Bewährtes System

Firmenchef Hannes Feneberg (Mitte) hatte „Scanni“-Nutzer zum „Kaffeeklatsch“ eingeladen, um ihre Erfahrungen mit dem elektronischen Einkaufshelfer zu ergründen. Foto: Tröger

Seit geraumer Zeit ist er in den beiden Kaufmärkten in Kempten und Dietmannsried im Einsatz: „Scanni“, der Einkaufshelfer. Er ist klein, handlich, leicht zu bedienen und spart Zeit und Nerven beim Einkaufen, wie in einer Gesprächsrunde von Nutzern einhellig bestätigt wurde. Zum Erfahrungsaustausch eingeladen hatte Firmenchef Hannes Feneberg in die Feneberg-Zentrale, um bei Kaffee und Kuchen zu erfahren, wie die Kunden damit zurecht kommen, oder wo das System verbessert werden kann.

Der Einzelhandel beschäftige sich, so Feneberg, schon länger damit, „dass Kunden sich ihre Waren selbst scannen“. In der vor allem in Deutschland eingesetzten Variante, bei der die Artikel erst an der Kasse selbst eingescannt werden, bringt nach Ansicht Fenebergs keine Vorteile. Denn auch da „bleibt der Stress, alles schnell genug aus- und einzupacken“. Anders bei „Scanni“, wo die Artikel bereits während des Einkaufs gescannt werden und direkt in den Einkaufskorb wandern. Wandert ein Artikel doch wieder zurück ins Regal, kann er einfach storniert werden. Voraussetzungen für die Nutzung des Einkaufshelfers: Die Kunden müssen volljährig sein und sich in einem der beiden teilnehmenden Kaufmärkte anmelden. Sind die persönlichen Daten registriert, gibt es eine Kundenkarte um Scannen zu können. Bezahlt wird entweder mit EC-Karte an einem Automaten oder bar an der Kasse. Auch wenn bei der Anmeldung das Einverständnis dazu erteilt werde, wolle man sich damit zunächst nur „die Möglichkeit offen halten“, Daten zum Kaufverhalten zu sammeln. „Es ist nicht unser primäres Ziel“, versicherte Feneberg. "Leidenschaftlicher Nutzer" Mit Stichproben- oder Vollkontrollen „nach dem Zufallsprinzip“ sollen Diebstähle möglichst schon vorbeugend verhindert werden. Im Fokus hat der Feneberg-Chef bei „Scanni“ vor allem die Großeinkäufe, wenngleich auch „Kleineinkäufe zeitlich schneller gehen“. Dass mit sieben Prozent des Umsatzes in beiden Kaufmärkten „mehr als erwartet“ über den Scanner abgewickelt würde, freute Feneberg, selbst „leidenschaftlicher Nutzer“, besonders. Da das System bereits ab Herbst auch im Kaufmarkt Waltenhofen verfügbar sein und bis Ende 2012 auf alle großen Feneberg-Filialen in der Region ausgeweitet werden soll, war ihm die Meinung bisheriger Nutzer „wichtig“. Bedenken aus der „Kaffeeklatsch“-Runde, der elektronische Einkaufshelfer könne Arbeitsplätze kosten, räumte er aus: „Wir haben das Versprechen gegeben, dass keiner seinen Arbeitsplatz verliert“, betonte er. Nicht nur „schneller“ und „praktisch“ waren Attribute, die „Scanni“ an diesem Nachmittag mehrfach attestiert wurden. „Ich nehme es auch zum Preisabfragen und lösche es dann wieder raus“, stieß Marlies Rauh aus Dietmannsried auf Zustimmung in der Runde. Stolz darauf, als „ältere Dame mitzumachen“, bekräftigte die 63-Jährige, dass das Gerät einfach zu bedienen sei. Wie andere auch, habe sie anfangs Angst gehabt, dass ihr jemand etwas in den Wagen legen oder einen bereits gescannten Artikel herausnehmen könnte. Umständlich fanden einige der Gesprächsteilnehmer das Scannen von Obst, Gemüse und Getränkekisten, da der Strichcode nicht auf dem Produkt, sondern manchmal sich schwer zu finden am Regal befinde. Ein Mehr oder Weniger an Diebstählen, wie der Kemptener „Scanni“-Nutzer Klaus Moro wissen wollte, konnte Erwin Hafner, Leiter des Kemptener Kaufmarktes, jedenfalls nicht verzeichnen.

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