Medizinische Versorgung in Isny trotz Krankenhaus-Schließung gewährleistet

Notarzt und MVZ bleiben

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Die Tage des Isnyer Krankenhauses sind gezählt: Die OSK bereitet derzeit die Schritte für die Schließung vor.

Isny – Nach dem Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Stuttgart zum Isnyer Krankenhaus (der Kreisbote berichtete) bereitet die Ober- schwabenklinik eigenen Angaben zufolge in enger Abstimmung mit dem Landkreis Ravensburg die weiteren Schritte vor.

Um einen endgültigen Termin für die Aufgabe der stationären Versorgung am Krankenhaus Isny zu nennen, sei es noch zu früh, heißt es in einer Pressemitteilung der OSK von vergangener Woche. Wichtige Eckpfeiler der medizinischen Versorgung für Isny und Umgebung seien aber von einer Schließung unberührt. – Isny bleibt Notarztstandort: Unverändert steht in Isny genauso wie in Leutkirch rund um die Uhr der Notarzt für Einsätze bereit. Die Notarztstandorte bleiben unabhängig von der Schließung der stationären Versorgung erhalten. Im medizinischen Notfall sind Notarzt und Rettungswagen genauso schnell wie bisher an der Einsatzstelle.

 – Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Gebäude des Krankenhauses steht im gewohnten Umfang montags bis freitags zur Verfügung. Das MVZ war von dem Rechtsstreit nicht betroffen. In der ambulanten Einrichtung versorgen Ärzte der Fachrichtungen Chirurgie und Orthopädie pro Jahr rund 3600 Patienten aus Isny und der näheren Umgebung. Das MVZ verfügt über eine D-Arztzulassung der Berufsgenossenschaft, so dass wie bisher auch künftig Schul-, Arbeits- und Wegeunfälle weiterhin in Isny ambulant versorgt werden können. 

Mitarbeitergespräche 

Das OLG ist mit seinem Urteil der Auffassung des Landgerichts Ravensburg gefolgt, dass die OSK die stationäre Innere Medizin in Isny aufgeben darf. Dafür trifft die OSK nun die Vorbereitungen. In einem ersten Schritt wird mit allen betroffenen Mitarbeitern über deren künftige Arbeitsstellen gesprochen. Für jeden der rund 60 Beschäftigten am Isnyer Krankenhaus hat die OSK eigenen Angaben zufolge eine Arbeitsplatzgarantie abgegeben. Dies heißt, dass aufgrund der Schließung der Inneren Medizin niemand arbeitslos wird, sondern an einem anderen Standort der OSK einen für ihn passenden Arbeitsplatz angeboten bekommt. 

Die OSK konzentriert ihre stationäre Versorgung im Westallgäu künftig ganz auf das Krankenhaus Wangen. Die Bettenzahl der Klinik ist entsprechend auf über 200 erweitert worden, um die bisherigen Patienten aus Isny wie zuvor bereits aus Leutkirch aufnehmen zu können. Das Krankenhaus Wangen versorgt schon bisher fast 10 000 stationäre Patienten pro Jahr. Die Notaufnahme ist rund um die Uhr mit Fachärzten der Chirurgie, der Inneren Medizin und der Gynäkologie besetzt. 

Für das Krankenhaus Wangen ist ein Konzept erarbeitet worden, das sowohl eine nochmalige Erhöhung der Bettenzahl als auch eine weitere Stärkung der medizinischen Leistungen vorsieht. „Mit Wangen bietet die OSK dauerhaft für das gesamte Westallgäu eine qualitativ hochwertige Krankenhaus- und Notfallversorgung an“, heißt es in der Pressemitteilung. 

Bürger werden informiert 

Vor den anstehenden Änderungen in Isny wird die OSK Kontakt mit den niedergelassenen Ärzten und den Rettungsdiensten aufnehmen. Darüber hinaus werden alle Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig und umfassend informiert, versprechen die Verantwortlichen.

kb

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