Dietmannsrieder Bürgermeister Hans-Peter Koch geht in den Ruhestand

Nach 24 Jahren ist Schluss

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Hans-Peter Koch und Ehrenbürger Michael Büchsemann. Der 89-Jährige arbeitet seit 55 Jahren für die Gemeinde und übergibt dem scheidenden Chef zwölf Fotoalben, die dessen gesamte Zeit als Bürgermeister dokumentieren.

Dietmannsried – In Dietmannsried ging am 30. April eine Ära zu Ende: Nach 24 Jahren legte Bürgermeister Hans-Peter Koch (CSU) sein Amt nieder.

An Nachmittag seines letzten Arbeitstages kamen zahlreiche Bürger, Freunde und Weggefährten ins Dietmannsrieder Rathaus, um sich in ungezwungener Atmosphäre bei Kaffee, Kuchen und Sekt persönlich von ihrem Gemeindeoberhaupt zu verabschieden. „Der Hans-Peter hat wirklich viel erreicht. Er war ein guter Bürgermeister“, sinniert Rosemarie Steinhäuser, während sie als eine der allerersten Gäste im Foyer des Rathauses die auf eine Leinwand projizierten Bilder aus Hans-Peter Kochs langer Amtszeit betrachtet. 

Sie sei extra aus Kempten herausgefahren, um sich bei ihm zu bedanken und von ihm zu verabschieden, sagt die 66-Jährige, die 21 Jahre lang in Dietmannsried gelebt hat. Für den Rathauschef selbst ist dieser Nachmittag noch nicht die letzte Station eines regelrechten Verabschiedungsmarathons. Vormittags hatten ihn die Lehrkräfte und 550 Schüler der Grund- und Mittelschule mit einem berührenden Festakt geehrt.

 Tags zuvor hatte der Ausstand bei den rund 70 Verwaltungsmitarbeitern stattgefunden, „mit denen es nie ein lautes Wort gab“, wie der Chef betont. Auch die fünf Kindergärten der Gesamtgemeinde (zu Beginn der Ära Koch gab es gerade mal einen einzigen) haben ihm schon einen schönen Ruhestand gewünscht, ebenso wie die Bewohner und Belegschaft des Seniorenzentrums. Die Ortsvereine werden Ende Mai nachziehen. Die offizielle Verabschiedung mit Übergabe der Amtskette an Nachfolger Werner Endres (FW) erfolgt dann am morgigen Donnerstag, 8. Mai, in der Festhalle. 

Er freue sich sehr über die ihm entgegengebrachte Wertschätzung, so Koch. Tatsächlich habe er sich den Abschied sogar noch schlimmer vorgestellt, gibt er zu. „Bis heute Mittag lief hier noch der ganz normale Alltag. Vielleicht werde ich das alles erst in ein paar Wochen richtig erfassen.“ Er verlasse das Rathaus aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit dem Erreichten sei er zufrieden – zu den Highlights gehörten etwa die Umgehungsstraße, der Bau des Seniorenheims, die gewerbliche Entwicklung oder auch der Anschluss an den Abwasserverband. 

Am meisten freue er sich jetzt darauf, dass der Druck, den das oftmals anstrengende und undankbare Amt („Es hat durchaus auch Enttäuschungen gegeben und man hat mir in manchen Dingen Unrecht getan.“) mit sich bringe, nachlassen werde. Dass er Zeit zur Regeneration und für spontane Aktivitäten gemeinsam mit seiner Frau haben werde. „Gerade die letzten Monate waren manchmal nicht ganz einfach. Da habe ich bemerkt, dass die Belastbarkeit ihre Grenzen hat.“ Untätig wird Hans-Peter Koch indes nicht sein: Vielmehr bleibt er weiterhin im Kreistag politisch aktiv. Ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk hatte Michael Büchsemann vorbereitet: Der 89-jährige Ehrenbürger arbeitet seit 1950 in verschiedenen Funktionen in der Gemeinde („Der Herr Koch war bereits mein 5. Bürgermeister.“) und hat bis heute sein kleines Büro im Rathaus. 

In den letzten fast 55 Jahren hat er mehr als 30 000 Dias und Fotos von gemeindlichen Aktivitäten gemacht und diese fein säuberlich katalogisiert. Aus diesem gigantischen Fundus stellte er nun eigens für Koch zwölf Fotoalben zusammen, die dessen gesamte Amtszeit dokumentieren. „Hans-Peter Koch war immer sehr menschlich“, so der rüstige Senior. „Er hat seine Arbeit Ernst genommen und nie vergessen, dass ohne seine Bediensteten nichts geht.“

Sabine Stodal

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