BigMac’s aus der Bleicherstraße?

Die Verhandlungen über die Zukunft der in finanzielle Schieflage geratenen Allgäu Fleisch GmbH stehen anscheinend kurz vor der Entscheidung: Nach unseren Informationen sind offenbar nur noch zwei Kaufinteressenten ernsthaft im Rennen. Dabei soll es sich um die Buchloer Moksel AG und die Alpenrind GmbH aus Salzburg handeln. Die Österreicher sind nach eigenen Angaben eine 100-prozentige Tochter des Günzburger McDonald’s Zulieferers OSI International Foods GmbH.

Bereits vor zwei Wochen hatte Insolvenzverwalter Dr. Jens Hourle aus München gegenüber unserer Zeitung angekündigt, dass die Verhandlungen über die Zukunft der Allgäu Fleisch GmbH vor der entscheidenden Phase stehen. Zu den Kaufinteressenten gehörten „einige Hochkaräter“, wie seinerzeit aus dem Umfeld der Kanzlei zu erfahren war. Nun scheinen die Verhandlungen tatsächlich konkret zu werden. Nach Informationen des KREISBOTEN sollen mit der Moksel AG aus Buchloe und der Alpenrind GmbH aus Salzburg nur noch zwei Interessenten ernsthaft im Rennen um den Kemptener Schlachthof sein. Wer den Zuschlag bekommt, scheint derzeit aber noch offen zu sein. „Das werden wir nicht kommentieren“, sagte dazu am Freitag Dr. Anja Kleine-Wilde, Sprecherin des VION-Konzerns, zu der die Moksel AG gehört. Bei der Alpenrind GmbH wollte sich ebenfalls niemand zu dem Thema äußern. Insolvenzverwalter Hourle verwies am Montag auf die laufenden Verhandlungen, weshalb er keine Namen kommentieren wolle. Man befinde sich nach wie vor „mitten in den Verhandlungen.“ Keine rechte Lösung? Allerdings machten in Branchenkreisen schon im Dezember Gerüchte hartnäckig die Runde, die Ostallgäuer wollten die Allgäu Fleisch übernehmen. Dazu seien seinerzeit mehrmals Vertreter von Moksel in Kempten gewesen, um sich einen Eindruck von der Allgäu Fleisch zu verschaffen. Zu einer Übernahme kam es seinerzeit aber nicht. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Einige heimischen Fleischer stehen einer Übernahme der Allgäu Fleisch skeptisch gegenüber. „Ich sehe da keine rechte Lösung“, so ein ausgewiesener Branchenkenner vergangene Woche gegenüber dem KREISBOTEN. Selbst wenn die Allgäu Fleisch einen Käufer finde und der Betrieb im Schlachthof wieder aufgenommen werde, sei es fraglich, ob die Firma am Markt wieder Fuß fasse. „Die Kunden und der Absatz haben sich doch mittlerweile verlaufen.“ So ließen die heimischen Großhändler mittlerweile in Ulm schlachten. „Denen ist es egal, ob ihre Tiere in Ulm oder Kempten geschlachtet werden.“ Nichts desto trotz arbeitet Insolvenzverwalter Hourle derzeit nach eigenen Angaben an einem Gutachten für das Insolvenzgericht. Dieses entscheide dann, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Erst dann können auch die Gläubiger ihre Ansprüche geltend machen. Glaubt man Alfred Enderle, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), gibt es davon nicht wenige. „Viele Landwirte und Viehhändler warten derzeit auf das Geld für die Tiere, die sie vor dem Antrag auf vorläufige Insolvenz geliefert hatten“, so Enderle nach einem Treffen zwischen Vertretern des Verbandes und Dr. Hourle. Im Rahmen des Gesprächs sei sich von Seiten des BBV für eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs durch den künftigen Besitzer ausgesprochen worden. „Speziell die Landwirte aus dem Raum Kempten haben durch die Einstellung der Schlachtung die Möglichkeit verloren, ihr Vieh selbst zum Schlachthof zu bringen“, so Enderle. „Eine Alternative zur Vermarktung über Händler ist damit derzeit verloren gegangen.“

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