Beziehungskisten im TIK

Gut gelaunt präsentieren OB Dr. Ulrich Netzer (v.l.), Vorsitzender der Theater gGmbH, Konzertorganisator Dr. Franz Tröger und TIK-Direktorin Nikola Stadelmann die Spielzeit 2011/12. Foto: Tröger

Auf die „Spielwies’n“ hatte das Theater in Kempten (TIK) zur noch laufende Saison 2010/11 eingeladen. Mit dem Motto „Beziehungskisten“ warb Nikola Stadelmann, künstlerische Direktorin des TIK, für die kommende Spielzeit. Zwar könne das Theater „keine Lösungen bieten“, aber neue Blickwinkel eröffnen.

Der Himmel sei nämlich nicht viereckig, nahm sie bei der Programmvorstellung augenzwinkernd Bezug auf das Zitat, das auf dem petrolblauen Spielplanbuch 2011/12 prangt. Im Übrigen sei das Motto auch nicht „bierernst“ zu nehmen. Es beschreibe vielmehr den „roten Faden durch die Spielzeit“. So gehe es vor allem in den drei Eigenproduktionen – ein Tanztheater, ein klassisches Theaterstück und ein ganz modernes – um zwischenmenschliche Beziehungen aller Art. Zum Saisonstart und zugleich Auftakt des Tanzherbstes beschreibt Jochen Heckmann in seinem nunmehr fünften Auftragswerk für das TIK, „Two’s a couple, three’s a crowd“, was passiert, „wenn in gewachsene Zweierbeziehungen einer dazu stößt“, erläuterte Stadelmann. Eine durchaus auch humorvolle Eheschlacht würden sich Edgar und Alice in „Totentanz“ von August Strindberg liefern und in „Waisen“ des englischen Dramatikers Dennis Kelly gehe es darum, wie jemand zum Täter wird. Als Höhepunkte in der bewährten Mischung aus Boulevard-Komödie, Schauspiel, Tanztheater und Konzert nannte sie unter anderem die „39 Stufen“ von Alfred Hitchcock mit Ingolf Lück, oder auch das moderne Stück „Der Seefahrer“ mit Jürgen Prochnow in der Hauptrolle. „Sehr gekämpft“ habe sie um das Gastspiel der Münchner Kammerspiele mit „Susn“ von Herbert Achternbusch. Mit der Fortführung von Lesungen, Theatercafés, Schulvorstellungen sowie Kinder- und Jugendtheater, Les-Art oder auch der Reihe „Große Stoffe im kleinen Format“ setzt Stadelmann nach eigenem Bekunden auf „Kontinuität“. Sie wolle damit „das Theater auch weiter zu einem zentralen kulturellen Ort machen“. Bei den Meisterkonzerten „hat sich nicht viel geändert“, schloss sich Konzertorganisator Dr. Franz Tröger dem Kontinuitätsgedanken an. Er versprach erneut eine „Mischung aus zeitgenössischem Repertoire und großen Stücken“, unter anderem mit Gustav Mahlers „Kindertotenliedern“, mit der Geigerin Midori, dem Cellisten Wen-Shin Yang und dem Münchner Kammerorchester oder auch dem Auryn-Quartett. Er versäumte nicht für die Klavierreihe „solopiano“ und das Kammermusikfestival „Fürstensaal Classix“ zu werben, die wegen der Renovierungsarbeiten im Fürstensaal ins TIK verlegt worden seien. Es gebe auch Überlegungen künftig damit im TIK zu bleiben, denn „es ist ein großartiges Haus“, schwärmte Tröger. Zu guter Letzt wartete er noch mit einem besonderen Angebot auf: Er lud Interessierte am 19. Mai zu einem kostenlosen Orchesterkonzert mit einem Solisten ein. Gespielt werden Werke von Mozart und Beethoven. Als Grund nannte er seine gut 40-jährige Tätigkeit als Konzertorganisator und zudem „werde ich heuer 75 Jahre alt“. Das Konzert ist mit freiem Eintritt, aber ein „Austritt“ in Form einer freiwilligen Spende zugunsten von „Fürstensaal Classix“ sei erwünscht, ergänzte Netzer gerade heraus. 2. Schultheatertage Ein interessantes Programm hatte auch Richard Klug für den Tanzherbst zu verkünden, darunter die kanadische Company „Kidd Pivot“, „Das süße Gift der Liebe“ in der Choreographie des Schweizers Thomas Mettler oder die regionalen Tanzabende. Stadelmann bekundete Freude darüber „zu sehen, dass Tanz eine Sparte ist, die sich entwickeln kann“, und kündigte auch spartenübergreifende Abende an. Ein Anliegen waren ihr zudem die 2. Auflage der Schultheatertage und die Verlagerung vieler Konzerte des Jazzfrühlings vom Kornhaus ins TIK. Lob hatte Netzer für die Theaterdirektorin, die „hervorragende Arbeit geleistet“ habe. „Ich habe eine sehr gute Theatersaison gesehen“ freute er sich schon auf die kommende.

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