Bewegender Abschied

Eigentlich kann sich niemand so recht vorstellen, wie der Betrieb im Krankenhaus nach der Verabschiedung von Pater Werner Vandermeulen aussehen soll. Seit 1982 ist er als Krankenhausseelsorger tätig gewesen und hat so manchem über schwere Stunden hinweg geholfen. Still, unauffällig, fast unsichtbar ging er durch die Räume, sprach dort ein Gebet und half dort aus der seelischen Schieflage. Vergangene Woche wurde er nun in den Ruhestand verabschiedet.

Die Pfarrstelle in Bolsternang hatte Vandermeulen bereits seit 1970 inne und wie sehr in die Gemeinde seitdem ins Herz geschlossen hat, erkennt man daran, dass bei seiner Verabschiedung in Großholzleute sämtliche Vereine ihn zum „Ehrenmitglied der Herzen“ ernannt haben. Sein Leitsatz war immer: „Ich habe Zeit für die Menschen, kann zuhören und bin so etwas wie eine Klagemauer für jeden, der diese Hilfe benötigt.“ Zu seiner Verabschiedung als Krankenhausseelsorger waren die leitenden Ärzte und seine ehemaligen Mitstreiter gekommen, um seiner Verabschiedung einen seiner Tätigkeit entsprechend würdigen Rahmen zu verleihen. Dr. Elisabeth Harrison-Neu, Geschäftsführerin der OSK, dankte ihm für sein siebenundzwanzig Jahre anhaltendes Engagement zum Wohle der Patienten. Tag und Nacht sei er für sie da gewesen. Vandermeulen ließ es sich nicht nehmen, auch einiges zu sagen. „ Wie sie wissen habe ich immer ein wenig den Hang zu Süßigkeiten gehabt, und wenn ich im Krankenhaus unterwegs war, habe ich auch immer wieder mal jemandem eine Praline zu gesteckt“, erinnerte er sich. „Jedenfalls bis eines Tages Dr. Welsch auf mich zukam und lächelnd mit dem Finger drohte: ‘Pater, Pater was machen sie bloß!’ Sie füttern meine Zuckerpatienten mit Pralinen und gestern haben wir einem den Magen ausspülen müssen, weil er das Stanniolpapier mitgegessen hatte!“ Seit diesem Tage habe er sich zurück gehalten, ganz aufgegeben habe er sein „Laster“ aber nicht. Pater Vandermeulen wird weiterhin in Bolsternang wohnen und für seine Mitmenschen ein offenes Herz und Ohr haben. Im Rahmen der Verabschiedung stellte sich Pater Martin Chukwu als Nachfolger von Vandermeulen vor. Chukwu ist aus Nigeria und seit elf Jahren in Deutschland, wo er auch die Priesterweihe bekommen hat und in der Diözese tätig war. Zu seiner neuen Tätigkeit sagte Chukwu: „Ich habe mich um diese Aufgabe beworben. Die Aufgabe von Pater Vandermeulen zu übernehmen ist eine große Aufgabe, aber ich werde mich bemühen mein Bestes zu geben.“

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