Für Bienen und Menschen

Fotostrecke: Garteln, Riechen und Naschen heißt es im neuen Garten der Fürstenschule

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Kempten – Im Garten der Fürstenschule summt und brummt es. Strohbesen kratzen über den Boden. Schüler und Erwachsene graben Gurkenpflänzchen und Schnittlauch in rote Hochbeete. Ein Lehrer balanciert einen Schubkarren mit Erde über ein schräges Brett. Drei Kinder klopfen mit Hammer und Meißel auf Steinbrocken. Nur kurz sind ihre Pausen. Voller Elan sind auch die beiden Jungs, die mit kleinen Hacken die Erde unter einer Hecke lockern. Ins Schulgebäude führt eine Spur aus Erdbrösel. Aber das ist heute egal, denn bald schon sollen nicht nur Kinder durch den Schulgarten der Fürstenschule schwirren, sondern auch viele Insekten und Vögel.

Letzten Freitag, den Brückentag nach Christi Himmelfahrt, haben Kinder, Lehrer und Eltern angepackt und sich viele Ecken des Gartens vorgenommen. „Der Garten war schön, aber verwildert“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Gesine Weiß, die die Idee für den Lehr-, Nutz- und „Naschgarten“ hatte. Nach dem Volksbegehren für Artenvielfalt wollte sie den Schulgarten aus dem Dornröschenschlaf wecken. Schulleiterin Claudia Schlosser war begeistert. Sie vermutet, dass wegen des städtischen Einzugsgebiets der Fürstenschule nur etwa zehn Prozent der Schüler einen Garten bei sich zu Hause haben. Hier im Schulgarten lernen sie dann heimische Hecken kennen, sehen wie die Saat gedeiht, oder können ihre Gemüse-Ernte selbst verarbeiten. Jede Klasse hat ihre eigene Garten-Ecke, um die sie sich am Projekttag mit ihren Lehrkräften kümmert. Während die einen draußen arbeiten, basteln die Klassen im Schulgebäude Nützliches für draußen: Bunte Rank-Stangen für die Gemüse-Beete, Zierstäbe mit Schmetterlingen oder – unter der Anleitung eines Opas – Insekten-Hotels. „Ursprünglich wollten wir uns nur eine Ecke des Gartens vornehmen und dann ist das Projekt irgendwie ausgeartet“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Weiß. Sie hat Pläne gezeichnet, eine Blühbotschafterin als Expertin eingeladen und Sponsoren angefragt. Weiß ist begeistert von der Unterstützung der Elternschaft. 30 Freiwillige sind bei der Umgestaltung dabei und haben sich teils sogar dafür freigenommen.

Aber auch bei den Unternehmen und der Stadt hat man nicht lange gezögert. 3000 Euro stammen von der Fielmann-Stiftung, der Sparkasse, IG Für und Töpfer. Hornbach, Toom und Solux beteiligen sich mit Sachspenden und günstigen Konditionen beim Einkaufen. „Und nach einem Anruf bei der Stadtgärtnerei stand schon am nächsten Tag der Bagger für die Erbbewegungen bereit“, freut sich Weiß. Während die einen Schüler noch händisch arbeiten, beginnen schon die ersten Anschauungsstunden. Klassenweise begutachten die Schüler die neuen Beete und Pflanzen. „Es macht Spaß, weil ich mit den Händen arbeiten kann“, erklärt Erdon aus der 2a. Und sein Klassenkamerad Samed freut sich auch schon aufs Ernten und Gießen. Selbst für die Pfingstferien gibt es einen Gießdienst. Während der Schulzeit sorgt ein Reinigungsdienst für Sauberkeit in den Nistkästen. Schulleiterin Schlosser möchten den Schwung mitnehmen. „Nächstes Jahr wird es sicher eine Garten-AG geben“, erklärt sie. Weiß hofft noch auf eine KochAG, um die Verarbeitung der Garten-Schätze auch zu thematisieren. Doch mit den Lehrer-Stunden muss gehaushaltet werden. Fest steht jedoch, dass auch die restlichen Teile des Gartens erblühen sollen. Ein zweiter und dritter Projekttag in einem halben bzw. ganzen Jahr sind schon angedacht.

Susanne Lüderitz

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