nur mitnahmefähiger Speisen verunmögliche die Ausrichtung eines Weihnachtsmarktes. Es habe sich in einer Befragung unter den Betzigauer Bürgern, Einrichtungen und Vereinen gezeigt, dass die meisten eine Absage des Weihnachtsmarktes bevorzugen. So stimmten am Ende alle Gemeinderäte der Absage des Weihnachtsmarktes 2020 zu.

Am Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung wurden den Bauanträgen „Leiterberg 23“ und „Gewerbestraße 1“ durch die Gemeideräte stattgegeben. Roland Helfrich verwies zudem auf die Verlängerung der Öfnungszeiten des Wertstoffhofs ab Mai 2021, dienstags von 18 bis 20 Uhr, auf den Beginn der Bauarbeiten an der Pumptrack-Anlage ab dem 12. Oktober und die Wegesanierungsarbeiten entlang der neuen UV-Anlage in Richtung „Roßhag“, beginnend am 15. Oktober.

Jörg Spielberg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Ticker: In Kempten und auch im Landkreis Oberallgäu ist die rote Ampelstufe erreicht
Corona-Ticker: In Kempten und auch im Landkreis Oberallgäu ist die rote Ampelstufe erreicht
Fusion zwischen dem Klinikenverbund und den ehemaligen Kreiskliniken ist weit fortgeschritten
Fusion zwischen dem Klinikenverbund und den ehemaligen Kreiskliniken ist weit fortgeschritten
Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten
Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten

Kommentare