Bewerbungs-Joker

„Denkt bitte daran, die Zertifikate euren Bewerbungsschreiben hinzuzufügen“, mahnte Schulleiter Alfons Keisinger die Achtklässler der Wittelsbacher Schule, die dieses Schuljahr das Projekt „3-Joker zum Berufseinstieg“ absolviert haben. In Zusammenarbeit mit der Firma Liebherr schnupperten die Hauptschüler neben dem Unterricht in den technischen Berufszweig und bekamen jetzt den Erfolg ihrer Bemühungen schwarz auf weiß überreicht. Das Zertifikat soll den Jugendlichen als Qualifikation bei der Lehrstellensuche helfen.

„Drei Joker“ galt es für die Achtklässler, darunter auch viele Mädchen, zu erwerben. Zahlreiche Nachmittage verbrachten sie in der Schule, wo ihnen Karl Kennerknecht, der vor seinem Ruhestand in der mechanischen Fertigung im Elektroschmelzwerk gearbeitet hat, die Grundlagen der Industriemechanik näher brachte. Sein Engagement honorierten die Jugendlichen bei der Verleihung der Joker-Zertifikate mit stürmischem Applaus. Leicht war es nicht immer, erinnerte sich Kennerknecht: „Beim Herumschrauben war es immer still, wenn es um die Theorie ging, war es etwas unruhiger.“ Ging es beim ersten „Joker“ noch darum, ein Windrat zu basteln, wurde es bei Stufe zwei schon schwieriger. Einen lenkbaren Buggy bauten dann die Schüler und mussten bereits selbständig nach technischen Zeichnungen zu Werke gehen, erklärte der erfahrene Mechaniker. Wer einen schriftlichen Test im Anschluss daran bestand, dem winkte quasi ein Kurzpraktikum bei Liebherr, wo die Schüler dann den dritten „Joker“ einheimsen konnten. Leicht war dieser Weg nicht – einige Schüler fielen bei der anspruchsvollen Prüfung durch. Neue Ausrichtung Bei Joker Nummer drei gebe es noch Raum für Verbesserung, meinte Kennerknecht. Beim Bau einer Lampe in der Liebherr-Fabrik mussten die Azubis den Schnupper-Praktikanten noch viel unter die Arme greifen. Künftig sollen die Joker-Schüler stattdessen in die Pneumatik eingeführt werden. „Bleibt bei der Berufswahl trotzdem offen“, riet Wolfgang Gabler von der Agentur für Arbeit, die sich die Kosten des Projekts mit der Stadt teilte, den Schülern. Die Konkurrenz um Lehrstellen als Industriemechaniker sei groß, nicht jeder werde diesen Beruf ergreifen können. Gelohnt hatte es sich aus Sicht der Schüler dennoch. „Wer die Chance hat, im kommenden Jahr daran teilzunehmen, der sollte das in Anspruch nehmen“, urteilte Schüler Frederic Holl.

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