Bewusstsein schärfen

Gemeinsam mit Kemptens Jugendbeauftragter und Schirmherrin der Aktion „Leben statt schweben“, Regina Liebhaber (SPD), Jugendamtsleiter Matthias Haugg und Peter Ziegler von der Caritas hat OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) am vergangenen Mittwoch die „Suchtwoche 2009“ im Forum Allgäu eröffnet. Mit Informationsständen im Foyer des Forums soll vor allem bei Jugendlichen das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol geschärft werden. „Kenn dein Limit“ hieß das Motto.

Bundesweit fand in der vergangenen Woche auf Initiative der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, die „Suchtwoche 2009“ statt. Veranstaltungsort in Bayern waren neben München, Nürnberg und Bayreuth Kempten. Von Mittwoch bis Freitag konnten sich die Besucher des Forums unter anderem über die Themen „Alkohol und seine Risiken“, „Alkohol und Verkehr“ sowie „Therapieeinrichtungen im Allgäu“ informieren. Dazu warteten Mitmach-Aktionen wie ein Rauschbrillenparcours, ein Suchtrad oder ein Alkoholquiz auf Interessierte. Dass Kempten einer der vier bayerischen Aktionsstandorte ist, führte Netzer zum Teil auf die Erfolge der seit 2004 laufenden zum Großteil städtischen Kampagne „Leben statt schweben“ zurück. Deshalb werden sämtliche Aktionen zur „Suchtwoche“ in Kempten im Rahmen von „Leben statt schweben“ organisiert. „Das Hauptziel ist es, das Bewusstsein für verantwortungsvollen Alkoholkonsum in allen Alters- und Bevölkerungsschichten zu schärfen“, erklärte Netzer. Deshalb laute das Motto der Suchtwoche „Kenn dein Limit!“. Dieser Slogan gelte zum einen für jungen Menschen, die ihre Erfahrungen mit Alkohol erst noch machen müssten, so Netzer weiter. Zum anderen sei er aber auch an alle Erwachsenen gerichtet, „die mit ihrem Verhalten ein konkretes Vorbild im richtigen und angemessenen Umgang mit Alkohol darstellen“, sagte er. Zwei Gründe für Erfolg Schirmherrin Regina Liebhaber erläuterte, dass es für den Erfolg von „Leben statt schweben“ vor allem zwei Gründe gebe – Teamgeist und fachliche Kompetenz. Im Fokus der Aktion im Forum stehe ihrer Ansicht nach die Vorbeugung. „Es ist sehr wichtig, dass Jugendliche präventiv aufgeklärt werden“, betonte die Stadträtin. Peter Ziegler, Suchtexperte bei der Caritas, berichtete dagegen von seiner alltäglichen Arbeit mit Süchtigen. „Wir sind tagtäglich mit den schlimmsten Folgen von Drogen konfrontiert“, sagte er. Besonderes Kopfzerbrechen bereite derzeit die jugendliche Generation mit ihrem berüchtigten „Koma-Saufen“. Ziel müsse sein, dass „Alkohol nur noch mit Kopf und Verstand konsumiert wird.“ Justine Kluger, Leiterin des Forums und somit Gastgeberin, wies ebenfalls auf die Gefahren von Alkohol hin. „Wir wollen die Menschen interessieren“, erklärte sie die Hintergründe für die Teilnahme des Centers. Schüler-Beteiligung Die Schülerinnen und Schüler des Kunstleistungskurses der 12 Jahrgangsklasse des Allgäu-Gymnasiums beteiligten sich mit einer Kunstausstellung zum Thema „Alkohol – Kenn Dein Limit“ an der Suchtwoche 2009 in Kempten. Ausstellung kommt wieder Unter der Leitung des Kunstlehrers Helmut Domnik entstanden in verschiedenen Stilrichtungen aus der Hand der Jugendlichen beeindruckend tiefgehende Gemälde, beispielsweise mit dem Titel „Der Flaschengeist“ von Judith Adelung oder das Bild „Ausweglos?“ von Valerie Goettgens. Insgesamt 12 Bilder, die zur Diskussion anregen, betroffen machen und dennoch einen Ausweg aus der Abhängigkeit aufzeigen sind zu sehen. Die Ausstellung im Rahmen der Suchtwoche 2009 soll auch noch an anderen Gelegenheiten gezeigt werden.

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