Bewegte Geschichte

Auf den Tag genau feierte das Allgäu-Gymnasium (AG) mit einem eindrucksvollen Festakt seine Gründung vor 175 Jahren. Einige Veränderungen und auch Umzüge hat die am 9. Dezember 1833 als Landwirtschafts- und Gewerbeschule gegründete Einrichtung seither durchlaufen. Der Weg zum „Allgäu-Gymnasium“, wie sie seit dem 23. Oktober 1965 benannt ist, führte über die „Königliche Gewerbe- und Handelsschule“ ab 1864, die „Königliche Ludwigs-Realschule ab 1916, einer neunstufigen Oberrealschule ab 1923 und einer „Oberrealschule in grundständiger Form“ ab 1938.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Lorenz Basilika empfing das große Schulorchester unter Leitung von Sigrun Schreibmayer die Festgäste. Im rappelvollen Kornhaussaal begeisterten die Musiker mit der „Akademischen Festouvertüre“ von Johannes Brahms, dessen Geburtsjahr auf das Gründungsjahr der Schule fällt. Witzig-frech führten Mitglieder der Theatergruppe des Gymnasiums szenisch, mimisch und auch akrobatisch durch Programm und Umbauphasen. Denn es wurde auch immer wieder fleißig musiziert: Von klassischen Klängen der Streicherklasse 6f oder Andreas Haas am Violoncello mit Christian Disch am Klavier über swingenden Big Band Sound bis zu einer fröhlichen Hip Hop-Tanzeinlage ernteten die Künstler dicken Applaus. Stolz zeigte sich AG-Schulleiter Gerald Dötz über das zahlreiche Erscheinen ehemaliger Schüler, von denen einige heute bedeutende Posten hätten. „Der gute Ruf der Schule ist auch den Schülerinnen und Schülern zu verdanken“, bekannte er. Für die stets neuen Herausforderungen seien personelle und finanzielle Ressourcen nötig, richtete er das Wort an Politik und Stadt. Prompt erhört wurde er von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), dem „Erhält und Weiterentwicklung des Schulstandorts Kempten wichtig“ war und der dies mit einem Scheck zum 175. Geburtstag untermauerte. Überzeugt davon, dass „nur Wissensvermittlung nicht reicht“, lobte er das AG auch als beispielhaft für die Vermittlung von Werten wie Toleranz oder Rücksichtnahme. Weltoffenheit und Toleranz Heinz Peter Kempf, Ministerialrat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, unterstrich, „dass wir Menschen brauchen, die in Zusammenhängen denken und Mut haben Entscheidungen zu treffen“. Das AG stehe im Zeichen eines Bildungsverständnisses, das unter anderem Weltoffenheit und Toleranz vermittle. Hubert Lepperdinger, ehemaliger Schulleiter des AG und heutiger Ministerialrat, pries das AG mit seinen derzeit 1238 Schülern, 41 Referendaren und rund 100 Lehrern als eine „Gemeinschaft, in der Schüler, Eltern und Lehrer zusammenwirken“. Er kritisierte die unfair geführte PISA-Debatte, da weder die Bildung von Herz und Charakter noch zu Bildung gehörende Fächer wie Sport, Musik oder Kunst berücksichtigt würden. Heitere Momente bot der spannende Vortrag des Festredners Prof.. Dr.-Ing. Uwe Schwiegelshohn. Seit 2005 Leiter des Instituts für Roboterforschung an der TU Dortmund, erklärte der ehemalige AG-Absolvent die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit von Robotern, wobei er per Videodokumentation der „Roboludens 2005“, ferngesteuerte gegen programmierte Vierbeiner Fußball spielen ließ. In Sachen Kreativität und Ideen seien deutsche Studenten „absolut vorne“, mahnte er, nicht nur das fachliche Können zu bewerten. Im Namen des Freundeskreises und RAVK gratulierten Gisela Bock und Christian Berger, und vom Elternbeirat enthüllte Kornelia Walter zwei neue Schulfahnen als Geschenk. Viel Lob und Dank hatte der stellvertretende AG-Schulleiter, Gerhard Panzer, zum Schluss für alle Beteiligten. Mit einer musikalischen Uraufführung endete die Zeitreise ganz zeitgenössisch: Zum krönenden Abschluss boten der große Chor mit Bläsersextett das Werk „AG 175 und Hymnus“ von Ernst Bestfleisch, mit einem Schlussteil aus der Feder des Komponisten Krzysztof Meyer. Regen Austausch unter den Gästen gab es auf Einladung der Schülersprecher beim anschließenden Buffet.

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